Ang Lee: Das sind seine besten Filme

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Ang Lee gehört zu den ganz Großen: Der Regisseur ist stolzer Oscar-Preisträger und feierte mit seinen Filmen fast durchweg Erfolge. Er gilt als besonders vielseitiger Filmemacher. Dabei spielt das Thema Familie meist eine übergeordnete Rolle. Am 23. Oktober feiert er seinen 65. Geburtstag. Von "Brokeback Mountain" (2005) bis "Life of Pi" (2012): Das sind seine besten Filme. © spot on news

Ang Lee wurde am 23. Oktober 1954 in Taiwan geboren. Er interessierte sich schon früh für den Film – allerdings zunächst als Schauspieler. In Taipeh studierte er Theater und Film, verließ Taiwan dann aber für sein Studium der Theaterwissenschaft und -regie in Illinois (USA). In New York studierte er schließlich bis 1985 Film- und Theaterproduktion. Seine Karriere als Regisseur begann erst einige Jahre später.
Die ersten drei Langfilme, bei denen Lee Regie führte, sind unter dem Begriff der "Father Knows Best"-Trilogie zusammengefasst. Die drei Streifen handeln jeweils von einem wiederkehrenden chinesischen Familienoberhaupt (Sihung Lung, Bild) und thematisieren familiäre Probleme, die aus unterschiedlichen Konflikten entstehen. Den Beginn machte "Schiebende Hände" (1992), der besonders in Asien sehr beliebt war.
Ein Jahr später folgte "Das Hochzeitsbankett" (1993, Bild) – damit war Lees internationaler Durchbruch geschafft: Der Film wurde in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert. Auch der Trilogie-Abschluss "Eat Drink Man Woman" (1994) heimste diese Nominierungen ein, ging am Ende jedoch leer aus.
Danach öffnete sich Lee einer Welt abseits asiatisch beeinflusster Stoffe. Mit "Sinn und Sinnlichkeit" (1995) verfilmte er in Großbritannien den berühmten Roman "Verstand und Gefühl" von Jane Austen. Der Film mit Emma Thompson (l.) und Kate Winslet (r.) wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit einem Golden Globe für das Beste Drama, einem British Academy Film Award für den Besten Film und einem Oscar für das Beste adaptierte Drehbuch.
Es folgte eine weitere Literaturverfilmung: "Der Eissturm" (1997), nach dem gleichnamigen Roman von Rock Moody, feierte bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes Premiere. Hervorragende Kritiken für den Regisseur sowie die Schauspielleistung von Kevin Kline (Bild), Joan Allen und Sigourney Weaver konnten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film an den Kinokassen floppte.
Im Jahr 2000 wandte sich Lee einem neuen Genre zu und drehte mit "Tiger & Dragon" (2000) einen Actionfilm. Er wurde dafür mit einem Golden Globe für die beste Regie ausgezeichnet. Einen weiteren Golden Globe und einen Oscar erhielt "Tiger & Dragon" außerdem in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film".
Auch einen Ausflug ins Marvel-Universum hat Lee einst gewagt: In seiner Comic-Verfilmung "Hulk" (2003) mimte Eric Bana den Titelhelden Dr. Bruce Banner alias Hulk. Der Film spielte weltweit rund 250 Millionen US-Dollar ein.
Im Jahr 2006 erhielt Lee (l.) für "Brokeback Mountain" (2005) seinen ersten Oscar in der Kategorie "Beste Regie". Bei den Filmfestspielen von Venedig wurde er außerdem mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Auch einen Golden Globe und einen British Academy Film Award heimste der Regisseur für das Drama mit Heath Ledger, Jake Gyllenhaal (r.) und Anne Hathaway ein.
Die Handlung des Films löste besonders in den USA kontroverse Diskussionen aus. Der Streifen handelt von der Liebesbeziehung zwischen den beiden Cowboys Jack Twist (Jake Gyllenhaal, r.) und Ennis Del Mar (Heath Ledger, l.). Von einigen US-Amerikanern wurden die "schwulen Cowboys" zu einer homophoben Metapher erklärt, in der Schwulenbewegung bedeutete der Film jedoch einen Tabubruch.
Einen besonders erotischen Film präsentierte Lee im Jahr 2007 mit "Gefahr und Begierde". Auch hierfür wurde der Regisseur wieder mit einem Goldenen Löwen geehrt. Gelobt wurden vor allem die Sexszenen. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" gab Lee jedoch zu: "Die Sexszenen waren eine große Herausforderung, aber den Schauspielern bei ihrer Arbeit zuzusehen war für mich kein Vergnügen, es war schmerzhaft, qualvoll. Wir Asiaten sind nicht demonstrativ, sondern sehr scheu und zurückhaltend."
Für "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger" (2012) wurde Lee erneut mit einem Oscar für die "Beste Regie" ausgezeichnet. Das Abenteuer-Drama erhielt zahlreiche weitere Oscars: für die Beste Kamera, die Besten visuellen Effekte und für die Beste Filmmusik. Letztere wurde auch mit einem Golden Globe Award belohnt.
Trotz der vielen Auszeichnungen und positiven Kritiken musste sich Lee im Nachhinein für den Streifen entschuldigen. Es war bekannt geworden, dass der in "Life of Pi" zu sehende bengalische Tiger mit dem Namen King beim Dreh fast ertrunken wäre. "Es war ein Unfall", sagte Lee. Die Crew habe nach dem Vorfall alles für Kings Genesung getan.
Der Film "Die irre Heldentour des Billy Lynn" (2016) konnte schließlich nicht mehr so viele positive Kritiken einfahren. "Ich war stolz auf den Film", sagte Lee im Interview mit dem britischen "Guardian". "Aber ich wurde geschlagen und das war schwer zu schlucken." Mit seinem aktuell in den Kinos laufenden Streifen "Gemini Man" (2019) mit Will Smith (r.) in der Hauptrolle wolle Lee den Rückschlag wieder wettmachen, kündigte er an.