Tag der Rothaarigen: Brian Dowlings Rotschöpfe aus aller Welt

Über drei Jahre hinweg fotografierte Brian Dowling rothaarige Menschen in mehr als 30 Ländern. Er wollte damit zeigen, wie schön und einzigartig sie sind. Zum Tag der Rothaarigen präsentieren wir hier eine Auswahl seiner schönsten Bilder.

Da Brian Dowling selbst rothaarig ist und Witze über Rotschöpfe satt hatte, startete er sein Projekt auch als Anti-Mobbing-Kampagne. Sein Buch erschien pünktlich zum St. Patrick's Day am 17. März 2017. Es enthält Porträts von über 130 Rothaarigen. Im Bild zu sehen ist Chelbie aus dem US-Bundesstaat South Carolina.
Brian Dowling wollte, dass die Fotos Rothaarige zeigen, wie sie wirklich sind. Das sie eben mehr sind als Stereotype von weißen, sommersprossigen Menschen. So wie Model Elaine aus Kalifornien.
Viele Rothaarige stören sich daran, als außergewöhnlich zu gelten. Vor allem Frauen, wie Laura aus dem US-Bundesstaat Virginia, müssen sich oft Merkwürdiges anhören: Kommentare wie "Hexe", "Karottenkopf" oder "Pumuckl".
Dabei ist Rot nicht gleich Rot. Es gibt zahlreiche Nuancen wie diese beiden Australierinnen aus Melbourne belegen.
Rothaarige sind auch Opfer zahlreicher Vorurteile. So stören sich viele rothaarige Frauen zum Beispiel daran, dass manche sie aufgrund ihrer Haarfarbe für besonders promiskuitiv halten.
Die Weltreise auf der Suche nach Fotomodellen war eine neue Erfahrung für Brian Dowling. Menschen wie Tara aus dem englischen Liverpool rissen sich förmlich darum, von ihm porträtiert zu werden.
Die Community der Rothaarigen ist sehr interessiert gewesen. Viele fühlen sich miteinander verbunden aufgrund ihrer gemeinsamen Erfahrungen. Der Ort dieser Fotografie, das niederländische Breda, ist jedes Jahr am ersten September-Wochenende Treffpunkt von Rotschöpfen aus aller Welt.
Es sind nicht nur die "klassischen Rothaar-Länder" wie Irland oder Schottland, der Heimat von Model Sophie aus Stirling. Vor allem aus Dänemark und Chile baten viele Menschen Brian Dowling darum, auch porträtiert zu werden.
Auch Model Daria aus dem russischen St Petersburg wollte sich fotografieren lassen. Allerdings bekam Brian Dowling kaum Männer vor die Linse. Die meisten weigerten sich.
Krissy aus dem deutschen Köngen. Besonders Deutschland will Brian Dowling noch mal besuchen. In Berlin etwa traf er bislang nur eine einzige Rothaarige und die war zu Besuch aus Stuttgart.
Die Anlage für rotes Haar nennt man Rutilismus. Wie Alina aus dem ukrainischen Kiew haben nur etwa ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung naturrotes Haar.
Ursache ist wie bei Model Nastya aus dem ukrainischen Odessa eine Variation auf Chromosom 16, die das Protein MC1R verändert. Statt dunklem Eumelanin ist Phäomelanin in der Haut, den Augen und eben in den Haaren.
Das führt zu einer hellen und sensiblen Haut, die nur wenig oder kaum Sonneneinstrahlung verträgt. Häufigerer Sonnenbrand und Sommersprossenbildung sind oft die Folge. Wenn man wie Vanessa in Südafrika oder Bridgete in Kalifornien lebt, ist das eher unvorteilhaft.
Rötliches Haar, vor allem rotblonde Töne, können im Laufe des Alters nachdunkeln. Rothaarige Menschen wie Alina aus dem ukrainischen Odessa haben also in ihrer Jugend oft etwas helleres Haar als im Erwachsenenalter.
Die Gesichts- und Körperbehaarung von Menschen mit roten Haaren muss nicht unbedingt exakt mit der Farbe ihres Haupthaars übereinstimmen. So können Augenbrauen oder Wimpern heller oder dunkler sein, wie bei der Wienerin Lisa gut zu sehen ist.
Im Deutschen wird die Haarfarbe Rot nicht von der Farbe Rot unterschieden. In anderen Sprachen gibt es unterschiedliche Wörter für Farbe und Haarfarbe. In Frankreich etwa heißt die Farbe "rouge", rotes Haar aber "roux". Dieses deutsche Fotomodel Madelaine wäre als Rothaarige eine "rousse".
Schottland soll mit 13 Prozent den höchsten Anteil von rothaarigen Menschen in der Bevölkerung haben. Dazu gehört Kirstie aus dem schottischen Old Kilpatrick.
Grace aus dem irischen Malahide gehört zu den circa zehn Prozent der Rothaarigen in Irland.
Es gibt auch Hinweise darauf, dass das veränderte MC1R-Gen das Schmerzempfinden beeinflusst. So sollen Rothaarige schmerzempfinlicher sein. Doch das ist umstritten. Sicher ist, dass Rothaarige vor einer Operation höhere Narkose-Dosierungen benötigen. Eine amerikanische Studie beziffert diesen Mehraufwand mit 20 Prozent.
Umgangssprachlich werden im Deutschen auch helle Rotblond-Töne oder kastanienbraunes Haar oft pauschal als "Rot" bezeichnet. Dunkleres Rot wie bei der Schottin Grace heißt im Englischen dagegen "auburn".
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