Bill Murray wird 70: Legendäre Rollen und schräge Momente der Ikone

Seit den 70er-Jahren ist er nicht mehr von der Kinoleinwand wegzudenken: Bill Murray. Der Komiker wurde mit Filmen wie "Ghostbusters – Die Geisterjäger" oder "Und täglich grüßt das Murmeltier" zur Schauspiellegende. Am 21. September feiert er seinen 70. Geburtstag. Das waren seine größten Rollen. © 1&1 Mail & Media/spot on news

William James "Bill" Murray wurde am 21. September 1950 in einem Vorort von Chicago als viertes von neun Kindern geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Mit gerade einmal 17 Jahren verlor er seinen Vater, der mit 46 Jahren an Diabetes starb.
Zerstreuung suchte Murray früh in der Kunst. Er spielte während seiner Schulzeit in einer Rockband und war Teil einer Theatergruppe. Nach der Schule ging er nach Denver, um dort Medizin zu studieren. Doch es sollte alles ganz anders kommen...
Er brach sein Studium ab und begann seine Karriere auf der Bühne als Stand-up-Comedien – zunächst beim Improvisationstheater "Second City". In den 70er-Jahren schaffte er es in die Kultshow "Saturday Night Live". Er war Teil des Autoren- und Darstellerteams und wurde zum Liebling der Sendung. Für seine Leistung erhielt er 1977 einen Emmy.
Sein Schauspieldebüt gab er im Jahr 1976 im Film "Ein Haar in der Suppe" (Foto). Dort bekleidete er allerdings nur eine kleine Nebenrolle. Nicht mal im Abspann taucht sein Name auf.
1979 wurde Regisseur Ivan Reitman auf den talentierten Jungschauspieler aufmerksam und eine Erfolgsgeschichte begann. Reitman gab ihm die Hauptrolle in seiner Komödie "Babyspeck und Fleischklößchen". Darin spielte Murray den durchgeknallten Camp-Betreuer Tripper Harrison.
Der internationale Durchbruch gelang Bill Murray allerdings erst 1981 mit der Komödie "Ich glaub’, mich knutscht ein Elch!". Darin verkörpert er Jon Winger, der nach einigen Katastrophen in seinem Leben beschließt, zur Armee zu gehen.
Drei Jahre später kam die Rolle seines Lebens: In "Ghostbusters – Die Geisterjäger" spielen Bill Murray, Dan Aykroyd (m.) und Harold Ramis drei Parapsychologen, die zusammen eine Geisterjägeragentur gründen. Der Film zählt bis heute zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten und hat längst Kultstatus erreicht.
Der Film war so erfolgreich, dass natürlich ein zweiter Teil nicht fehlen durfte. "Ghostbusters II" kam 1989 in die Kinos. Erneut schlüpfen die drei in ihre Paraderollen. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von 215,5 Millionen US-Dollar war auch die Fortsetzung ein voller Erfolg.
Bill Murray schwebte nach "Ghostbusters – Die Geisterjäger" auf einer Erfolgswelle. In "Tootsie" (1982) stand er neben Dustin Hoffman (Foto) vor der Kamera, der sich im Film als Frau verkleidet, um eine Rolle in einer Seifenoper zu ergattern. Der Streifen war für zehn Oscars nominiert.
Dass Bill Murray offenbar etwas für Weihnachten übrig hat, bewies er im Jahr 1988. Die Komödie "Die Geister, die ich rief ..." ist an Charles Dickens "Eine Weihnachtsgeschichte" angelehnt und handelt vom gefühlskalten Fernsehchef Frank Cross, den drei Geister heimsuchen. Bis heute ist der Film ein Klassiker in der Vorweihnachtszeit.
Legendär geht es auch weiter: 1993 spielte Murray in "Und täglich grüßt das Murmeltier" einen Reporter, der einen Tag immer wieder von vorne erlebt. Sein resignierter Gesichtsausdruck ist bis heute unvergessen. Auch an den Kinokassen schlug die Komödie ein wie eine Bombe.
Danach wurde es etwas ruhiger um Bill Murray, bis ihm 1999 mit der Komödie "Rushmore" ein Comeback gelang. Es war seine erste Zusammenarbeit mit Regisseur Wes Anderson. Für seine Rolle bekam der Schauspieler insgesamt sieben Preise – darunter eine Auszeichnung der Los Angeles Film Critics Association.
Wes Anderson besetzte Murray erneut in "Die Tiefseetaucher" (2004, Foto) mit der Hauptrolle. Es handelt sich dabei um eine Hommage an den Meeresforscher Jaques Cousteau. Auch in Andersons wundervoll verspieltem Meisterwerk "Grand Budapest Hotel" (2014) ist der Schauspieler zu sehen.
Einen Höhepunkt seiner Karriere markierte "Lost in Translation" von Sofia Coppola aus dem Jahr 2003. Seine Darstellung des alternden, depressiven Filmstars war so überzeugend, dass Murray für einen Oscar nominiert und mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde.
2005 wurde ihm von Jim Jarmusch eine Hauptrolle auf den Leib geschrieben. In "Broken Flowers" mimt Murray einen eingefleischten Junggesellen, der durch die Vereinigen Staaten reist und die Mutter seines angeblichen Sohnes sucht. Sowohl Kritiker als auch Zuschauer konnte er mit der ernsten Rolle überzeugen.
2009 wagte sich Murray an ein neues Genre: Er stand unter anderem neben Emma Stone und Jesse Eisenberg in der Zombie-Komödie "Zombieland" vor der Kamera. Darin spielte er einen ganz besonderen Charakter - nämlich sich selbst. 2019 folgte mit "Zombieland: Doppelt hält besser" (Foto) die Fortsetzung.
Bill Murray spielt nicht nur exzentrische Charaktere in Filmen, sondern hat auch im Privatleben besondere Angewohnheiten. So hat er zum Beispiel keinen Agenten oder Manager. Er reist komplett alleine und hat keinen Friseur oder Make-up-Artist. Wer ihn erreichten möchte, muss eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen.
Über die Jahre sorgte Bill Murray nicht nur mit seinen Rollen für Schlagzeilen. Der Schauspieler ist auch für seine schrägen Auftritte bekannt. So überraschte er 2016 Journalisten im Pressesaal des Weißen Hauses. In voller Montur seines Lieblingsbaseball-Teams Chicago Clubs wollte er über die Gewinnchancen bei der Meisterschaft diskutieren.
Mit seinen Fans hat der heute 70-Jährige ein enges Verhältnis. So sprengte er 2014 im US-Bundestaat South Carolina einen Junggesellenabschied und gab den jungen Männern Lebensweisheiten mit auf den Weg. Doch das war nicht die einzige Aktion…
Anlässlich seiner Verlobung wollte sich ein Liebespaar von Fotograf Raheel Gauba ablichten lassen. Plötzlich tauchte Murray auf und fing an, hinter dem Rücken des Fotografen Späße zu machen. "Er hat sein Hemd hochgezogen und zeigt stolz seinen Bauch, auf den er ziemlich laut schlägt, um dadurch das Paar zum Lachen zu bringen", schrieb Gauba auf seiner Homepage.