Die intergalaktische Jagdsaison ist eröffnet. Mit "Predator Upgrade" dürfen die Predators zum sechsten Mal auf der großen Leinwand morden. Ob der Film die Reihe nach acht Jahren Kino-Abstinenz neu beleben kann oder ob statt eines Action-Spektakels ein Debakel auf den Zuschauer wartet, erfahren Sie in unserer Kritik.

Sebastian Henke
Eine Kritik
von Sebastian Henke, Team News

Mehr Kino-News finden Sie hier

Ganze acht Jahre ist es her, dass die Predators im Kino Jagd auf ihre Lieblingsbeute machen durften: den Menschen. Mit "Predator Upgrade" bringt Regisseur Shane Black die "Sportfreunde Killer" aus dem Weltall nun wieder zurück auf die große Leinwand.

Der Film, der im englischen Original schlicht "The Predator" heißt, versteht sich dabei als Reboot der Reihe. In der Theorie scheint Black für dieses Vorhaben genau der richtige Mann zu sein. Immerhin spielte er im Original von 1987 selbst mit und sollte wissen, was die Faszination rund um die mordenden Aliens mit Rastas ausmacht. Die Realität sieht leider anders aus.

Um was geht's in "Predator Upgrade"?

Alles beginnt, als einer der Killer-Aliens mit seinem Raumschiff im mexikanischen Dschungel abstürzt. Die Bruchlandung wird von dem Scharfschützen Quinn McKenna (Boyd Holbrook) und seinem Team beobachtet. Weil McKenna befürchtet, dass die Regierung den Vorfall vertuschen und ihn mundtot machen will, packt er ein paar Ausrüstungsgegenstände des Predators als Beweisstücke ein.

Nachdem deren Besitzer alle Beteiligten bis auf McKenna noch an Ort und Stelle fachgerecht filetiert hat, verschickt der Überlebende das Beweismaterial per Post, woraufhin er – Sie ahnen es – mundtot gemacht wird.

Denn die US-Regierung weiß bereits seit Längerem, dass die Predators immer häufiger zur Jagd auf die Erde kommen. Um die Aliens zu erforschen, hat sie das geheime Projekt "Stargazer" ins Leben gerufen.

Dessen Leiter (Stelring K. Brown) holt Evolutionsbiologin Dr. Casey Bracke (Olivia Munn) mit ins Boot. Sie soll dabei helfen, den jüngst abgestürzten und mittlerweile gefangenen Predator zu untersuchen.

Völlig überraschend (*hüstel*) befreit sich der außerirdische Hobby-Meuchler und wütet erst mal in der Forschungseinrichtung.

Währenddessen wird McKenna als verrückt abgestempelt und vom Militär zu einer Gruppe von fünf Irren gesteckt (unter anderem mit dabei: Alfie Allen aus "Game of Thrones). Als der Predator schließlich ausbricht, flüchtet die Truppe und sammelt unterwegs noch Dr. Bracke ein.

Logik-Lücken und Action-Mittelmaß

Damit beginnt die eigentliche Haupthandlung von "Predator Upgrade". Wie so oft, wenn man etwas mit der Post verschickt, sind die Jagdutensilien des abgestürzten Predators nicht dort angekommen, wo sie eigentlich hin sollten.

Stattdessen landen sie bei McKennas Ex-Frau (Yvonne Strahovski) und seinem autistischen Sohn Rory (Jacob Tremblay). Letzterer hält die todbringende Ausrüstung für eine Art Xbox und fängt an, damit zu spielen.

Dadurch gerät er ins Visier des ausgebüchsten Predators sowie der "Stargazer"-Organisation. Dazu kommt noch eine weitere Bedrohung, die wir hier aus Spoiler-Gründen nicht verraten wollen. Als McKenna davon Wind bekommt, macht er sich mit den fünf Verrückten und Bracke auf den Weg, um seinen Sohn zu retten.

Liest sich wie eine wild zusammengebastelte Action-Story Marke "Reißbrett"? Stimmt. Zwar gibt es noch einige Wendungen und Entwicklungen, die retten das klapprige Gestell der Geschichte aber auch nicht.

Die Logik der Story ist löchriger als manch ein Predator-Opfer. Auch an ausreichenden Erklärungen fehlt es in dem wirren Handlungsstrudel.

So fragt man sich beispielsweise als Zuschauer den gesamten Film über, warum der Predator eigentlich so energisch seiner Ausrüstung nachjagt. Ausreichend Mord-Werkzeuge seiner Artgenossen hätte er auch einfach aus dem Labor mitnehmen können. Ein Grund dafür wird zwar geliefert, allerdings erst wenige Sekunden vor dem Abspann.

Alles in allem hetzt der Film vorwärts, lässt den Zuschauer oft verwirrt zurück und geht mit Lichtgeschwindigkeit von einer zur nächsten Baller-Sequenz über.

Aber auch da ist der Film nur bedingt ein "Upgrade". Die Action-Szenen folgen zwar wie im Stakkato aufeinander, sind aber nicht wirklich gut gemacht. So sieht man beispielsweise kaum etwas, weil alles größtenteils nachts stattfindet.

Früher war alles besser

Und selbst die Predators sind nicht mehr das, was sie mal waren. Ursprünglich als perfekte Jäger konzipiert, die hinterlistig und schlau agieren, um ihre Beute zu erlegen, mutieren die Aliens im neuen Film zu hirnlosen Killermaschinen, die durch jeden Kugelhagel laufen wie Kinder durch einen Rasensprenger.

Auch die bunte Truppe um McKenna steht im krassen Gegensatz zu Arnies schweigsamer Profisöldnereinheit aus dem ersten "Predator"-Film. Es hagelt regelrecht blöde Sprüche, One-Liner und Witze.

Das lockert das testosterongeladene Filmszenario zwar ein wenig auf und versprüht immer mal wieder etwas B-Movie-Charme. Nur leider zündet ein Großteil der Witze nicht. Stattdessen sind sie, wie viele der Dialoge im Film, einfach plump und zum Fremdschämen schlecht.

Fazit: Gerade was die Geschichte angeht, ist "Predator Upgrade" völlig unausgegoren. Würde dafür die Action stimmen, würde das nicht so sehr ins Gewicht fallen. Aber auch hier ist der Film höchstens Mittelmaß.

"Predator Upgrade" mit Boyd Holbrook, Olivia Munn, Keegan-Michael Key, Sterling K. Brown und vielen mehr startet am 13. September in den Kinos. Freigegeben ab 16 Jahren. Laufzeit 107 Minuten (in 3D).
Bildergalerie starten

Diese Hollywood-Stars haben Mega-Rollen abgelehnt

Figuren wie Aragorn oder Forrest Gump sind aus der Filmgeschichte nicht mehr wegzudenken. Dabei hätten ganz andere Schauspieler in die berühmten Rollen schlüpfen sollen.
Teaserbild: © 20th Century Fox