Robert Redford: Eine Legende in Schauspiel-Rente - oder nicht?

Im März 2019 kündigte Robert Redford mit "Ein Gauner & Gentleman" an, sich aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen. Fast 60 Jahre lang war der US-Amerikaner dort tätig. Am 18. August feiert er seinen 84. Geburtstag. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Robert Redford zählt zu den bekanntesten Schauspielern Hollywoods. Und das, obwohl er den Drang zum Film zunächst gar nicht verspürt hatte. Viel eher zog es ihn zur Kunst hin. "Eigentlich wollte ich gar kein Schauspieler werden, sondern ein zweiter Modigliani", soll er einst gesagt haben.
Also begab er sich auf die Spuren des italienischen Malers Amedeo Modigliani (1884-1920), studierte in Florenz und Paris Kunst und versuchte sich als Straßenmaler.
Nach seiner Rückkehr in die USA (1958) belegte er am New Yorker Pratt Institute, einer Kunsthochschule, das Studienfach Theaterdesign. Im darauffolgenden Jahr wechselte Redford zur American Academy of Dramatic Arts – wo er die Schauspielerei endlich für sich entdeckte.
Nach ersten Erfolgen am Theater wurde schließlich auch die Filmbranche auf ihn aufmerksam. Es folgten Engagements in mehreren TV-Serien wie "Perry Mason" und "Maverick". 1962 wurde Redford dank der Hauptrolle im Theaterstück "Barfuß im Park" (Foto) zum Broadway-Star – und zum internationalen Frauenschwarm. Dessen war sich der Schauspieler durchaus bewusst.
Die Hauptrolle in "Die Reifeprüfung" lehnte Redford ab, "weil ich nun einmal nicht so aussehe wie ein Typ, der noch nie eine Frau flachgelegt hat". Stattdessen mimte Dustin Hoffman (Foto) den Part des College-Absolventen Benjamin, der nacheinander zwei verbotene Beziehungen eingeht. Mit dem Film startete damals seine Weltkarriere.
Redfords großer Durchbruch folgte kurz darauf an der Seite von Paul Newman (rechts) in "Zwei Banditen" (Originaltitel: "Butch Cassidy and Sundance Kid", 1969), einer der erfolgreichsten Western- und Gaunerkomödien der Filmgeschichte.
Daraufhin war Redford in einer Vielzahl von Blockbustern zu sehen, unter anderem in "Bill McKay - Der Kandidat" (1972), "Der Clou" (1973), "Die drei Tage des Condor" (1975), "Die Unbestechlichen" (1976, Foto), "Der elektrische Reiter" (1979), "Brubaker" (1980), "Der Pferdeflüsterer" (1998), "Die letzte Festung" (2001) und "Spy Game - Der finale Countdown" (2001).
Für insgesamt 48 Filme stand Redford im Laufe seiner Karriere vor der Kamera, einige davon hatten brisante sozialkritische oder politische Hintergründe. Seit "Der große Gatsby" (1974, Foto) und "Jenseits von Afrika" (1985) ist der Mime bei seinem weiblichen Publikum aber vor allem als charmanter Schönling bekannt.
Bei seiner Regiearbeit setzte Redford im Laufe der Jahre vornehmlich auf Komödien, Psycho- oder politische Dramen, erzählte mitunter aber auch Familiengeschichten.
So viele Werke und doch blieb Redford als Schauspieler ein Oscar verwehrt. Stattdessen erhielt er 1981 einen Goldjungen in der Kategorie "Beste Regie" für das Drama "Eine ganz normale Familie" sowie ...
… 2002 einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk. Vor allem wurde damit die Arbeit seines Sundance Institute und des Sundance Film Festivals in Utah gewürdigt, dem viele Filmemacher wie Quentin Tarantino ihren Durchbruch verdanken.
Privat führte Redford ein skandalfreies Leben. Von 1958 bis 1985 war er mit Lola Van Wagenen verheiratet. Die beiden haben vier gemeinsame Kinder.
Es folgte eine Beziehung mit Sônia Braga, der brasilianischen Schauspielerin seines Films "Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld" (1988).
Seit 1996 ist der Hollywood-Star mit der deutschen Malerin Sibylle Szaggars glücklich. 2009 gab sich das Paar im Hamburger Hotel Louis C. Jacob das Jawort.
Paul Newman (rechts) war für Redford nicht nur Filmkollege, sondern auch Freund. Die beiden Männer verbanden einige Gemeinsamkeiten: keine Skandale, keine Affären, gleicher Humor. Außerdem hatte auch Newman eine verführerische Wirkung auf Frauen.
Neben "Zwei Banditen" standen sie ein weiteres Mal für die Ganoven-Komödie "Der Clou" (1973, Foto) vor der Kamera. Redford erhielt für seine Darstellung des Johnny Hooker eine Oscar-Nominierung als "Bester Hauptdarsteller" - es sollte die einzige bleiben.
2006 versuchte Redford seinen Freund ein drittes Mal für einen gemeinsamen Film zu gewinnen. Er selbst stand in der Verfilmung des Romans "Picknick mit Bären" von Bill Bryson vor der Kamera und produzierte den Streifen. Doch Newman musste wegen einer Krebserkrankung absagen. 2008 starb er.
Heute wird Redford zwar als Hollywood-Legende gehandelt, ein Fan dieser glamourösen Welt war der Schauspieler allerdings nie. Im Gegenteil: Die High-Society-Szene ging ihm gehörig gegen den Strich.
Im März 2019 kehrte der Schauspieler noch einmal in die internationalen Kinos zurück. Seine Hauptrolle in "Ein Gauner & Gentleman" (Foto), eine Kriminalkomödie samt Hommage an den Schauspieler selbst, sollte seine letzte sein. Redford erklärte seine aktive Karriere damit offiziell als beendet … oder doch nicht?
Nur kurze Zeit später tauchte der Schauspieler in einer kleinen Rolle ganz überraschend im Marvel-Erfolgsfilm "Avengers: Endgame" auf. Zuvor hatte er im Interview mit "Entertainment Weekly" gemeint: "Sag niemals nie."