Zu viel Politik hat nach Meinung von US-Präsident Donald Trump zu der peinlichen Panne bei der Oscar-Show geführt. Inzwischen hat sich die Oscar-Academy offiziell für den Fehler bei der Verleihung des wichtigsten Filmpreises entschuldigt.

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"Ich denke, sie waren so stark auf die Politik fokussiert, dass sie am Ende nicht mehr die Kurve gekriegt haben. Es war ein bisschen traurig", sagte Donald Trump am Montag zu "Breitbart News". Das US-Portal ist eines der wichtigsten Sprachrohre der "Alt-Right"-Bewegung in den USA, die sich weit rechts der Republikaner positioniert hat.

Die Verkündung des falschen Siegers in der Kategorie für den besten Film am Ende der Verleihung habe den Glanz der Oscars geschmälert, fügte Trump hinzu.

Er sei selbst mal bei der Verleihung des wichtigsten Filmpreises dabei gewesen. Die Gala am Sonntag habe sich aber nicht glamourös angefühlt: "Etwas ganz Besonderes hat gefehlt, und dann so zu enden, war traurig."

Die Schauspieler Warren Beatty und Faye Dunaway hatten einen falschen Umschlag bekommen und deshalb fälschlicherweise zunächst das Musical "La La Land" als Gewinner verkündet. Wenig später wurde korrigiert: Der wichtigste Oscar ging an das Drama "Moonlight".

"Wir bedauern zutiefst die Fehler"

Die Oscar-Academy hat sich inzwischen offiziell für die Panne bei der Verleihung des wichtigsten Filmpreises entschuldigt. "Wir bedauern zutiefst die Fehler, die während der Oscar-Verleihung in der Kategorie Bester Film gestern Abend gemacht wurden", teilte die Academy in einer Stellungnahme am Montagabend (Ortszeit) mit. "Wir bitten die gesamten Besetzungen und Crews von "La La Land" und "Moonlight" um Verzeihung."

Die Entschuldigung gelte auch den Schauspielern Warren Beatty und Faye Dunaway, die den falschen Preisträger verkündet hatten, den Filmemachern und den TV-Zuschauern weltweit.

Das Wirtschaftsprüfunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC), das die Abstimmung über die Preise überwacht, übernahm die komplette Verantwortung für die Panne und sprach von menschlichem Versagen.

Die Academy vertraue PwC seit 83 Jahren die Auszählung der Wahl und die Übermittlung der Ergebnisse an, heißt es in der Stellungnahme der Academy. Man habe die Vorfälle untersucht und werde nun über angemessene Konsequenzen beraten. Die Integrität der Oscars müsse erhalten bleiben.

Iranischer Regisseur protestiert gegen Einreisestopp

Anders als erwartet war bei der Show heftige und explizite Kritik an Trump und dessen Politik ausgeblieben. Der vielleicht politischste Moment war die Verleihung des Auslands-Oscars an den Film "The Salesman" des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi, der aus Protest gegen Trumps Einreisestopp nicht nach Hollywood gekommen war.

"Wer die Welt in Kategorien von "Wir" und "unsere Feinde" einteilt, schafft Angst", hieß es in einer Erklärung, die Farhadi verlesen ließ. (dpa/am)