Sie war eine der ersten, die Harvey Weinstein öffentlich angeklagt hatte – jetzt muss Schauspielerin Asia Argento (42) aus ihrer italienischen Heimat fliehen, weil die Medien ihr die Schuld für die Vergewaltigung geben.

Mit ihrer Aussage gegen Harvey Weinstein (65) im "New Yorker" war sie eine der Frauen, die gerade eine weltweite Sexismus-Debatte angestoßen hat.

Zynischerweise zeigen gerade viele Reaktionen auf den Skandal, wie sehr diese Debatte gebraucht wird. Davon kann Argento ein Klagelied singen: Sie wird in ihrer Heimat von den italienischen Medien so extrem angefeindet, dass sie sich nun gezwungen sieht, umzuziehen.

Doppelt erniedrigt

Sie fühle sich "doppelt erniedrigt", seit die Geschichte veröffentlicht wurde, sagte sie nun dem italienischen Fernsehsender "RAI": Das erste Mal durch den sexuellen Übergriff, das zweite Mal durch die feindlichen Reaktionen darauf.

"Ich wurde gedemütigt durch die italienischen Presse, was mittelalterlich ist", sagte sie dem Magazin "Variety". Die Zeitung "Libero" hätte ihren Ruf zerstört und ihre Würde als Frau beleidigt.

Unverhohlenes Slut-Shaming

Die italienischen Medien schrieben etwa Dinge wie "Erst machen sie es, dann beschweren sie sich", "Prostitution ist keine Vergewaltigung" oder belehrten: "Ich werde dir erklären, was der Unterschied zwischen einem Schwein und einem Vergewaltiger ist". Das ist klassisches Slut-Shaming und bedeutet, die Schuld für sexuelle Übergriffe hauptsächliche dem Opfer zuzuschreiben, weniger dem Täter.

Erstmal nach Berlin

Weil sie sich nicht mehr anders zu helfen wusste, ist Argento nun vorübergehend nach Berlin gezogen. "Ich weiß nicht, was ich dort noch tun könnte – ich werde zurückkommen wenn sich die Dinge so entwickeln, dass man an der Seite der Frauen kämpft." (mia)

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