Einst eher nebenbei bei einem Abendessen entstanden - heute die wichtigste Preisverleihung der Welt. Die Geschichte der Oscars - oder "Academy Award of Merit" - von den Anfängen bis heute im Überblick.

Die 1920er-Jahre waren für die amerikanische Filmindustrie eine herausfordernde Zeit. Die Ära des Stummfilms ging zu Ende, das Radio fesselte die Leute zu Hause vor den Empfängern. Auch die Bildung eigener Gewerkschaften für Filmschaffende führte durch Lohnerhöhungen zu Einbußen bei den Filmstudios. Die staatliche Zensur bereitete der Branche weitere Probleme.

Die Einführung des Tonfilms 1927 sollte eine Wende markieren, die Louis B. Mayer, der Geschäftsführer des Hollywood-Studios MGM, Metro Goldwyn Mayer, für sich zu nutzen wusste.

1927: Die Geburt des Oscars bei einem Abendessen

Das Ambassador Hotel in Los Angeles gilt als Geburtsort der Oscarverleihung. Louis B. Mayer, Chef der Metro Goldwyn Mayer Corp., arrangierte am 11. Januar 1927 ein Abendessen, bei dem er die Idee zur "Academy of Motion Picture Arts & Science" vorstellte.

Unter den Gründungsmitgliedern waren unter anderem die Warner Brothers sowie die Schauspieler und Produzenten Douglas Fairbanks und Mary Pickford.

Die Akademie stellte erste Statuten auf, in denen sie festlegte, welche Aufgaben die Akademie übernimmt. Mehr als 200 weitere Mitglieder wurden angeworben.

1929: Die erste Verleihung

Zum ersten Mal wurden die Academy Awards of Merit am 16. Mai 1929 im Hollywood Roosevelt Hotel in Los Angeles verliehen. Die Gewinner wurden allerdings bereits eine Woche vorher bekanntgegeben, die Veranstaltung selbst stieß auch nur auf wenig Interesse. Im darauffolgenden Jahr wurde die Preisvergabe öffentlichkeitswirksam im Radio übertragen.

1934: Die Entstehung des Namens "Oscar"

Woher der Spitzname tatsächlich stammt, ist nicht völlig geklärt. Jedoch bedankte sich Walt Disney in einer Dankesrede 1934 für seinen "Oscar". Dieser Name für die Trophäe blieb erhalten.

News und Informationen rund um die Oscar-Verleihung

1941: Die Gewinner bleiben geheim

Um das Interesse der Öffentlichkeit an der Preisverleihung weiter zu steigern, wurde dazu übergegangen, die Gewinner bis zur Preisverleihung nicht mehr zu verkünden. Stattdessen wurden die Namen in versiegelten Umschlägen aufbewahrt und erst bei der Verleihung preisgegeben.

Die Gewinner sind auch heute noch bis zur Bekanntgabe nur den beauftragten Notaren der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers bekannt.

1953: Erste Übertragung der Oscars im Fernsehen

Seit 1930 wurden die Oscars lediglich im Radio übertragen. Um ein breiteres Publikum und das steigende Interesse zu bedienen, entschloss sich die Academy Mitte der 1950er, die Verleihung erstmals als TV-Event anzubieten. Heute wird der Abend live in zahlreichen Ländern weltweit ausgestrahlt, bis zu 800 Millionen Zuschauer verfolgen die Sendung.

1994: Die erste Gastgeberin

Whoopi Goldberg führte Mitte der 1990er als erste Frau in der Geschichte der Oscar-Verleihung alleine durch den Abend. Danach moderierte die Schauspielerin die Show noch 1996, 1999 und 2002.

2016: Diskussionen um Rassismus bei den Oscars

Nach Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen 2016 kritisierten Jada Pinkett Smith und der Ehrenpreisträger Idris Elba die Academy für die Nominierung ausschließlich weißer Darsteller. Der Vorstand der Akademie kündigte aufgrund des steigenden öffentlichen Drucks neue Regelungen an: Bis 2020 soll sich die Zahl der Frauen und der Angehörigen ethnischer Minderheiten unter den Nominierten verdoppeln.