Die besten Skandalfilme der letzten 30 Jahre

Egal ob ausschweifende Sexszenen, explizite Gewaltdarstellung, Ekelbilder oder kontroverse Themen: Manche Filme haben die Nerven der Kinozuschauer bis aufs Äußerste strapaziert und für Abscheu, Empörung und heftige Debatten gesorgt. Wir haben die besten Skandalfilme der letzten 30 Jahre für euch zusammengestellt.

Nichts für schwache Nerven ist der österreichische Film "Funny Games" von Michael Haneke aus dem Jahr 1997: Zwei junge Männer, gespielt von Arno Frisch (Bild) und Frank Giering, dringen in das Ferienhaus einer Familie ein und foltern sie. Besonders makaber und Grund für die Empörung: Die Psychopathen wenden sich in dem Kammerspiel mehrmals direkt an den Zuschauer und halten ihm somit den Spiegel vor. Kritiker hielten die Mediensatire allerdings nur für einen Deckmantel der expliziten Gewaltdarstellung.
Konzipiert als feministischer Racheakt gegen die Männerwelt und Gesellschaft sorgte "Baise moi -Fick mich" 2000 für einen Aufschrei. Die Protagonistinnen, Raffaëla Anderson (Bild) und Karen Lancaume, beide aus der Pornoszene, haben willkürlich Sex mit Männern und bringen sie danach brutal um - und verlangen dem Zuschauer damit laut Kritikern ein Höchstmaß an Belastbarkeit ab. In Frankreich wurde der Film nach einer Klage sogar nur noch in Kinos gezeigt, zu denen Minderjährige keinen Zugang haben.
Mit Monica Belluci und Vincent Cassel in den Hauptrollen löst Gaspar Noés "Irreversibel" im Jahr 2002 einen riesigen Skandal aus. Eine neunminütige Vergewaltigungsszene im Zentrum der von hinten erzählten Geschichte und ein generell ungewöhnliches hohes Maß an expliziter Gewaltdarstellung verhalfen dem Film zu dem Titel "most walked-out-of movie of the year”. Die wirre Kameraführung rief bei einigen Zuschauern außerdem Übelkeit hervor.
2004 wartete Mel Gibson mit einem biblischen Eklat auf: "Die Passion Christi" erzählt von den letzten Stationen des Leidenswegs von Jesus von Nazaret. Dass die Dialoge dabei für mehr Authentizität gänzlich in lateinischer, aramäischer und hebräischer Sprache gehalten sind, steht laut Kritikern dem überhöhten Maß an Gewalt und den geschichtsverfälschenden Elementen entgegen.
Als eine der teuersten deutschsprachigen Produktionen sorgte der "Der Baader Meinhof Komplex" 2008 für Aufruhr. Die möglichst authentische Geschichte der Entstehung und Aktionen der Terrorgruppe RAF, unter anderem verkörpert von Moritz Bleibtreu und Johanna Wokalek (Bild), brachte den Verantwortlichen gerichtliche Anklagen ein. Die realen Personen fühlten sich durch vermeintlich verfälschte oder zu offenkundige Darstellungen in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt.
Der von Harald Peters in der Tageszeitung "Die Welt" als meistgehasster Film 2009 titulierte "Antichrist" machte Lars von Trier als Skandalregisseur alle Ehre. Im Zentrum des Films steht das eheliche Zerwürfnis eines namenlosen Paares, gespielt von Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe. Von expliziten Sexszenen über Kindesmisshandlung bis hin zu brutalen Genitalverstümmelungen ist hier alles dabei, was man braucht, um Leute aus dem Kinosaal zu jagen.
Im Sommer 2013 sorgte eine deutsche Produktion für Aufruhr: die Buchverfilmung von Charlotte Roches "Feuchtgebiete". Die von Carla Juri verkörperte Protagonistin Helen ist jung, sexuell experimentierfreudig und hält nicht viel von penibler Körperhygiene - das bietet reichlich Stoff für deutliche Sexszenen, Ekelbilder und einen peinlich berührenden, offenen Umgang mit dem Thema Sex.
Ebenfalls aus dem Jahr 2013 stammt das fast dreistündige französische Liebesdrama "Blau ist eine warme Farbe". Adèle Exarchopoulos (links) spielt hier die zu Beginn 15-jährige Adèle, die sich in die Künstlerin Emma (gespielt von Léa Seydoux, rechts) verliebt. Trotz einiger harsch kritisierter Sexszenen erhielt der Film die goldene Palme in Cannes und versteht sich laut Regisseur als "Geschichte eines Liebespaares schlechthin", "unabhängig von seiner sexuellen Orientierung".
Bereits lange vor seiner Erstausstrahlung in den deutschen Kinos 2014 wurde Lars von Triers Werk "Nymphomaniac" hitzig diskutiert. Die Vielzahl an expliziten Sexszenen mit Pornodarstellern als Doubles soll allerdings nicht im Mittelpunkt stehen: die Geschichte der an Nymphomanie leidenden und von Charlotte Gainsbourg gespielten Protagonistin besticht durch tiefe Einblicke in ihr Seelenleben.
Ein Skandalfilm der politischen Art ist die Komödie "The Interview" von 2014 mit James Franco (links) und Seth Rogen (rechts). Von der CIA angeheuert sollen die beiden im Rahmen eines Interviews in ihrer Fernsehshow einen Mord an dem Staatsoberhaupt von Nordkorea, Kim Jong Un, begehen. Noch vor der Erstausstrahlung kassierte die Produktionsfirma Sony dafür einen Hackerangriff und es gab Terrordrohungen für die Premiere, weshalb der Kinostart verschoben werden musste.
2015 war die erotische Liebesgeschichte "Fifty Shades of Grey" um Christian Grey (Jamie Dornan) und Anastasia Steele (Dakota Johnson) wochenlang das Gesprächsthema schlechthin. Die Romanverfilmung löste einen internationalen Hype um Bondage- und Sadomaso aus und machte die bislang tabuisierten Sexpraktiken dadurch salonfähig.