Im Skandal um Harvey Weinstein werden immer neue Vorwürfe laut: Nun twitterte Rose McGowan, der Produzent habe sie vergewaltigt. Zuvor war die Schauspielerin vorübergehend von der Plattform suspendiert worden.

Der Name Rose McGowan ist bereits im Zusammenhang mit dem Skandal um Filmmogul Harvey Weinstein gefallen. Bisher hieß es, die Schauspielerin habe 1997 nach einem Vorfall in einem Hotelzimmer eine außergerichtliche Einigung mit dem Produzenten getroffen.

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Nun hat McGowan sich auf Twitter deutlicher geäußert.

In einem Tweet, der sich an Amazon-Chef Jeff Bezos richtet, schreibt die Schauspielerin, sie habe den Chef der Amazon-Unterhaltungssparte, Roy Price, darüber informiert, von Weinstein vergewaltigt worden zu sein.


Price wurde zwischenzeitlich seinerseits wegen Belästigungsvorwürfen einer Filmproduzentin suspendiert, gab der Konzern in einem Statement bekannt.

Die neuen Vorwürfe gegen Weinstein kommen, nachdem McGowans Account vorübergehend von Twitter gesperrt worden war. Die Schauspielerin hatte sich in den vergangenen Tagen auf der Social-Media-Plattform deutlich zum Fall Weinstein positioniert.

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Am Donnerstag veröffentlichte sie dann auf Instagram eine Botschaft. "Twitter hat mich gesperrt. Da sind mächtige Kräfte am Werk. Seid meine Stimme", hieß es in dem Statement.

Mittlerweile ist ihr Account wieder freigeschaltet. Twitter selbst hat die Sperre damit begründet, dass McGowan eine private Telefonnummer veröffentlicht hatte. Dies sei ein Verstoß gegen die Richtlinien der Plattform.

McGowan ist nicht die Erste, die Weinstein der Vergewaltigung beschuldigt. In einem Artikel des "New Yorker" haben bereits drei Frauen ähnliche Anschuldigungen geäußert: die italienische Schauspielerin Asia Argento, die Schauspielerin Lucia Evans und eine weitere nicht namentlich genannte Frau.

Ob McGowan nun ein viertes mögliches Vergewaltigungsopfer ist oder ob sie die bisher anonyme dritte Frau ist, war zunächst unklar.

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Nach Bekanntwerden der ersten Belästigungsvorwürfe hatte Weinstein gesagt: "Ich erkenne an, dass die Art, wie ich mich in der Vergangenheit gegenüber Kolleginnen verhalten habe, viel Schmerz verursacht hat, und ich entschuldige mich aufrichtig dafür." Auf Details ging er nicht ein.

Seit der Veröffentlichung eines Artikel am 5. Oktober in der "New York Times", in dem zahlreiche Frauen von sexuellen Übergriffen durch Weinstein berichten, werden immer neue Vorwürfe gegen den Produzenten laut.

Auf der langen Liste befinden sich auch Hollywood-Größen wie Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie und mehrere ehemalige Mitarbeiter Weinsteins. Immer mehr Menschen aus der Filmbranche verurteilen Weinsteins Verhalten öffentlich.

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Zuletzt äußerte sich unter anderem Oliver Stone zu den Vorwürfen. Im Gegensatz zu vielen anderen wollte der Erfolgsregisseur sich jedoch nicht deutlich positionieren. "Ich werde keine Gerüchte kommentieren", sagte er einem Bericht des "Hollywood Reporter" zufolge.

"Es ist nicht leicht, was er jetzt durchmacht", wird Stone in Bezug auf Weinstein zitiert. Er habe bereits über jeden im Filmbusiness Horrorgeschichten gehört und werde abwarten und sehen, was richtig sei.

Den internationalen Medien empfahl er, kein vorzeitiges Urteil zu fällen, sondern abzuwarten, bis die Fälle vor Gericht kommen.© SPIEGEL ONLINE