Nach dem Sexualleben oder dem Kontostand fragt man selten. Warum eigentlich nicht? Es ist nicht Smalltalk-tauglich, meist ist es zu privat, die Antwort würde einen oft überfordern und vor allem kann das Gegenüber selten höflich deutlich machen, dass es eigentlich nicht drüber reden möchte.

Klingt logisch, oder? Bei Familienplanung verhält es sich ähnlich. Ein durchaus privates Thema. Nichtsdestotrotz kommt es ständig zur Sprache.

Hier ein paar Gründe, warum kurze Gesprächspausen nicht mit diesem Thema überbrückt werden sollten.

1. Die Freundin wäre so eine gute Mutter? Schön, wenn Ihr das findet. Nicht so schön, wenn ihr Partner anderer Meinung ist, oder andere Gründe dagegen vorliegen. Es mag vermutet werden, dass sie vielleicht schon vorher über das Thema nachgedacht hat und die Sache vielleicht nicht so einfach ist.

Nicht immer ein Indiz: Auch auf Parties kann man Wasser trinken.

2. Manche Leute stellen sich die Familienplanung wie eine Katalogbestellung vor. Gedacht, geplant und schon geht es los. Bei manchen Leuten funktioniert es nicht so. So wie bei Anna, die aus gesundheitlichen Gründen lange nicht schwanger werden konnte oder Eni, die ungewollt kinderlos ist.

3. Jede Frau, die bereits einmal eine Frau mit einer leichten Wölbung zu Unrecht der Schwangerschaft verdächtigt hat, lernt: Ein Bauch ist manchmal ein Baby. Ein Bauch ist manchmal aber auch einfach nur Essen. Oder eben einfach nur ein Bauch. Die Stille, die nach diesem Gespräch entsteht, warum der Bauch denn dort ist, ist schwer für beide. Besonders schwierig auch die Situation: In der U-Bahn den Platz räumen für junge Frauen, die sehr schwanger aussehen, es aber nicht sind, auch etwas ungemütlich. Für beide Seiten.

Manchmal isst man Süßes mit Grund. Manchmal ohne.

4. Gleiches gilt übrigens auch, wenn potenziell vielleicht schon das zweite Kind unterwegs sein könnte: Vielleicht ist einer der genannten Gründe schuld, warum die Frau ihre Familienplanung nicht mit der anderen Kita-Mutter, oder der Arbeitskollegin besprechen will.

5. Und manchmal ist es ganz simpel: Man will es einfach erzählen und nicht abgescannt werden: Denn eine frohe Botschaft, bleibt eine frohe Botschaft.

Auf "Das frühe Vogerl und die fabelhaften Veränderungen" erzählt Bettina Apelt, Österreicherin in Berlin, vom Leben mit Kleinkind. Sie tut ihre Meinung kund, gibt Tipps, die ihr im täglichen Leben helfen, und interviewt andere Eltern, deren Geschichten sie besonders spannend findet.