Regisseur Sönke Wortmann wird 60: Das sind seine größten Werke

Sönke Wortmann wollte nach dem Abitur eigentlich Fußballprofi werden – entschied sich dann aber doch für eine Karriere als Regisseur. Klassiker wie "Die Päpstin" und "Das Wunder von Bern" sind ihm zuzuschreiben. Am 25. August feiert Wortmann seinen 60. Geburtstag. Das sind seine bisher größten Werke. © spot on news

Mit "Allein unter Frauen" gibt Sönke Wortmann 1991 sein Kinofilm-Debüt. Es handelt sich dabei um eine Filmkomödie mit Thomas Heinze in der Hauptrolle. Er spielt darin den Macho Tom, der gefeuert wird und auf der Straße steht, als ihn seine Freundin vor die Tür setzt. Daraufhin lernt er Anette kennen, die ihm anbietet, in ihre Frauen-WG (Foto) zu ziehen. Ganze 1,5 Millionen Zuschauer lockt die Komödie in die deutschen Kinos und wird damit zu einem der zehn erfolgreichsten Filme des Jahres.
Der Film "Kleine Haie" macht die Schauspieler Jürgen Vogel (Foto, m.) und Armin Rohde 1992 zu Stars. Doch die Komödie gibt auch Sönke Wortmann einen Karriereschub. "Kleine Haie“ dreht sich um junge Männer, die nach München gehen, um dort die Aufnahmeprüfung an einer staatlichen Schauspielschule zu bestehen. In der Großstadt angekommen, stoßen sie auf einige Schwierigkeiten – was sie allerdings auch zusammenschweißt und so etwas wie eine Freundschaft entstehen lässt.
"Mr. Bluesman" (1993) ist Sönke Wortmanns erster Film mit internationaler Besetzung: Unter anderem konnten Lloyd Bridges und der Blues-Gitarrist B. B. King für den Roadmovie gewonnen werden. In dem Streifen geht es um den Musiker Spike (Thomas Heinze, l.), der Anhalterin Chloe (Deborah Falconer, r.) mit auf einen gefährlichen Roadtrip nimmt: Er wird wegen einer Verwechslung von einem Killer gejagt.
"Der bewegte Mann" macht Sönke Wortmann 1994 zum Star-Regisseur. In dem Film spielt Til Schweiger (Foto, r.) den notorischen Fremdgeher Axel, der von seiner Freundin Doro mit einer anderen Frau erwischt und vor die Tür gesetzt wird. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe, lernt er die homosexuellen Freunde Walter und Norbert (Foto, m. und l.) kennen. Beide finden am gut aussehenden Macho gefallen und bieten ihm an, vorübergehend bei ihnen zu wohnen. Mit über 6,5 Millionen Kinobesuchern ist "Der bewegte Mann" einer der erfolgreichsten deutschen Filme und wird im Kinojahr nur von den Produktionen "König der Löwen" und "Forrest Gump" übertrumpft.
Mit "Das Superweib" will Sönke Wortmann 1996 angeblich nur beweisen, dass "aus erfolgreichen Büchern auch erfolgreiche Filme gemacht werden können". Veronica Ferres (Foto) spielt darin Franziska, die bei einem Anwaltsbesuch versehentlich die Scheidung von ihrem Ehemann Will, einem vielbeschäftigten Regisseur, einleitet. Unter einem Pseudonym schreibt sie anschließend ein Buch, in der sie die Beziehung verarbeitet. Nachdem der Roman zu einem Bestseller wird, soll ausgerechnet ihr zukünftiger Ex-Mann die Verfilmung übernehmen. Über 2,3 Millionen Zuschauer lockt der Film damals in die Kinos.
Mit "St. Pauli Nacht" dreht Sönke Wortmann 1998 einen Episodenfilm über den vergangenen Tag verschiedener beteiligter Personen. Eine Perspektive ist die des Hamburger Kiezganoven Jonny (gespielt von Benno Fürmann, Foto), der seinen ersten Tag in Freiheit nach einem Gefängnisaufenthalt erlebt. Zudem wird die Geschichte eines Taxifahrers, einer transsexuellen Prostituierten und zweier Jugendlicher erzählt. Auch wenn der Film gute Kritiken erhält, kann er bei den Kinogängern nicht gänzlich überzeugen. Nach kurzer Zeit wird er aus dem Programm genommen.
"Das Wunder von Bern" kann 2003 über drei Millionen Zuschauer in die Kinos locken und ist damit der zweiterfolgreichste deutsche Kinofilm in diesem Jahr. Der Film erzählt die Geschichte von Deutschlands unerwartetem Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern – was als "Wunder von Bern" in die Geschichte einging. Was viele nicht wissen: Alle Schauspieler, die im Film die deutschen sowie die ungarischen Fußballer darstellen, haben tatsächlich mindestens in der Oberliga Fußball gespielt. 2004 erhält Sönke Wortmann den Bayerischen Filmpreis für seine Regieleistung.
Ein weiterer Meilenstein: "Deutschland. Ein Sommermärchen". Der zweistündige Dokumentarfilm über die Weltmeisterschaft in Deutschland wird aus über 100 Stunden Filmmaterial zusammengeschnitten. Sowohl beim Confederation Cup 2005 als auch während der Fußball-WM 2006 begleitet Wortmann die deutsche Nationalelf mit der Kamera. Am 5. Oktober 2006 läuft der Streifen in den deutschen Kinos an und wird mit über vier Millionen Zuschauern ein Riesenerfolg.
2009 erscheint der bisher aufwendigste Film von Sönke Wortmann. Die Bestsellerverfilmung "Die Päpstin" basiert auf dem gleichnamigen Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross aus dem Jahr 1996. Darin wird die im Hochmittelalter entstandene Legende von der Päpstin Johanna (Foto) geschildert, die im 9. Jahrhundert den Heiligen Stuhl besetzt haben soll. In Deutschland erreicht der Film rund 2,5 Millionen Kinobesucher.
Die Filmkomödie "Frau Müller muss weg!" entsteht im Jahr 2015 und basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Lutz Hübner. Die Eltern (Foto) der Klasse 4b sind sich einig: Ihre Kinder müssen aufs Gymnasium kommen. Das einzige Problem dabei scheint die Klassenlehrerin Frau Müller zu sein. Deshalb erklären ihr die ambitionierten Erwachsenen bei einem Elternabend den Krieg. Rund 1,2 Millionen Zuschauer verfolgen das von Sönke Wortmann inszenierte Duell.
Mit der ersten Staffel der ARD-Serie "Charité" (2017) gelang Sönke Wortmann der erfolgreichste Serien-Neustart seit über 25 Jahren im deutschen Fernsehen (Marktanteil von 25,5 %). Die Serie handelt vom medizinischen Fortschritt Ende des 19. Jahrhunderts, der maßgeblich an der Berliner Charité erzielt wurde. Ab der zweiten Staffel, die in der NS-Zeit spielt, trat Wortmann die Regie an Anno Saul ab.
2018 erscheint "Der Vorname" in den deutschen Kinos. Mit Justus von Dohnanyi, Christoph Maria Herbst, Iris Berben, Janina Uhse und Florian David Fitz (v.l.n.r.) ist die Komödie mit den Großen des deutschen Films besetzt. Der Streifen handelt von einem gemütlichen Abendessen, welches eskaliert, als Thomas und seine schwangere Frau Anna im Scherz verkünden, dass sie ihren Sohn Adolf nennen werden. Mit 1,1 Millionen Zuschauern kann die Komödie nicht nur die Kritiker, sondern auch die Zuschauer überzeugen.