Zum 57. Geburtstag: Das waren Till Lindemanns größte Rammstein-Skandale

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Rammstein-Frontmann Till Lindemann feiert am 4. Januar seinen 57. Geburtstag. Mit seinen Bandkollegen ist er seit mehr als 25 Jahren weltweit erfolgreich - und der Erfolg lässt nicht nach. Vielleicht auch, weil die Band über die Jahre immer wieder für Skandale sorgt. © spot on news

Schon der Name der Band um Lindemann (r.) sorgte für Empörung. Die Gruppe benannte sich nämlich nach der US-amerikanischen Air Base Ramstein bei Kaiserslautern. Dort kamen 1988 bei einem Flugschau-Unglück 70 Menschen ums Leben, etwa 1000 weitere Personen wurden verletzt. Zwar schreibt die Band sich mit zwei "m" – der fade Beigeschmack bleibt jedoch.
Das Musikvideo zu ihrer Coverversion von "Stripped" (1998) unterlegte die Band mit Bildern aus Leni Riefenstahls (l.) Film "Olympia". Der entstand im Rahmen der Olympischen Spiele 1936 in Deutschland und wurde zu NS-Propaganda-Zwecken genutzt. Unter anderem dadurch erhielt die Band den Ruf, in der rechten Szene aktiv zu sein, was die Bandmitglieder jedoch immer wieder heftig bestritten. Mit dem Song "Links 2 3 4" (2001) zeigten sie ihre linksgerichtete Einstellung.
1999: Nach einem Konzert in den USA landete Till Lindemann gemeinsam mit Keyboarder Flake Lorenz sogar im Gefängnis. Er hatte seinen Bandkollegen auf der Bühne mit einem riesigen Dildo von hinten penetriert und die beiden wurden für eine Nacht wegen unzüchtigen Verhaltens festgehalten.
Für kontroverse Diskussionen sorgte auch der Song "Mein Teil" (2004) und das dazugehörige Video: Die Band ließ sich von der Geschichte eines Mörders, der die Leichenteile seiner Opfer verspeist haben soll, inspirieren. Heraus kamen verstörende Szenen. Auf der Bühne präsentierte sich Lindemann wie ein kochender Schlächter.
Auch die Bühnenshows mit viel Pyrotechnik sind legendär – allerdings schoss Lindemann hier schon weit übers Ziel hinaus. Er täuschte vor, in Flammen zu stehen. Was Fans nicht wussten: Der Sänger trug einen Spezialanzug, sodass nichts passieren konnte.
Von Kunstblut halten die brachialen Rocker wohl eher wenig: Die Wunden im Musikvideo zu "Rosenrot" (2005) sind angeblich echt. Die Bandmitglieder spielen Mönche, die sich selbst geißeln. Laut des Regisseurs haben sie sich die Wunden, die zu sehen sind, selbst zugefügt.
Gerne mal oben ohne auf der Bühne und unten ohne in Videos: Richtig provokant verhielten sich Lindemann und seine Bandkollegen auch im Musikvideo zu "Pussy" (2009): Die Rocker vergnügen sich darin mit Pornodarstellerinnen und Lindemann singt unter anderem "Steck Bratwurst in dein Sauerkraut".
Nicht nur Sex, sondern auch Gewalt ist Thema in den Songs von Rammstein. Wegen des Titels "Ich tu dir weh" durfte das 2009 erschienene Album "Liebe ist für alle da" nur an Volljährige verkauft und auch nicht mehr beworben werden. Im Jahr 2010 wurde die Indizierung des Albums jedoch aufgehoben.
2019 ging die Provokation weiter: In einem kurzen Video zur Single "Deutschland" stehen die Bandmitglieder wie bei einer Hinrichtung in gestreifter Häftlingskleidung mit Strick um den Hals da. Vor allem jüdische Verbände reagierten darauf mit Empörung. Auch das Video zu "Ausländer" sorgte für Diskussionen.