Mit ihrer gefeierten Vater-Tochter-Geschichte "Toni Erdmann" geht Regisseurin Maren Ade für Deutschland ins Rennen um den Golden Globe.

Die Tragikkomödie um eine ehrgeizige Unternehmensberaterin (Sandra Hüller) und ihren Alt-68er-Vater (Peter Simonischek) wurde am Montag in Los Angeles für den Preis als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert. In der Kategorie treten unter anderem auch die Auslands-Filme "Elle" (Frankreich), "Neruda" (Chile) und "The Salesman" (Iran) an.

Die nostalgische Musical-Romanze "La La Land" mit Ryan Gosling und Emma Stone als verliebtes Paar in Los Angeles liegt mit insgesamt sieben Nominierungen in Führung. Die Geschichte von Jazz-Enthusiast Sebastian und der jungen Schauspielerin Mia holte unter anderem Nominierungen als beste Komödie/bester Musical-Film, beste Regie sowie Nominierungen für die beiden Hauptdarsteller Gosling und Stone.

Trailer: "La La Land"

"La La Land" mit Ryan Gosling und Emma Stone läuft ab dem 12. Januar in den Kinos.

Mit sechs Nominierungen geht das Independent-Drama "Moonlight" ins Rennen, das in drei Kapiteln das Erwachsenwerden eines jungen schwulen Afroamerikaners in Florida schildert. Das Team um den schwarzen Regisseur Barry Jenkins kann unter anderem auf den Preis als bestes Filmdrama und für die beste Regie hoffen. Das Familiendrama "Manchester by the Sea" holte fünf Nominierungen.

Letzter deutscher Gewinner war Hanekes "Das weiße Band"

Der letzte deutsche Film, der den Golden Globe als bester Auslandsfilm nach Deutschland holte, war 2010 das Schwarz-Weiß-Drama "Das weiße Band" von Michael Haneke. "Toni Erdmann" ist diesmal auch der deutsche Oscar-Kandidat. Auch der aus Frankfurt stammende Star-Komponist Hans Zimmer könnte mit seiner Filmmusik für das Drama "Hidden Figures" eine weitere Golden-Globe-Trophäe gewinnen.

Sicherer Star der Verleihung am 8. Januar in Beverly Hills dürfte Meryl Streep sein: Die dreifache Oscar- und achtfache Golden-Globe-Gewinnerin wurde für ihre Rolle als untalentierte Opernsängerin in "Florence Foster Jenkins" als beste Schauspielerin in einer Komödie nominiert und soll unabhängig davon auch den Cecil-B.-DeMille-Ehrenpreis für ihr Lebenswerk erhalten.

Clip aus "Florence Foster Jenkins"

"Florence Foster Jenkins" mit Meryl Streep, Hugh Grant und Simon Helberg läuft ab dem 24. November in den Kinos.

Unter den männlichen Schauspielern haben etwa Ryan Gosling ("La La Land"), Colin Farrell ("The Lobster"), Ryan Reynolds ("Deadpool"), Denzel Washington ("Fences") und Casey Affleck ("Manchester by the Sea") Chancen.

Schauspieler und Filmemacher regierten begeistert. "Ich kann immer noch nicht atmen. Jenseits von geehrt, dankbar und stolz. Das kann nicht wahr sein", schrieb Lily Collins am Montag auf Instagram. Die 27-Jährige ist für ihre Rolle in "Rules Don’t Apply" als beste Schauspielerin in einer Komödie nominiert. "Danke, Golden Globes!", twitterte Ryan Reynolds. Die Nominierung sei "das Sahnehäubchen" nach der wunderbaren Zusammenarbeit ihres Teams im Film "Jackie", sagte Natalie Portman dem "Hollywood Reporter" zufolge. Portman ist mit dem Film als beste Schauspielerin in einem Drama nominiert.  © dpa