Es war ein Schock für die Wrestling-Welt: Der WWE-Star Sting kollabierte am Sonntag bei "Night of Champions" im Ring. Zuvor hatte er sich bei einem Wrestling-Move böse am Nacken verletzt. Nun äußert sich der 56-Jährige erstmals über seinen Gesundheitszustand nach dem Horrorunfall.

Der Unfall im Match zwischen Sting und Seth Rollins um den Schwergewichtsgürtel geschah nach zwölf Minuten. Der Champion der Liga WWE (World Wrestling Entertainment) Rollins warf Sting mit dem Rücken voraus in die Ringecke. Ein normaler Move in der Show-Sportart. Doch etwas ging tatsächlich schief: Der Kopf des 56-Jährigen knickte nach hinten um. Als er nach der Aktion wieder aufstehen wollte, gaben seine Beine nach. Später brach er sogar kurzzeitig im Ring zusammen.

Ein Arzt eilte zu Sting, der noch immer am Boden lag. Doch der wollte das Match zu Ende bringen. Nur wenige Minuten später hatte Rollins gewonnen, Sting wurde von mehreren WWE-Offiziellen aus dem Ring begleitet und mit dem Krankenwagen in die Klinik gefahren.

Sting: "Meine Arme und Beine waren taub"

Im Interview mit der Homepage der Liga "WWE.com" äußert sich Sting nun erstmals zu seiner Verletzung. Er trage mittlerweile eine Nackenstütze und habe schon mehrere medizinische Scans hinter sich, weitere Untersuchungen würden noch folgen. Eine erste Diagnose steht bereits: "Meiner Frau gegenüber haben die Ärzte erwähnt, dass ich eine zervikale Spinalkanalstenose habe." Durch die Verdickung der Wirbelgelenke und Bänder wurden die Nervenbahnen und/oder das Rückenmark im Halsbereich verengt. "Der Doktor hat meiner Frau gesagt, dass ich Glück habe, dass ich hier rausgehen kann", sagt Sting.

Solch eine Verletzung im Halsbereich verursacht starke Schmerzen. Für diese habe er "einiges an Medizin" bekommen. Doch Sting gab Entwarnung: "Abgesehen von einem steifen Genick bin ich ein bisschen angeschlagen, fühle mich aber andererseits ziemlich gut."

Direkt nach dem Unfall im Ring habe er sich aber große Sorgen gemacht. "Meine beiden Arme haben gekribbelt und waren taub bis zu meinen Fingerspitzen hinunter." Das Taubheitsgefühl strahlte bis in die Beine aus, die sich "wie ein Radiergummi" angefühlt hätten.

Seth Rollins begleitet Sting bis in den Krankenwagen

Seinem Gegner macht er aber keinen Vorwurf: "Ich bin einfach falsch gefallen, es war mein Fehler. Ich hätte es besser wissen müssen." Rollins habe nach dem Match seinen Kopf in den Krankenwagen gesteckt und sich entschuldigt. Sting habe ihm aber geantwortet: "Mach' dir keine Sorgen. Es war nicht dein Fehler." Rollins stand nach dem Match in der Kritik, weil er erst vor Kurzem in einem anderen Match John Cena versehentlich die Nase gebrochen hatte.

Doch trotz seiner schlimmen Verletzung denkt Sting an eine Rückkehr ins Wrestling-Geschäft: "Wenn es das passende Szenario ist: yeah!" Noch im Ring dachte er: "Oh Mann, nicht jetzt. Wenn das jetzt das letzte ist, was ich im Ring mache? Ich will so nicht aufhören."

Der 56-Jährige erklärte auch, dass er die Frage nach dem letzten Match seiner Karriere ohnehin hasse, derzeit mehr denn je: "Weil die Antwort ist wirklich ein Fragezeichen. Und derzeit ist das Fragezeichen so dick, wie es noch nie zuvor war."