Er war der einflussreichste Kabarettist Deutschlands: Dieter Hildebrandt ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das teilte sein enger Freund, der Karikaturist Dieter Hanitzsch der Nachrichtenagentur dpa mit.

Hildebrandt starb in der Nacht zu Mittwoch in einem Münchner Krankenhaus. Erst am Dienstag wurde bekannt, dass der Kabarettist an Prostatakrebs erkrankt ist. Die Diagnose bekam Hildebrandt nach Informationen der Münchner Tageszeitung "tz" im Sommer. "Ich werde kämpfen, bis zum Schluss", sagte er damals im Interview.

Um sich voll auf die Therapie zu konzentrieren, wurden sämtliche Auftritte bis Ende 2014 zunächst verschoben, später abgesagt. Nachdem sich sein Zustand zunächst gebessert hatte und er wieder nach Hause durfte, gab es vergangene Woche einen Rückschlag. Daraufhin wandte sich seine Frau mit der Nachricht an die Öffentlichkeit. "Mein Mann wird nie wieder auf einer Bühne stehen", sagte seine Frau Renate zur "tz". "Ihm geht es einfach zu schlecht."

Dieter Hildebrandt wurde als Mitbegründer der "Münchner Lach- und Schießgesellschaft" und Kabarettsendungen wie "Scheibenwischer" und "Notizen aus der Provinz" bekannt und erreichte ein Millionenpublikum. Zudem war Hildebrandt als Bühnenkabarettist, Schauspieler und Buchautor aktiv. Seine spitze Zunge führte mehrfach zu politischen Kontroversen, doch auch von offizieller Seite wurde er als kabarettistische Instanz anerkannt: "Sie provozieren, amüsieren und zuweilen verärgern Sie auch, wie es sich für einen politischen Kabarettisten von Rang gehört", sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann 2007 zu Hildebrandt. (jwo)