Zuerst das Positive: Auch der dritte Teil von "Fack ju Göhte" ist dank des derben Humors wieder höchst unterhaltsam. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der #FinalFack inhaltlich ebenso wie sein Vorgänger nur ein müder Aufguss des Originals ist.

In Teil drei der Erfolgsreihe "Fack ju Göhte" geht es zurück zu den Wurzeln, an die Goethe-Gesamtschule: Die muss gerettet werden, denn als das Bildungsministerium von den katastrophalen Zuständen erfährt, droht es Gudrun Gerster (Katja Riemann) mit der Schließung, sollte sie sämtliche Auflagen nicht innerhalb eines Monats erfüllen.

Nebenbei wollen Chantal (Jella Haase), Danger (Max von der Groeben) und Co. das Abitur schaffen und Zeki Müller (Elyas M’Barek) muss einmal mehr beweisen, dass er das Zeug zum Lehrer hat.

Viele Witze, kein roter Faden

Das alles zusammen führt zu einer Reihe von chaotischen Nebenhandlungen - und obwohl viele aneinandergereihte Witze für gute Unterhaltung sorgen, fehlt der rote Faden. Die Geschichte des dritten Teils fügt nur wenig Neues zu den vorigen Filmen hinzu.

Erneut sorgt die Schulclique für einen Haufen Ärger für Lehrer Zeki, um sich am Ende doch eines Besseren zu besinnen. Erneut geht es um die schwierige Situation von Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten.

Erneut geht es darum, wie Zeki mit dem Lehrerdasein hadert und über seinen weiteren Werdegang grübelt.

Zwar will der Film auf ernste Probleme aufmerksam machen; diese werden aber nur angeschnitten und mit sehr geringem Tiefgang erzählt.

Zu klischeehaft und schnell findet etwa nach schwerem Mobbing eine Versöhnung in der Sporthalle statt. Auf einen Suizidversuch wird nach der Verhinderung auch nicht groß weiter eingegangen.

Was gibt's Neues?

Die verklemmte Elisabeth Schnabelstedt (Karoline Herfurth), die in diesem Teil nicht mehr mitspielt, wird ersetzt durch ihre kleine Schwester Laura (Anna Lena Klenke).

Da sie nicht mit ihrer großen Schwester nach England gehen will, bleibt sie bei Zeki im Haus und organisiert dort eifrig seine Termine.

Auch Volker Bruch (der Ex-Freund von Elisabeth im zweiten Teil) ist dieses Mal nicht mehr dabei.

Dafür bekommen wir tiefere Einblicke in Chantals Zuhause und lernen ihre "charmante" Mutter kennen. Die will nämlich ganz und gar nicht einsehen, warum ihr Kind überhaupt noch in die Schule gehen soll und untermauert ihre Meinung mit Gläsern, die sie in Richtung Zeki wirft.

Neu dabei ist Sandra Hüller, die als Lehrerin Biggi Enzberger frischen Wind in die Goethe-Gesamtschule bringt und auch Chantals Mutter mal ordentlich einheizt.

Fazit

Das ist alles nett und lustig, und auch im #FinalFack gibt es wieder berührende Momente und viele komische und skurrile Szenen - aber insgesamt kommt auch Teil drei nicht an den frischen Humor des ersten "Fack ju Göhte"-Films heran.

Die Geschichte hinter den Witzen und die Originalität, die besonders im ersten Teil so viele Kinobesucher überzeugten, fehlen hier. Und auch die Balance zwischen ernsten Themen und leichter Unterhaltung will nicht so recht gelingen.

Zu zerfasert ist die Handlung, zu verwirrend und oberflächlich sind die Nebenschauplätze: Viele kleine Geschichten und Witze werden aneinandergehängt - aber am Ende kommt leider kein großes Ganzes raus.

"Fack ju Göhte 3" startet am 26. Oktober in den Kinos.

"Fack ju Göhte 3" - Trailer

© YouTube