Zwei Mal war ich bereits im Wochenbett: Was mir in der Zeit nach der Geburt gut getan hat und welche Tipps mir im Wochenbett geholfen haben, darum geht es in diesem Beitrag.

Vor ein paar Monaten sah ich eine Frau die mit einem 2-Tage-alten-Baby im Supermarkt stand. Woher ich das weiß, dass das Baby so alt war? Sie hat es lautstark erzählt, und dass sie es keinen, aber auch gar keinen einzigen Tag, länger mehr im Bett ausgehalten hätte.

Das Wochenbett, so sagt die Hebamme Anja Constance Gaca, die sogar ein Buch über diesen besonderen Zustand geschrieben hat, dauert acht Wochen: Das lange Wochenbett. Zwei Mal habe ich dieses Wochenbett schon verlebt und, versorgt mit einigen guten Tipps, auch sehr genossen.

Wir sind es tatsächlich ruhig angegangen, beim zweiten Mal natürlich nicht mehr ganz so ruhig wie beim ersten: Denn das große Kind hat ja schließlich auch Bedürfnisse. Ein paar Dinge haben mir in der Tat sehr geholfen:

1. Die ersten Wochen nach der Geburt hatten wir einen besonderen Luxus: Wir hatten die doppelte Elternzeit.

Mir ist schon klar, dass nicht jeder dieses Privileg hat, manch einer mag sich vielleicht von der Mutter, der Schwester oder einer Freundin helfen lassen.

Denn gerade in den ersten Tagen ist man doch sehr in dieser Blase. Selbst habe ich keine Erfahrungen damit, aber viel Gutes wurde mir bereits über Mütterpflegerinnen berichtet.

2. Faszinierend wie viel Hunger man in der Stillzeit hat: Theoretisch könnte man täglich drei Tafeln Schokolade verdrücken, also ich. Damit ich nicht am Ende des Wochenbettes dicker bin als am Ende der Schwangerschaft, habe ich vorgesorgt und mir im Vorfeld Essen angeschafft, damit ich in der ersten Zeit darauf zugreifen kann.

Ein Tiefkühlwürfel: Je nach persönlichem Eifer, kann man sich den im Vorfeld anfüllen, oder anfüllen lassen.

Suppen, Strudel, Knödel - vieles lässt sich gut einfrieren.

3. Es gibt wenige Momente, wo man so empfindlich ist wie im Wochenbett, deshalb war mir wichtig nur Leute zu empfangen, die ich auch wirklich, wirklich sehen will.

Nicht immer klappt das zu 100 Prozent, aber mit Baby gibt es auch immer die Möglichkeit zum Zurückziehen: Stillen, wickeln, schlafen.

4. Auch wenn es schon ein bisschen abgedroschen ist: Schlaf, wenn das Baby schläft. Denn selbst wenn die letzte Nacht gut war, Du weißt nie was kommt.

5. Nie hatten Spaziergänge so eine wohltuende Wirkung wie in dieser Zeit: In der Natur gemeinsam mit dem Baby erste Wege beschreiten, was so kitschig klingt, ist wunderschön.

Auf sich selber zu hören, hat in dieser Zeit wieder eine ganz neue Bewandtnis. Und natürlich ist mir bewusst, dass es mir gut ging und das nicht überall so reibungslos abläuft.

Das gilt auch für die Frau mit dem 2-Tage-alten-Kind: Natürlich weiß ich nichts über sie und ich will auch nicht urteilen. Allzu hektisches Rumlaufen hätte mich allerdings nicht so beglückt und wenn es sich also vermeiden lässt, würde ich das empfehlen.

Auf "Das frühe Vogerl und die fabelhaften Veränderungen" erzählt Bettina Apelt, Österreicherin in Berlin, vom Leben mit Kleinkind. Sie tut ihre Meinung kund, gibt Tipps, die ihr im täglichen Leben helfen, und interviewt andere Eltern, deren Geschichten sie besonders spannend findet.