Oktoberfest 2018: Mehr Besucher, weniger Straftaten - eine Bilanz

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Mehr Besucher, weniger Straftaten und das bei konstantem Bierverbrauch: Polizei, Veranstalter und Rettungskräfte ziehen eine positive Wiesn-Bilanz. Ein Zwischenfall überschattete jedoch das Oktoberfest 2018.

6,3 Millionen Besucher waren in diesem Jahr zu Gast auf dem größten Volksfest der Welt. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr, da waren es 100.000 weniger. Der Besucherrekord wurde übrigens 1985 aufgestellt: Damals strömten 7,1 Millionen Menschen auf die Wiesn.
Trotz bayrischer Trachtenfolklore ist das Oktoberfest ein sehr internationales Fest. 2018 waren 67 verschiedene Nationen an den Biertischen vertreten. Die meisten ausländischen Besucher stammen aus den USA, gefolgt von Großbritannien und Österreich.
Die Besucher aus dem In- und Ausland leerten zusammen 7,5 Millionen Maß Bier und damit etwa so viel wie im Vorjahr. Pro Kopf entspricht das 1,2 Liter Bier pro Gast. Alkoholfreie Getränke hatten ein Plus von zehn Prozent.
Wer beim Bier ordentlich zulangen will, der braucht eine gute Grundlage: Die Wiesnwirte verzeichneten in diesem Jahr eine steigende Nachfrage bei bayrischen Traditionsgerichten wie Hendl, Haxn, Schweinsbraten und Kässpätzle. Insgesamt wurde rund zehn Prozent mehr Essen verzehrt als 2017.
Erfreulicherweise wurden 2018 weniger Menschen verletzt als im Vorjahr. 5.800 Oktoberfestbesucher mussten ärztliche Versorgt werden - 2017 waren es noch 7.000. Sehr häufig handelte es sich dabei um Schnittwunden oder Verletzungen durch Stürze.
In 717 Fällen war übermäßiger Bierkonsum Grund für einen Besuch im Sanitätszelt. das sind 47 mehr als noch im vergangenen Jahr.
533 Besucher mussten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Durchschnittlich 4,42 Minuten brauchten die Rettungskräfte, um zum Einsatzort zu gelangen.. Gedankt wurde ihnen das nicht immer: Acht Wiesn-Sanitäter wurden im Dienst von aggressiven Patienten verletzt.
Trotz des Rückgangs von Verletzten wurde die Wiesn von einem tragischen Todesfall überschattet: Ein Mann starb nach einer Schlägerei in einem Festzelt. Ein Verdächtiger stellte sich am Tag darauf bei der Polizei und kam in U-Haft. Zuletzt war 1991 ein Besucher auf dem Oktoberfest bei einem Streit getötet worden.
Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins betonte jedoch, dass der tragische Todesfall kein Beleg für eine unfriedliche Wiesn sei. Tatsächlich gab es weniger Polizeieinsätze, 1.694 waren es insgesamt. Die Zahl der Straftaten ist um fast neun Prozent auf 924 gesunken, Sexualdelikte nahmen sogar um 32 Prozent ab. Maßkrugschlägereien registrierte die Polizei 27, das sind neun weniger als im Vorjahr.
Zudem gab es weniger Taschendiebstähle (Rückgang um 13 Prozent). 122 Luftballons wurden bei Verkäufern ohne Genehmigung sichergestellt. Die Gewalt gegen Polizeibeamte hingegen ist um fünf Prozent gestiegen, 15 Beamte wurden im Dienst auf der Theresienwiese verletzt.
Trotz des tragischen Todesfalls ziehen Polizei, Rettungskräfte und Wiesnwirte eine positive Bilanz. "Es war ein Superwiesn", resümierte der Wiesnchef und zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) am Sonntag zum Abschluss des Oktoberfestes 2018.
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