Die besten Strategie-Spiele aller Zeiten

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Strategiespiele gehören zu den ältesten Genres im Gaming-Bereich. Egal, ob Zug um Zug oder in Echtzeit: Besonnene Befehle, geschicktes Taktieren, cleveres Rohstoffmanagement - Hobby-Generäle lieben die Herausforderungen, alles gleichzeitig im Blick zu haben und die nächsten Schritte des Gegners vorauzuahnen. Wir stellen ihnen die bahnbrechendsten Genre-Ableger in dieser Galerie vor.

Sid Meier's "Civilization" (1991) gilt gemeinhin als Geniestreich - und als Gründer des Global-Strategie-Genres. Bis hin zum aktuellen sechsten Teil der Reihe hat sich wenig an der Grundformel geändert: Der Spieler lenkt Runde um Runde die Geschicke eines Volkes im Zeitraffer durch die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte - von der Steinzeit bis hin zum Aufbruch ins All.
Durch Forschung, Handel, Diplomatie und Kriege erweitert man in "Civilization" seinen Einflussbereich und avanciert im Idealfall zur mächtigsten Nation auf dem virtuellen Erdball oder einer zufällig erstellten Landmasse.
Im Detail bedeutet das jede Menge Mikromanagement in den Städten, in denen Einheiten, Bauwerke oder gar Weltwunder in Auftrag gegeben werden, während Arbeitertrupps das Umland auf Vordermann bringen.
Neben militärischer Eroberung können aber auch die Hoheit über Wirtschaft, Technik, Kultur und Religion zum Sieg führen. Das im Februar 2019 veröffentlichte "Gathering Storm" erweiterte "Civilization 6", das auch für Switch und iOS verfügbar ist, um Einflüsse durch den Klimawandel und andere Katastrophen.
"Dune 2: Battle for Arrakis" (1992) darf zweifelsohne als die Geburtstunde des Echtzeitstrategie-Genres betrachtet werden. Die Gefechte zwischen den drei Adelshäusern Atreides, Harkonnen und Ordos um die Vormachtstellung auf dem Wüstenplaneten und die Wunderdroge Spice haben Standards gesetzt, die noch heute Gültigkeit haben.
Für Nostalgiker interessant: Den Westwood-Titel kann man heute bei diversen Anbietern gratis im Browser spielen.
In die Fußstapfen von "Dune 2" trat 1995 "Command & Conquer: Der Tiberiumkonflikt": Darin ringen die guten GDI und bösen NOD in zwei Kampagnen mit unterschiedlichem Kriegsgerät um den giftig-grün schimmernden Rohstoff Tiberium.
Die "Dune 2"-Mechanismen und das Stein-Schere-Papier-Prinzip zwischen den Einheiten wurden von Entwickler Westwood verfeinert - zudem durfte man eine Gruppe von Fahrzeugen und Soldaten befehligen, die in der deutschen Version allesamt Androiden waren. Eine weitere Besonderheit: trashige Zwischensequenzen in Videoform.
Dass Videospiele durchaus Selbstironie haben können, bewiesen die "Command & Conquer"-Entwickler mit dem herrlich schrägen Ableger "Alarmstufe Rot" (1996), der in einem alternativen Universum angesiedelt war, in dem Albert Einstein durch die Zeit reiste, Adolf Hitler tötete und damit den Zweiten Weltkrieg verhinderte. Ach ja: Das hier ist Udo Kier als Sowjet-Mentalmonster Yuri.
In Folge dessen bekriegten sich Russen und Allierte direkt - aber mit teils verrücktem Kriegsgerät.
Zwei weitere Fortsetzungen trieben das irre Setting auf die Spitze - unter anderem mit Hollywood-Star Tim Curry ("ES") als Sowjet-Kommandeur in "Alarmstufe Rot 3".
2012 veröffentlichte EA die "Command & Conquer Ultimate Collection" - mit zehn Hauptspielen, darunter auch der dritte Ableger "Generals" (Bild), und sieben Erweiterungspaketen. Zuletzt zog der Publisher mit der Mobile-Version "Rivals" den Zorn der User auf sich. Der Grund: Der Free2Play-Titel setzt auf ein Pay2Win-System.
Menschen gegen Orks: Mit dem Fantasy-RTS Warcraft legte Entwickler Blizzard 1994 den Grundstein für ein Franchise, das dem Unternehmen in den nächsten 25 Jahren Milliarden einspielen sollte.
Die direkte Fortsetzung "Warcraft 2" war ein ausgesprochen fordernder Echtzeitstrategieableger, in dem sich Allianz und Horde beinharte Gefechte um den Kontinent Azeroth lieferten.
Ein echtes Meisterstück gelang Blizzard jedoch 2002 mit "Warcraft 3: Reign of Chaos" und der Erweiterung "The Frozen Throne" - eine der packendensten Stories des Genres, vier Kampagnen voller einfallsreicher Missionen und perfekt ausbalancierte Kriegsparteien inklusive.
Gleichzeitig war Warcraft 3, das in Kürze mit allen Erweiterungen als 4K-Neuauflage "Reforged" wieder auf den Markt kommt, Inspiration für zahlreiche andere Spielegattungen - unter anderem die äußerst populäre eSports-Disziplin "Dota 2".
Mit "Starcraft" schuf "Warcraft"-Schmiede Blizzard 1998 eine zweite große Strategie-Marke - diesmal mit einem Science-Fiction-Szenario, in dem Terraner, eklige Zerg-Aliens und die hoch-technisierte Protoss-Außerirdischen aufeinandertreffen.
Einzelspieler freuten sich über die packende Story, die mit fantastischen Rendervideos und Ingame-Sequenzen vorangetrieben wurde. Gleichzeitig trat "Starcraft" mit seinem perfekt ausbalancierten Multiplayer-Bereich (und der preisgekrönten Erweiterung "Brood Wars") einen beispiellosen eSports-Boom los - vor allem in Südkorea, wo es zu einer Art Volkssport geworden ist.
Aus diesem Grund legte Blizzard 2007 mit "Starcraft 2" nach, dessen Geschichte jedoch erst 2015 mit der Erweiterung "Legacy of the Void" auserzählt war.
2017 gab's zudem eine "Remastered"-Ausgabe des Original-"Starcraft" - inklusive HD-Grafik und verbesserter Soundeffekte.