Zum 20 Todestag von Falco: 20 Dinge, die Sie vielleicht nicht über ihn wussten

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Vor 20 Jahren - am 6. Februar 1998 - verstarb der Kultsänger Falco, Doch warum heißt er so? Was haben er und Status Quo gemeinsam? Und in welchem lateinamerikanischen Land toppte "Der Kommissar" die Charts? Die Antworten auf all diese Fragen liefert unsere Bildergalerie.

Als Falco als Johann Hölzel am 19. Februar 1957 in Wien zur Welt kam, war er der einzige Überlebende. Seine beiden Drillingsgeschwister starben während der Geburt.
Den Titel des berühmtesten Bassisten aller Zeiten muss Falco dann doch Paul McCartney (Bild) überlassen. Dennoch liebte auch Falco alias Hans Hölzel die vier Saiten: Er spielte zwar auch Klavier und Gitarre, sein Lieblingsinstrument war allerdings der Bass.
"Wir waren sehr enge Buddys", sagte Udo Lindenberg (Bild) einst in einem Interview mit der "Krone": "Falco hat mir Wien sehr genau gezeigt und mich durch die Gegend gefahren." Die beiden Stars waren eng befreundet und kannten sich schon seit den frühen 80er-Jahren.
Falco benannte sich nach dem ostdeutschen Skispringer Falko Weißpflog. Aus dem "k" in dessen Vornamen machte er allerdings ein "c" - wegen der besseren internationalen Vermarktbarkeit.
Bereits sein erster großer Hit, "Der Kommissar", war ein internationaler Erfolg: Die Single erreichte Platz 72 in den USA, toppte in Guatemala (!) die Charts und erhielt eine Goldauszeichnung in Kanada. Das Potenzial des Songs zeigte sich auch ...
... an vielfachen Coverversionen: Die New-Wave-Band After The Fire spielte den Song neu ein und erreichte mit dieser Version immerhin Platz 47 der UK-Charts, die französische Fassung ("Clair, commissaire!" von Matthew Gonder) und eine italienische Version konnten hingegen nicht in den Hitlisten landen.
Nicht nur im deutsch- und englischsprachigen Raum stürmte Falco die Charts: Neben "Rock Me Amadeus" landeten auch "Jeanny, Part I" und "Coming Home" auf Platz eins der schwedischen Hitparade.
Falcos größter Hit "Rock Me Amadeus" toppte die US-Charts. Er entstand gemeinsam mit den holländischen Produzenten Bolland & Bolland. Das Brüderpaar schrieb 1982 auch "In The Army Now", mit einer Cover-Version des Songs landeten Status Quo (Bild) vier Jahre später einen Nummer-eins-Hit.
Vor seinem Durchbruch als Musiker hatte Falco bereits einen Gastauftritt in der Krimiserie "Kottan ermittelt". Auf dem Höhepunkt seines Ruhms spielte er im "Formel Eins Film" (1985) und an der Seite von Mike Krüger in "Geld oder Leber" (1986) sich selbst.
Zwei bekanntesten Köpfe der 80er-Jahre: Gemeinsam mit Ex-Stallone-Ehefrau Brigitte Nielsen nahm Falco 1987 das Duett "Body Next To Body" auf.
"Jeanny (Part 1)" sorgte 1986 bekanntermaßen für einen Skandal. Auch Thomas Gottschalk kritisierte den Song und nannte Falco ein "Wiener Würstchen". Falcos "Fieselton" und die "Latrinenansichten des Videos" seien "einfach zu viel verlangt". Falco erwiderte darauf in der Sendung "Heute Abend mit Joachim Fuchsberger": "Ich kann doch einem ehemaligen Lehrer nicht übel nehmen, wenn er ein Wiener Würstchen nicht von einer Bockwurst unterscheiden kann."
"Es beginnt in einem Wald / Alle Rechte sind bezahlt / Und es endet doch daheim / Meine Hände sind so kalt / Denn die Zeit / Die ging ins Land / Meine Seele ist so rein": Die ersten Zeilen von "The Sound Of Music" wurden als politischer Kommentar auf die Wahl von Kurt Waldheim (Bild) 1986 gedeutet. Falco hätte sich empört über "über die Schludrigkeit, mit der das spießige, giftelnde Österreich Kurt Waldheim als Präsidenten selbst dann noch feierte, als der längst als Mittäter des Naziwesens enttarnt war", konstatierte etwa die "taz".
Gaga? Genial? Beides? Falcos einzigartiger Sprachmix aus Wiener Dialekt, Hochdeutsch und Englisch wurde vielfach studiert. Und sogar von ihm selbst gelehrt: In den 90er-Jahren unterrichtete Falco eine Klasse an der "Schule für Dichtung" in Wien. Name des Kurses war: "Schreibt Falco Texte? Wenn ja, wie?"
Der Titel "Sexuality" sollte eigentlich auf dem Album "Out Of The Dark" (1998) erscheinen, nach Falcos Tod blieb die Nummer unveröffentlicht. 2004 trat André Leherb mit dem Song beim österreichischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest an - und belegte Platz neun.
Formel-1-Legende Niki Lauda war ein enger Freund und langjähriger Wegbegleiter des Sängers: Zu dessen Ehren taufte der "Lauda Air"-Gründer eine Boeing 737 auf den Namen Falco.
Die ultimative Ehrung für viele Popstars ist ein Gastauftritt bei den "Simpsons". Falco zollten die Macher indirekt Tribut: In der Folge "Selma heiratet Hollywoodstar" wird eine Musical-Version von "Planet der Affen" aufgeführt, ein Chor singt darin den Song "Dr. Zaius" zur Melodie von "Rock Me Amadeus".
Das Original: Mit diesem Auto (Bild) ist Falco am 6. Februar 1998 in der Dominikanischen Republik verunglückt. Doch schon einige Wochen vor seinem Tod hatte Falco bereits einen Autounfall, wie der Film "Falco - Die ultimative Doku zum 60. Geburtstag" 2017 enthüllte.
Seine Mutter Maria Hölzel (gestorben 2014) wurde - auf ihren Wunsch hin - in Falcos Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
Würde Falco noch leben, dann wäre er "ein erfolgreicher Buchautor", meint Filmemacher Rudi Dolezal (rechts): "Irgendwo schön leben und einmal im Jahr ein Buch schreiben." Und: "Was er sich auch immer gewünscht hatte, war, dass seine Texte beurteilt werden, nicht nur die Hits, die Videos oder er als Person. Er verstand sich als Künstler, er hatte ja was zu sagen - nur wollte das damals keiner hören."
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