Backen mit Kleinkindern: Geht das überhaupt so, dass sowohl die Mama als auch die Kinder Spaß haben? Oh ja, auf jeden Fall, sage ich als dreifache Kleinkind-Mama. Ich verrate auch gerne, wie.

Dieses Jahr habe ich mit meinen eigenen Kindern (1, 3 und 5 Jahre) sowie zusammen mit kleinen Besuchskindern schon sechs Sorten Plätzchen gebacken. Die Küche und das Wohnzimmer sahen danach zwar aus wie ein Schlachtfeld. Trotzdem verliefen die Nachmittage immer sehr harmonisch und ich habe das gemeinsame Backen immer genossen.

Hier sind meine Geheimtipps, wie große und kleine Bäcker Spaß haben in der Weihnachtsbäckerei:

1. Die Teige schon am Vortag vorbereiten

Auch wenn ich sonst gerne alle Back- und Koch-Vorbereitungen zusammen mit den Kindern mache, empfehle ich, den Teig für Weihnachtsplätzchen schon am Vortag zuzubereiten. Und zwar alleine! So kann man sich am Backtag auf das Ausrollen, Ausstechen und Verzieren konzentrieren.

Plätzchenteig muss meistens noch ein bis zwei Stunden in den Kühlschrank, bevor er weiterverarbeitet werden kann. Sonst ist er durch die warme Butter zu weich und das Ausrollen würde nicht klappen.

Diese Wartezeit ist für Kinder oft unheimlich anstrengend. Sie verstehen nicht, warum man jetzt Teig macht, aber nicht direkt backen kann. Wenn man ihn alleine vorbereitet, erspart man sich die ständige Nachfragerei, wann endlich gebacken werden kann.

2. Naschen einplanen

Kleine Kinder naschen unheimlich gerne Plätzchenteig. Das kalkuliere ich bereits mit ein und lasse ihnen diese Freude auch gerne. Dafür gibt es am Tag vorher und hinterher einfach etwas weniger Süßigkeiten. Dann fällt der Extra-Zucker nicht allzu sehr ins Gewicht.

Ich wähle ausschließlich Rezepte ohne Ei aus, wenn ich zusammen mit kleinen Kindern backe. Rohes Ei sollten Kinder aufgrund der Salmonellengefahr nicht essen. Ständiges Ermahnen, dass ein Teig nicht probiert werden soll, führt aber immer zu einer unangenehmen Atmosphäre. Durch die eifreien Teige umgehe ich dieses Problem.

3. Jedem Kind einen eigenen Arbeitsbereich geben

Ich gebe jedem kleinen Bäcker immer seine eigene Teig-Unterlage und einen eigenen Ausroller. Die kann man sich für den Zweck auch gerne mal beim Nachbarn leihen, wenn man nicht genug hat. Dann bekommt jeder eine kleine Portion Teig und Mehl zum Ausrollen. Ausstecher liegen in der Mitte; so dass sie für alle gut erreichbar sind.

Da Plätzchen-Teig sich am besten kalt verarbeiten lässt, kommen Kinder mit einer kleineren Menge besser zurecht. Sie können sich den Teig dann entweder von mir ausrollen lassen oder selber ausrollen oder einfach ohne Ausrollen kleine Phantasie-Figuren oder Cookies herstellen.

Im ersten Backjahr mit meinen Kindern habe ich eine große Teigplatte für alle ausgerollt. Meistens wurde der Teig dann aber zu warm und weich, bis alles ausgestochen war. Oder die Kinder haben sich aus Versehen in die ausgestochenen Figuren der anderen gelehnt. Diese Probleme umgehe ich mit den kleinen Teigmengen, die jeder für sich alleine hat.

4. Ausstechen und verzieren in einem Abwasch

Früher habe ich zuerst alle Plätzchen ausgestochen, dann gebacken und die fertigen Plätzchen am Schluss mit viel Liebe zum Detail verziert. Das macht mir persönlich immer noch Spaß auf diese Art und Weise – ist mit kleinen Kindern aber oft nicht möglich. Gerade, wenn Besuchskinder dabei sind, die ihre fertigen Kunstwerke gerne mit nach Hause nehmen möchten.

Daher habe ich immer jede Menge bunte Zuckerstreusel in allen möglichen Formen und auch Schokoladen-Tropfen zuhause. Die kann man schon auf die Plätzchen geben, wenn man sie frisch ausgestochen hat. So sind die kleinen Köstlichkeiten direkt fertig dekoriert, wenn ich das Blech aus dem Ofen hole.

Meine Kinder kneten die bunten Zuckerperlen auch gerne in ihre Teigportionen ein und haben so am Ende die verschiedensten Teig-Variationen, mit denen sie fleißig weiterarbeiten. Da jeder seinen eigenen Teig hat, darf er diesen natürlich so bunt dekorieren, wie ihm das gefällt.

5. Perfektionismus beiseite lassen

Seit ich meine innere Einstellung geändert habe, bin ich an Back-Nachmittagen viel entspannter. Ich weiß inzwischen, dass die Küche und das Esszimmer nach den Backaktionen sehr dreckig und chaotisch aussehen. Und ich weiß, dass das Aufräumen lange dauert.

Ich erwarte einfach nicht mehr, die Zimmer möglichst sauber zu hinterlassen. Lieber plane ich an diesen Tagen nicht viel anderes und koche auch nicht aufwändig. Da darf es auch gerne etwas Aufgetautes sein.

Ich habe auch gelernt: Die Plätzchen müssen am Ende des Backtages nicht so aussehen wie aus dem Backbuch und nicht so, wie ICH mir das vorstelle.

Kinder haben viel mehr Spaß, die wildesten Kreationen umzusetzen, die ihnen persönlich am besten gefallen. Den Teig zu kneten, zu rollen und nach eigenen Vorstellungen bunt und überladen zu dekorieren. Das macht den Kindern riesige Freude.

Dann bin natürlich auch ich am Ende glücklicher, als wenn ich am Ende des Tages zwar 100 identische Plätzchen habe, aber die Kinder zwischendurch ständig ermahnen muss, alles so zu machen, wie es das Rezept vorsieht.

In diesem Sinne wünsche ich noch eine schöne Weihnachtszeit und viel Spaß beim gemeinsamen Backen!

Noch so eine Mama-Bloggerin. Nicht schon wieder. Oder? Naja, etwas anders ist es doch. Miriam Fuz hat nämlich drei Söhne im Kleinkind-Alter hat und es trotzdem in ihrer letzten Elternzeit irgendwie geschafft, zwischen Stillen, Trotzanfällen und schlaflosen Nächten ein Buch zu schreiben. Und dabei läuft längst nicht immer alles rund zuhause. Sie berichtet in ihren Beiträgen ehrlich vom Mama-Dasein mit allen Höhen und Tiefen und philosophiert dazwischen darüber, warum wir andere Menschen und uns selbst wertschätzen sollten.