Die Oscars 2016 stehen vor der Tür: Am 28. Februar werden zum 88. Mal die Academy Awards in Los Angeles verliehen. Aber seit wann gibt es den Preis eigentlich? Und warum heißt er eigentlich Oscar? Bei uns können Sie Ihr Wissen rund um den begehrtesten Filmpreis der Welt auffrischen.

Was sind die Oscars?

Der offizielle Name des begehrtesten Filmpreises der Welt lautet Academy Award of Merit, was auf deutsch in etwa so viel heißt wie "Verdienstpreis der Akademie". Den meisten dürfte der Spitzname "Oscars" jedoch geläufiger sein.

Mit dem Preis werden jährlich in einer großen Zeremonie, welche von Millionen Menschen weltweit im Fernsehen verfolgt wird, Filme und Filmschaffende ausgezeichnet.

Wie lange gibt es die Academy Awards schon?

Die Oscars fanden erstmals im Jahr 1929 statt und wurde vom damaligen Präsidenten der MGM Studios, Louis B. Mayer, ins Leben gerufen.

Ziel war es, die damals schrumpfende Filmindustrie mit einer Akademie zu fördern, welche die Interessen der Filmschaffenden vertreten sollte.

Um das öffentliche Interesse an den Preisen zu steigern, wurde 1941 beschlossen, die Gewinner nicht mehr vorab sondern während der Preisverleihung zu verkünden.

Warum heißt der Preis "Oscar"?

Um den Spitznamen des Academy Awards gibt es ein Mysterium. Niemand weiß genau, warum die Statue Oscar genannt wird.

So soll angeblich die ehemalige Vorstandssekretärin der Akademie beim Anblick der Statue gesagt haben "Der sieht ja auch wie mein Onkel Oscar!".

Andere Theorien besagen, dass Bette Davis immer wieder die Ähnlichkeit zu ihrem ersten Ehemann Harmon "Oscar" Nelson betonte oder Walt Disney den Namen falsch verstanden haben soll und sich 1932 - fälschlicherweise - für einen "Oscar" bedankt haben soll.

Wie schwer ist der Oscar und was ist er wert?

Der sogenannte Goldjunge ist nicht nur symbolisch ein Schwergewicht: Die Trophäe wiegt 3,856 Kilogramm und ist 34,29 Zentimeter groß.

Das massive Innere des Oscars besteht aus einer Mischung aus Nickel, Kupfer und Silber, das mit 24-karätigem Gold überzogen ist.

Der Materialwert des Preises beträgt rund 300 US-Dollar.

Wie läuft die Preisverleihung ab und wer moderiert sie?

Etwa fünf Wochen vor der Oscarverleihung werden offiziell die Nominierungen in den einzelnen Kategorien bekanntgegeben. In diesem Jahr ist der 14. Januar 2016 der Stichtag.

Die Preisverleihung selbst dauert mehrere Stunden. Prominenten Laudatoren öffnen währenddessen auf der Bühne versiegelte Umschläge, in denen die Gewinner der einzelnen Kategorien notiert sind. Wer gewinnt, weiß im Vorfeld niemand.

Die Moderation übernimmt 2016 der US-Komiker Chris Rock, vergangenes Jahr führte Schauspieler Neil Patrick Harris durch die Veranstaltung. Das Programm wird durch Auftritte renommierter Musiker begleitet.

Wie viele und welche Kategorien gibt es bei den Oscars?

Der Academy Award wird jährlich in 23 Kategorien verliehen:

  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bester Hauptdarsteller
  • Beste Hauptdarstellerin
  • Bester Nebendarsteller
  • Bestes Originaldrehbuch
  • Bestes adaptiertes Drehbuch
  • Beste Kamera
  • Bestes Szenenbild
  • Bestes Kostümdesign
  • Bester Schnitt
  • Bester Tonschnitt
  • Bester Ton
  • Beste visuelle Effekte
  • Bestes Make-Up
  • Bester Song
  • Beste Filmmusik
  • Bester animierter Kurzfilm
  • Bester animierter Spielfilm
  • Bester Kurzfilm
  • Bester Dokumentarfilm
  • Bester Dokumentar-Kurzfilm
  • Bester fremdsprachiger Film

Wie werden die Nominierten bestimmt?

Prinzipiell kann jeder Film, der zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember des vorangegangenen Jahres im Gebiet von L.A. in einem Kino läuft, eine Oscarnominierung bekommen. Voraussetzung ist, dass das Werk mindestens 40 Minuten lang ist.

In welcher Sprache der Film verfasst ist und aus welchem Land er stammt, ist dabei egal. Somit könnten auch Filme, die nicht aus den USA stammen, in allen Kategorien nominiert werden - nicht nur als Bester fremdsprachiger Film.

In der ersten Phase wählen die Mitglieder der Academy die zehn besten Filme des letzten Jahres. Des Weiteren schlägt jedes Mitglied fünf Filme oder Personen seiner Berufsgruppe für einen Oscar vor. Schauspieler wählen also Schauspieler und Regisseure wählen Regisseure etc. ...

Wie werden die Gewinner gewählt?

In der zweiten Phase sind alle Mitglieder der Akademie in allen Kategorien stimmberechtigt. Bevor sie ihre Stimme abgeben haben sie noch einmal die Möglichkeit, alle Filme kostenlos anzuschauen.

Ihre Wahl muss bis spätestens eine Woche vor der Oscarverleihung bei der Akademie eingegangen sein. Die eingesandten Stimmzettel werden schließlich von drei vereidigten Notaren ausgezählt.

Der Preis wird an den Nominierten verliehen, der die meisten Stimmen bekommt. Sollten zwei Nominierte die gleiche Anzahl an Stimmen erhalten, so wird der Preis an beide Werke oder Personen verliehen.

Welche besonderen Rekorde gibt es?

Neben den Rekorden für die meisten Darsteller-Oscars - die von Katherine Hepburn (vier Oscars) und Jack Nicholson, Daniel Day-Lewis und Walter Brennan (je drei Oscars) gehalten werden - gibt es eine ganze Reihe von Negativ-Rekorden.

Der Brite Peter O'Toole wurde insgesamt acht Mal für die Auszeichnung nominiert, gewann jedoch nur einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk. Die Filme "Die Farbe Lila" und "Am Wendepunkt" wurden elf Mal nominiert, ohne eine Auszeichnung zu gewinnen.

Das Land mit den meisten Nominierungen für den Besten fremdsprachigen Film ist Israel mit neun Nominierungen.

Welche besonderen Vorkommnisse gab es?

Durch die Größe und internationale Aufmerksamkeit der Academy Awards wird die Preisverleihung auch zur Plattform für politische Statements oder Aktionen.

Unvergessen ist beispielsweise, dass Marlon Brando 1973 die Indianerin Sacheen Littlefeather seinen Oscar für "Der Pate" entgegennehmen lies, um mit einer von ihr vorgetragenen Rede auf die Unterdrückung der Bürgerrechte der Indianer aufmerksam zu machen.

1986 verstarb die Schauspielerin Sarah Cunningham während der Preisverleihung an einem Asthma-Anfall in der Lobby.

Der Regisseur Michael Moore nutzte seine Dankesrede, um den damaligen US-Präsidenten George W. Bush für den Kriegseinsatz im Irak anzugreifen. Er rief dabei "Shame on you Mr. Bush!". Die Szene wurde nicht ausgestrahlt.