Das "Time"-Magazin hat am Mittwoch die Person des Jahres gekürt: die #metoo-Bewegung. Aber was macht ein Ellbogen auf dem Titelbild der Zeitschrift - und wem gehört er?

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Am Mittwoch kürte "Time" die #MeToo-Bewegung zur Person des Jahres. Zu diesem Anlass titelte das Magazin mit fünf prominenten Damen. Ashley Judd, Taylor Swift, Susan Fowler, Adama Iwu sowie Isabel Pascual zieren das "Time"-Cover – sowie ein kleines Detail, das nicht ganz unerheblich ist.

Wem gehört Ellbogen auf dem Titelbild der Zeitschrift?

Bereits seit 1927 zeichnet "Time" Jahr für Jahr eine Person oder eine Personengruppe aus, die maßgeblichen Einfluss auf das Weltgeschehen genommen hat – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne.

Am Mittwoch gab das Magazin bekannt, dass der Titel 2017 an die #MeToo-Bewegung geht. Unter dem Hashtag, der im Rahmen des Weinstein-Skandals entstanden ist, berichteten zahlreiche Menschen über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung.

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Stellvertretend für die #MeToo-Bewegung wurden Ashley Judd, Taylor Swift, Susan Fowler, Adama Iwu und Isabel Pascual auf dem "Time"-Cover abgebildet.

Ebenfalls auf dem Titelbild zu sehen ist ein rechter Ellbogen, nicht jedoch die Person, zu der dieser gehört.

Nichts dem Zufall überlassen

Der abgeschnittene Ellbogen auf dem "Time"-Cover ist nicht etwa ein Fehler, der in der Fotobearbeitung entstanden ist – er ist vielmehr ein Tribut an all die Personen, die ebenfalls Erfahrungen mit sexueller Belästigung gemacht haben, jedoch nicht offen darüber sprechen können.

"Das Bild, das man teilweise auf dem Cover sieht, ist von einer Frau, mit der wir gesprochen haben", erklärte "Time"-Chefredakteur Edward Felsenthal in einem Interview in "The Today Show".

Es handele sich dabei um eine Krankenhaus-Angestellten aus Texas, die befürchtete, dass sie ihre berufliche Existenzgrundlage gefährden würde, wenn sie mit ihrem Fall persönlich an die Öffentlichkeit gehen würde.

"Sie ist ein Opfer sexueller Belästigung, wahrt aber die Anonymität", erklärt das Magazin. Sie stehe stellvertretend für alle Frauen, die sich ebenfalls nicht an die Öffentlichkeit wagten.

"Wir alle haben es auf das Cover geschafft"

Ein starkes Symbol, das in diesem kleinen Detail versteckt ist. Das finden auch die Twitter-User.


"Der wichtigste Teil des Covers ist der Ellbogen", schreibt ein Nutzer. "Schaut euch den Ellbogen auf dem 'Time'-Cover an … er steht für alle anderen Frauen – auch diejenigen, die nicht ihr Gesicht zeigen können", erklärt eine Userin, während eine andere meint: "Mein Lieblingsteil des 'Time'-Covers ist der namenlose Ellbogen in der unteren Ecke. Er steht für jede andere. Das ist unser Arm. Wir alle haben es auf das Cover geschafft."


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