Scharfer Protest gegen #OscarsSoWhite: Oscars-Moderator Chris Rock rechnet gleich in seiner Eröffnungsrede scharf mit den Academy Awards ab. Er bezeichnete sie als die "Preise der Weißen".

Der schwarze Moderator Chris Rock hat die Oscars mit scharfen Spitzen eröffnet. Die Awards seien auch als die "Preise der Weißen" bekannt, sagte der 51-Jährige - gekleidet in einem weißen Anzug.

Die Show war im Vorfeld heftig kritisiert worden, weil in den wichtigsten Kategorien keine Afroamerikaner nominiert sind. Im Internet lief die Debatte unter dem Hashtag #OscarsSoWhite.


"Warum protestieren wir aber? Warum bei diesen Oscars?" Immerhin sei es schon die 88. Verleihung. Diese ganze "keine Schwarzen"-Sache habe es schon mehr als 70 Mal gegeben. "Da gab es aber keine Proteste", sagte Rock mit Verweis auf die 50er- und 60er-Jahre.

Chris Rock überlegte Oscar-Moderation abzusagen

DiCaprio für "The Revenant" ausgezeichnet - bester Film wird aber ein anderer.

"Wir waren damit beschäftigt, vergewaltigt und gelyncht zu werden. Wenn deine Großmutter an einem Baum hängt", dann sei einem egal, was die beste Dokumentation sei.

Ihm sei mehrfach gesagt worden, er solle die Moderation absagen. Darüber habe er lange nachgedacht. "Aber dann habe ich mir gesagt: Sie werden die Oscars eh abhalten."

Schwarze Schauspieler sollten die gleichen Chancen bekommen wie alle anderen, sagte Rock. "Nicht nur einmal" im Leben - sondern wie Leonardo DiCaprio, der jedes Jahr seine Chance bekäme.

Rock kündigte - satirisch - auch eine Neuerung der diesjährigen Oscars an: In dem Nachruf-Beitrag über die Gestorbenen des vergangenen Jahres würden nur Schwarze vorkommen. "Es wird darin nur schwarze Menschen geben - die von Polizisten auf dem Weg ins Kino erschossen wurden."

Lady Gaga gibt politisches Statement ab

Auch Lady Gaga nutzte die Oscars dazu, auf das Problem sexueller Gewalt gegen junge Frauen aufmerksam zu machen. Eine von fünf werde am College vergewaltigt, sagte die 29-Jährige. Sie selbst sei damals Opfer gewesen. (dpa/am)