Mit Harvey Weinstein hat der Missbrauchsskandal in Hollywood seinen Anfang genommen. Mittlerweile steht der Filmproduzent vor Gericht: Ihm werden sexuelle Übergriffe auf mehrere Frauen vorgeworfen. Seine Verteidigung greift deshalb nach jedem Strohhalm und zitierte Meryl Streep zugunsten Weinsteins. Die dreifache Oscarpreisträgerin selbst ist darüber allerdings gar nicht glücklich.

Meryl Streep setzte sich energisch gegen die Nennung ihres Namens zur Verteidigung von Harvey Weinstein zur Wehr. "Die Nutzung meines (wahren) Statements – dass er in unserer Geschäftsbeziehung nicht sexuell übergriffig oder physisch missbrauchend war – durch Harvey Weinsteins Anwälte als Beweis dafür, dass er nicht missbrauchend gegenüber vielen anderen Frauen war, ist erbärmlich und ausbeuterisch", hielt die Hollywood-Ikone in einem offiziellen Kommentar laut "People" fest.

Harvey Weinstein nennt glorreiche Ausnahmen

Harvey Weinstein und seine Verteidigung hatten Meryl Streep und einige andere Stars vor Gericht als Beispiele dafür aufgeführt, dass nicht alle Schauspielerinnen, mit denen Weinstein arbeitete, von ihm bedrängt wurden.

Neben Streep nannte Weinstein auch die Namen von Gwyneth Paltrow und Jennifer Lawrence. Mit dieser Aufzählung von Frauen, die mit Weinstein gearbeitet hatten, reagierten die Anwälte auf eine Sammelklage, die jüngst von sechs Schauspielerinnen eingereicht worden war.

Die Klägerinnen werfen dem einstigen Produzenten vor, seine Machtposition ausgenutzt zu haben, um Frauen schikanieren zu können und sein Fehlverhalten anschließend zu vertuschen.

Meryl Streep hofft auf gerechte Strafe

Seit im Oktober 2017 die ersten Vorwürfe gegen Harvey Weinstein laut wurden, sind über 60 Frauen an die Öffentlichkeit getreten, um dem einstigen Hollywood-Mogul sexuelle Übergriffe vorzuwerfen.

Taten, von denen sich Meryl Streep ganz klar distanziert und die die Schauspielerin verurteilt. Für diese sei schließlich ganz allein Weinstein verantwortlich, betonte Streep in ihrem Statement.

"Und wenn es noch irgendwelche Gerechtigkeit in diesem System gibt, dann wird er für sie bezahlen – ungeachtet dessen, wie viele gute Filme, gemacht von guten Menschen, Harvey sich glücklich schätzen darf, gekauft oder finanziert zu haben."  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet