Früher lief ich Halbmarathon und besuchte jede Woche Sportkurse. Dann kamen meine drei Kinder innerhalb von vier Jahren zur Welt und ich fand nur noch selten Zeit für Sport. Trotzdem war für mich klar: Ich möchte auch als Mama fit bleiben. So schaffen Sie das auch.

Bevor meine drei Jungs geboren wurden, hatte ich mehrmals pro Woche Zeit für ausgiebige Laufeinheiten, Training im Fitnessstudio oder sonstige sportliche Aktivitäten. Doch wie macht man das mit einem oder mehreren Kindern?

Das Prinzip ist einfach: Wir müssen unsere Vorstellungen loslösen von der Zeit, als wir noch frei und ungebunden waren und den Tag nach unseren Bedürfnissen planen konnten.

Kann jemand auf die Kinder aufpassen?

Ich selber habe keinen Babysitter zur Verfügung und kann daher nur zum Sport, wenn mein Mann zu Hause ist oder die Kinder schlafen. Ich muss meine Fitness-Einheiten also immer einschieben, dass es zu unserer Familienstruktur passt.

Wenn man einen Babysitter hat, ist das natürlich einfacher und man kann sich regelmäßig die ein oder andere Stunde nehmen, um seinem Hobby nachzugehen.

Aber die gute Nachricht ist: Wir Mamas können auch fit bleiben, wenn wir niemanden haben, der uns die Kinder abnimmt.

So klappt der Sport auch ohne Babysitter

Hier kommen meine fünf Tipps für alle Mamas, die auch keinen Babysitter haben:

1. Freundinnen motivieren und zusammen abends einen Kurs besuchen.

Private Studios im Pilates- oder Zumba-Bereich oder auch Volkshochschulen bieten meistens abgeschlossene Kurse an - und haben oft auch Angebote abends nach 19.30 Uhr.

Meistens kann man so zehn- oder zwölfmal testen, ob einem dieser Sport liegt und es zu dem eigenen Zeitplan passt. Und sollte dem so sein, können Sie im Anschluss gleich den nächsten Kurs buchen.

2. Von den früheren sportlichen Vorstellungen lösen.

Sport heißt nicht unbedingt, dass man sich dafür ein Sport-Outfit anzieht und 30 Minuten oder mehr einplant. Ich schiebe zum Beispiel kleine sportliche Mini-Einheiten ein, wann immer es geht: So mache ich mehrmals die Woche im Wohnzimmer fünf Minuten Bauch- und Rückentraining.

Das tut nicht nur dem Rumpf gut, sondern auch dem Beckenboden. Das ist für Mamas nicht unerheblich. Dafür muss man sich nicht mal Sportkleidung anziehen.

Ich mache das einfach auf dem Wohnzimmer- oder Kinderzimmerboden, wann immer mir der Sinn danach ist. Somit liegt die Vorbereitungszeit bei null Sekunden. Das geht auch klasse mit meinen drei kleinen Kindern im Raum.

Mal schaffe ich vielleicht nur drei Minuten, mal dafür zehn. Es ist eigentlich auch egal - denn jede einzelne Übung zählt. Wenn man es auf diese Weise schafft, viermal pro Woche je fünf Übungen zu machen, sind das 20 Übungen in der Woche und 80 pro Monat.

80 Übungen einfach so nebenher, ohne sich umzuziehen oder den Schweinehund groß überlisten zu müssen. 80 Übungen, über die sich Bauch, Rücken und Nacken freuen.

Natürlich ist das bei Weitem nicht so viel Sport wie damals ohne Kinder. Aber ich mache lieber 80 Übungen im Monat mit drei Kleinkindern um mich herum, als tatenlos darauf warten zu müssen, irgendwann in ferner Zukunft wieder eine Stunde Sport am Stück machen zu können.

3. Viel zu Fuß erledigen.

Ich gehe viel zu Fuß. Wirklich sehr viel. Ich vermeide das Auto, wann immer es geht. Supermarkt-Einkäufe transportiere ich mit dem Kinderwagen nach Hause, wenn es nicht gerade der Wocheneinkauf für fünf Personen ist.

Ich habe sogar schon Tiefkühlsachen im Hochsommer im Kinderwagen heimgebracht, als es 30 Grad hatte. Das hat ohne Probleme geklappt. Und auch im Winter tut die frische Luft Mama und Kind sehr gut. Wenn ich ohne Kinderwagen unterwegs bin, packe ich meine Einkäufe in einen Rucksack.

4. Zu Hause sporteln.

Da ich aktuell nur sehr wenig Zeit habe, ins Fitness-Studio oder zu einem Sportkurs zu fahren, nutze ich zusätzlich noch Fitness-DVDs. Die gibt es heutzutage in allen möglichen Ausführungen: Zumba, Aerobic, Pilates, Krafttraining mit Gewichten, Krafttraining nur mit dem eigenen Körper als Gewicht und so weiter.

Ich selber mag eine Mischung aus Ausdauer und Kräftigung gerne und habe verschiedene DVDs mit kurzen Programmen von 20 bis 30 Minuten, die ich gerne mache. So kann ich in kurzer Zeit sehr effektiv trainieren und muss dafür noch nicht einmal das Haus verlassen.

Ein Vorteil ist auch, dass die Anschaffungskosten einer DVD eher niedrig sind und man sich die Gebühr im Fitnessstudio spart. Oft braucht man kaum Zubehör für solche Sportprogramme und muss kein zusätzliches Geld ausgeben.

Um in die verschiedenen Sport-Angebote reinschnuppern zu können, habe ich mich bei YouTube umgesehen, welche Art von Hometraining etwas für mich ist. Die DVDs lege ich entweder abends ein, wenn die Kinder im Bett sind, oder auch mal am Wochenende, wenn mein Mann zu Hause ist und nach den Kindern schaut.

Backen mit Kleinkindern: Geht das überhaupt so, dass sowohl die Mama als auch die Kinder Spaß haben? Oh ja, auf jeden Fall, sage ich als dreifache Kleinkind-Mama. Ich verrate auch gerne, wie.


5. Den inneren Schweinehund überlisten.

Wenn ich weiß, dass ich abends eine Sport-DVD machen möchte, ziehe ich mir die Sportsachen an, wenn ich auch den Kindern die Schlafanzüge anziehe. So hat der Schweinehund keine Chance und ich kann direkt loslegen, wenn die Kinder schlafen.

Wenn ich die Sportsachen schon anhabe, erledige ich mein sportliches Programm auch. Ziehe ich mich dagegen erst um, wenn die Kinder im Bett sind, kann es sein, dass ich spontan viel zu müde bin und direkt auf die Couch falle.

Sollte ich morgens Zeit haben, eine Runde walken oder laufen zu gehen, ziehe ich meine Sportsachen an, wenn ich die Großen in den Kindergarten bringe. So kann ich mit dem Kleinen direkt weiter und meine Laufeinheit beginnen.

Müsste ich dann erst noch einmal nach Hause zum Umziehen, gäbe es sicherlich viele Gründe, die Einheit auf ein anderes Mal zu verschieben.

Diese Tipps haben mir geholfen, nach meinen drei Schwangerschaften und mit den drei kleinen Kindern wieder fit zu werden. Mit Sicherheit helfen sie auch, um die Weihnachtsplätzchen und das leckere Raclette der letzten Tage wieder loszuwerden.

Noch so eine Mama-Bloggerin. Nicht schon wieder. Oder? Naja, etwas anders ist es doch. Miriam Fuz hat nämlich drei Söhne im Kleinkind-Alter hat und es trotzdem in ihrer letzten Elternzeit irgendwie geschafft, zwischen Stillen, Trotzanfällen und schlaflosen Nächten ein Buch zu schreiben. Und dabei läuft längst nicht immer alles rund zuhause. Sie berichtet in ihren Beiträgen ehrlich vom Mama-Dasein mit allen Höhen und Tiefen und philosophiert dazwischen darüber, warum wir andere Menschen und uns selbst wertschätzen sollten.