Der tschechische Filmregisseur Jiri Menzel ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren, wie seine Frau Olga Menzelova am Sonntag auf Facebook mitteilte. Ihr "lieber" Jiri, "der Mutigste der Mutigen", habe die "irdische Welt" am Samstagabend im Beisein seiner Familie verlassen.

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Der tschechische Filmregisseur und Oscar-Preisträger Jiri Menzel ist tot. Er starb am Samstagabend nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Prag im Kreis seiner Familie, wie seine Frau Olga am Sonntag auf Facebook bekanntgab. Menzels langjährige Assistentin Mila Rihova bestätigte dies der Agentur CTK. Für seine Komödie "Liebe nach Fahrplan" hatte er im Jahr 1968 den Oscar für den besten ausländischen Film entgegengenommen.

Menzel galt als Vorreiter der tschechoslowakischen Neuen Welle der 1960er Jahre, die von einer großen Experimentierfreudigkeit gekennzeichnet war. Mit dem Einmarsch der Sowjettruppen in die CSSR im August 1968 nahm diese Zeit der künstlerischen Freiheit für Filmemacher ein jähes Ende.

Sohn eines Kinderbuchautors

Menzel, bekannt für seinen hintersinnigen Humor, verfilmte zahlreiche literarische Stoffe des Schriftstellers Bohumil Hrabal (1914-1997), darunter "Ich habe den englischen König bedient" aus dem Jahr 2006 mit der Deutschen Julia Jentsch und Oldrich Kaiser in den Hauptrollen. Geboren worden war er am 23. Februar 1938 in Prag als Sohn eines Kinderbuchautors.

Seit einer schweren Erkrankung im Jahr 2017 war Menzel praktisch nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen. Er hinterlässt seine Frau Olga und zwei junge Töchter. Zu seinen Schülern an der Prager Filmhochschule FAMU zählte unter anderen der Bosnier Emir Kusturica. (dpa/afp/mf)  © dpa

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