Die Vorteile von Energiesparhäusern sind allgemein bekannt: Sie verbrauchen deutlich weniger Energie als herkömmliche Häuser, wodurch vor allem Heiz- und Warmwasserkosten gesenkt werden.

Jessica liebt es, mit Wörtern zu jonglieren und ihre Wohnung regelmäßig umzugestalten.

Grundlegend wird in vier Typen unterschieden: das Niedrig-Energiehaus, das 3-Liter-Haus, das Passivhaus und das Nullenergie-Haus. Dazu scheint sich eine völlig neue Kategorie zu gesellen… So wurde in Stuttgart gerade das erste Aktivhaus der Welt realisiert. Was das sein soll? Ein Haus, das sogar mehr Energie erzeugt als es benötigt! Der deutsche Ingenieur und Architekt Werner Sobek hat den Begriff geprägt und das Forschungsprojekt B10 in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung am Killesberg errichtet. Aber was das mit einer Tankstelle zu tun hat…?

Von wegen Zukunftsmusik

Minimalistische Fassade und Materialmix: Könnte so das Haus der Zukunft aussehen?

Stellplätze für Drohnen, sprechende Wände und ausgeklügelte Lichtsysteme. Wenn man darüber nachdenkt, wie Häuser in ferner Zukunft wohl mal aussehen werden, kommt man um ein Thema nicht umhin: Energiesparmaßnahmen. Das Stuttgarter Forschungsprojekt B10 ist von dieser Zukunft gar nicht so weit entfernt… Das Haus produziert das Doppelte seines eigenen Energiebedarfs und ist damit das erste Aktivhaus der Welt. Mit dem überschüssigen Strom werden Elektroautos sowie -fahrräder und sogar ein weiteres Haus in der Nachbarschaft versorgt.

Vier Wände voller Flexibilität

Sonnige Aussichten: Das Aktivhaus reagiert sogar auf den Wetterbericht.

Benannt wurde B10 nach seinem Standort: Bruckmannweg 10. So pragmatisch wie der Titel ist auch die Idee hinter dem Forschungsprojekt: So soll es dazu dienen, die Daten des Aktivhauses zu erfassen und zu analysieren, um gegebenenfalls Prozesse für die Zukunft zu optimieren. Dank seines selbstlernenden Energiemanagements ist das Haus in der Lage, auf seine Umwelt und Bewohner zu reagieren. Ein integrierter Computer ruft beispielsweise regelmäßig die Daten des Deutschen Wetterdienstes ab, um die voraussichtliche Energiegewinnung der kommenden Stunden zu berechnen.

Ausgewogene Temperaturverhältnisse

Zukunft zum Anfassen: Der Energiehaushalt von B10 ist beeindruckend.

Während das Gebäude im Winter mit einer Wärmepumpe beheizt wird, erfolgt die Kühlung im Sommer über einen Eisspeicher. Somit kann das in der Heizperiode gewonnene Eis bei wärmeren Außentemperaturen effektiv genutzt werden. Durch die thermische Aktivierung der Decken- und Fußbodenflächen wird zusätzlich für eine angenehme Temperatur im Innenraum gesorgt. Zusätzlich benötigte Energie wird außerdem über eine Photovoltaikanlage gewonnen - ein durchdachtes Konzept mit Blick auf die Zukunft.

Recycelbare Materialien

Nachhaltigkeit: Bei dem Aktivhaus wurde eine clevere Materialwahl getroffen.

Nachhaltigkeit spielt bei dem Aktivhaus eine besondere Rolle - nicht nur in Hinblick auf die Energiegewinnung. So sind die Materialien des Hauses tatsächlich zu 100% recycelbar. Anstelle eines herkömmlichen Rauputzes wurde für die Verkleidung der Fassade ein stoffartiges Glasfasergewebe verwendet. Aufgrund der bereits vorgefertigten, recycelbaren Einzelteile konnte das Gebäude schon innerhalb eines einzigen Tages zusammengesetzt und fertiggestellt werden.

Minimalistisches Interior

Ideale Kombination: Futuristische Architektur trifft auf zeitloses Design.

Wenn die Architektur so für sich spricht wie hier, muss eine Einrichtung her, die sich in das Gesamtbild einfügt, ohne dabei allzu aufdringlich zu wirken. Die minimalistischen Möbel unterstreichen die klare Formgebung des Aktivhauses und bilden eine zeitlose Einheit in einem durch und durch zukunftsweisenden Architektur-Projekt.

Weitere Inspirationen gibt es bei homify.

Jessica Labbadia liebt es, mit Wörtern zu jonglieren und ihre Wohnung regelmäßig umzugestalten. Auf dem Interior- und Architektur-Portal homify.de schreibt sie deshalb über außergewöhnliche Umbauprojekte, spannende Architekturströmungen oder die neusten Deko-Trends.