Er hat lange gekämpft, gezweifelt, vielleicht auch schon resigniert - und jetzt ist es doch noch so weit: Leonardo DiCaprio hat endlich seinen Oscar als bester Hauptdarsteller. Den hat er sich mit "The Revenant - der Rückkehrer" aber auch hart erarbeitet.

Mit der sechsten Nominierung hat es endlich geklappt: Leonardo DiCaprio hat seinen Oscar. Für "The Revenant - der Rückkehrer" wurde Leo als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Bester Film wurde aber ein anderer: Das Missbrauchsdrama "Spotlight" von Tom McCarthy ist mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet worden.

"Spotlight" erzählt die wahre Geschichte, wie Journalisten der US-Zeitung "The Boston Globe" im Jahr 2002 einen immensen Missbrauchsskandal der katholischen Kirche aufdeckten. Das Werk gewann auch den Oscar für das beste Originaldrehbuch.

Leonardo DiCaprio ging immer leer aus

Für "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa", "The Aviator", "Blood Diamond" und "The Wolf of Wall Street" war DiCaprio bereits viermal als Schauspieler nominiert, für letzteren Film auch als Produzent für den besten Film - und jedes Mal musste er mit leeren Händen nach Hause gehen. Tommy Lee Jones, Jamie Foxx, Forest Whitaker und Matthew McConaughey wurden jeweils als preiswürdiger angesehen.

Mit "The Revenant" endet diese Pechsträhne jetzt also. Und dieses Jahr hat sich Leonardo DiCaprio seinen Oscar auch redlich verdient. Er musste für die Rolle des Hugh Glass durch eiskaltes Wasser waten, rohes Fleisch essen und sich einen Bart wachsen lassen, der seinesgleichen sucht.

Genau das liebt die Academy: Schauspieler, die für ihre Rollen durch die Hölle gehen. Sei es Matthew McConaughey, der sich für "Dallas Buyers Club" 25 Kilogramm runterhungerte, Robert de Niro, der für "Wie ein wilder Stier" 30 Kilo zunahm oder Charlize Theron, die sich für "Monster" in eine unansehnliche, übergewichtige Serienmörderin verwandelte.

Leonardo DiCaprio: alles für einen Oscar

Zuletzt wirkte Leo ziemlich verbissen darin, zu betonen, ein Oscar wäre ihm nicht so wichtig. Er wolle gute Filme drehen und die Auszeichnungen wären nur eine Begleiterscheinung - abgenommen hat ihm das niemand mehr. Zu zahlreich waren die Stimmen, dass er endlich an der Reihe wäre, zu bemüht die Auswahl seiner Rollen in Hinsicht auf ihr Oscar-Potential.

Dass es dieses Jahr geklappt hat, ist auch das Ergebnis einer gewaltigen Marketing-Kampagne. Noch vor den ersten Pressevorführungen wurden Geschichten in Fachmagazinen platziert, dass Leo in "The Revenant" absolut oscarwürdig sei. Als der Film dann mit sehr guten Kritiken in den Kinos startete, bewarb der Verleih nicht den Film selbst, sondern vor allem DiCaprio als Oscarkandidaten.

Rund 20 Millionen Dollar hat der Verleih in Oscar-Werbung für DiCaprio investiert - mehr als der Konkurrenzfilm "Room" insgesamt gekostet hat. So ein Oscar kann also nicht nur eine langwierige, sondern auch sehr teure Sache sein.

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