Feuer frei! Diese 3-D-Shooter waren bahnbrechend!

Weltraum-Spartaner, Action-Dämonen und Deckungsgefechte zwischen monströsen Bodybuildern: An diesen Action-Marken kommt keiner vorbei!

Das lange Zeit auf dem Index verbannte "Wolfenstein 3D" (1992) ist zwar der eigentliche Erfinder des Ego-Shooters, aber richtig abheben konnte das damals noch junge Genre erst mit dem wesentlich schickeren und wuchtigeren "Doom" (1993). Die pixelige 3D-Ballerei wurde noch von 2D-Monstern bevölkert, aber das geniale Level-Design des Action-Opas ist noch heute infernalisch gut.
Nach einem glücklosen Versuch, "Doom" in ein bedächtiges Horror-Abenteuer mit "Alien"-Einschlag zu verwandeln, kehrte man 2016 erfolgreich zu den Wurzeln zurück: Das passenderweise schlicht mit "Doom" betitelte Comeback modernisiert die Pixel-Vorlage vor allem kosmetisch, spielerisch wird Original-Feeling geboten. Zumindest fast.
Ende 2019 überrollen die höllischen Horden endgültig die Erde: Dann geht die altehrwürdige Baller-Eminenz mit "Doom Eternal" in die fünfte Runde. Überarbeitet hat man hier vor allem das Schadensmodell, mit dem sich die Bewohner der Hölle noch präziser und ekliger tranchieren lassen.
Klassenkampf über und unter Wasser: In seiner dystopischen Trilogie "Bioshock" kombinierte 2K Games ab 2007 adventure-lastige Ego-Action mit atmosphärischem Horror und Rollenspiel-Elementen.
Fans des wegweisenden Action-Rollenspiels wurden mit zwei Fortsetzungen bedacht, von denen die bisher letzte "Bioshock Infinite" (2013) nicht mehr unter Wasser, sondern in der fliegenden Mega-City Columbia angesiedelt war. Nachdem Teil drei für seine ungewohnte Geradlinigkeit kritisiert wurde, ist die Serie vorerst in der Versenkung verschwunden. Fans warten bis heute auf ein Lebenszeichen.
Nachdem man jahrelang den Zweiten Weltkrieg breitgetreten hatte, wagte sich Publisher Activision mit "Call of Duty: Modern Warfare" 2007 erstmals in die Action-Moderne. Resultat: Die Shooter-Serie wurde endgültig Kult und mithilfe jährlicher Ableger zum wichtigsten Games-Kapital von Hersteller Activision.
Nach dem Erfolg der "Modern Warfare"-Szenarien sprang Activision mit fast jedem neuen "Call of Duty" immer weiter in die Zukunft, bis man mit "Infinite Warfare" (2016) an Bord riesiger Raumschiffe von der Erde abhob. Den meisten Fans war der Krieg zwischen den Sternen aber nicht ganz geheuer.
2017 kehrte man wieder zu den Wurzeln der Reihe zurück. "WW2" katapultierte PC- und Konsolenspieler um viele Jahrzehnte zurück auf die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs. Die Rückbesinnung mündete im bis dato erfolgreichsten "Call of Duty"-Teil - zumindest für kurze Zeit.
Mit "Black Ops 4" wagte Activision den nächsten mutigen Schritt. Das 2018 veröffentlichte "Call of Duty" verzichtete als erster Serien-Teil auf eine aufwendig inszenierte Kampagne für Solo-Spieler, stattdessen gab es nur Multiplayer-Duelle und einen zeitgemäßen Battle-Royale-Modus.
Während Ego-Ballereien immer rasanter wurden, entschleunigte "Unreal"-Erfinder Epic das Action-Genre 2006 wieder: In "Gears of War" arbeitet sich ein Bodybuilder-Corps um Front-Hulk Marcus Fenix gemächlich von Stellung zu Stellung voran und erfindet dabei das nächste große Baller-Ding - den Deckungs-Shooter.
Trotz ihres Einflusses auf die Action-Welt führt die "Gears of War"-Reihe heute nur noch ein Schattendasein: Serien-Erfinder Epic hat abgedankt und an The Coalition abgegeben, die mit Teil vier eine vergleichsweise unspektakuläre Ballerei abgeliefert haben. Hoffentlich hat der für September angekündigte fünfte Teil wieder mehr Biss.
Mit der "Halo"-Serie und deren 2,18 Meter großen Space-Spartaner "Master Chief" hat der ehemalige Macintosh-Spezialist Bungie das Ego-Shooter-Genre 2001 erfolgreich auf der Konsole etabliert. Davor waren Ballereien aus der "First Person"-Perspektive fast reine PC-Domäne.
Nachdem Erfinder Bungie auf die Action-Marke "Destiny" umgestiegen ist, befindet sich "Halo" in der Obhut von Microsofts Retorten-Studio 343 Industries. Bisher allerdings mit nur mäßigem Erfolg, denn mit Teil vier und fünf verlor die Serie erheblich an Strahlkraft. Der nächste Teil "Halo Infinite" wird Ende 2020 ein Starttitel für Microsofts neue Konsole "Scarlett".
Multiplayer-Modi für Ego-Shooter sind schon Ende der 90er-Jahre beliebt, aber reine Mehrspieler-Partien ein Novum: 1999 verabschiedet sich mit "Quake" die erste prominente Shooter-Serie komplett vom Singleplayer-Modus, ein Jahr später zieht id's Nebenbuhler Epic nach. Aus "Quake" wird "Quake 3: Arena", aus Epics "Unreal" wird "Unreal Tournament".
Nach langem Dornröschenschlaf bekommt "Quake 3: Arena" 2017 endlich einen Nachfolger, der zunächst als Early-Access-Spiel läuft und 2018 in ein Free-to-play-Gemetzel mit zukaufbaren Inhalten transformiert wird. An den Kult-Status des Vorgängers kann "Quake Champions" allerdings nicht anknüpfen.
1998 tritt das noch junge Entwickler-Studio Epic Games überraschend mit seinem auf einem bizarren Alien-Planeten angesiedelten Ego-Shooter "Unreal" auf den Plan und lehrt etablierte Baller-Schmieden wie "Doom"-Erfinder id das Fürchten. Noch vor dem hochgelobten "Half-Life" bietet "Unreal" Adventure-Elemente und eine packende Story.
Erst fünf Jahre später wird das wegen "Unreal Tournament" vernachlässigte Solo-"Unreal" mit "The Awakening" endlich fortgesetzt, doch an die dichte Atmosphäre des Vorgängers reicht der ungewohnt militante Nachfolger nicht heran. "Unreal 2" (2003) blieb bis jetzt der letzte Serien-Teil im Singleplayer-Betrieb.
Stattdessen spezialisierte sich Entwickler Epic auf die für seine Shooter-Serie entwickelte Technologie und lizenziert sie an andere Firmen: Die "Unreal Engine" wird zur führenden Entwicklungs-Umgebung für Spiele und steckt heute zum Beispiel in pompösen Games-Blockbustern wie Sonys PS4-exklusivem "Days Gone".
Ein Jahr vor "Doom" erfindet id mit seiner Nazi-Hatz "Wolfenstein 3D" den Ego-Shooter. In Deutschland ist die unzensierte Version bis heute verbannt, allerdings steht in einem Foyer des 2017 veröffentlichten "Wolfenstein: The New Colossus" ein Automat, auf dem sich eine von Hakenkreuzen befreite Version des Klassikers spielen lässt.
Mit "The New Order" (2014) und "The New Colossus" (2017) hat Bethesda der "Wolfenstein"-Marke zwei erfolgreiche Fortsetzungen beschert: Die beiden Singleplayer-Ballereien glänzen durch eine wunderbar schräge und ironische Geschichte, für den Markt musste man allerdings Hakenkreuze entfernen sowie Hitler vom Schnurrbärtchen befreien und in Herr Heiler umtaufen.