Angus Young: Mit AC/DC in den Rock-Olymp

Mit einer Gitarre in der Hand verwandelt sich Angus Young in ein dauernervöses Ziehaufmännchen. "Highway To Hell", "T.N.T.", "You Shook Me All Night Long" – mit dem Lead-Gitarristen und Songwriter von AC/DC wurde die Band zu einem der größten Rock-Acts aller Zeiten. Am 31. März 2020 feierte Angus Young seinen 65. Geburtstag. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Am 31. März 1955 wird Angus Young im schottischen Cranhill bei Glasgow geboren, wenig später wandert seine Familie nach Australien aus. Zusammen mit seinem Bruder Malcolm (2.v.r.) gründet Angus Anfang der Siebziger die Band AC/DC und tingelt mit ihr durch kleinere Pubs.
Nachdem AC/DC ihren ursprünglichen Sänger Dave Evans durch die Ausnahmeerscheinung Bon Scott ersetzt haben, handelt sich die Band als neue Live-Sensation schnell eine beachtliche Fanbase in und um Sydney ein. Ein Plattenvertrag bei Atlantic Records und Klassiker-Alben wie "Let There Be Rock" oder "Highway To Hell" sind die logische Folge.
AC/DC backstage in den 80ern: Nach Bon Scotts tragischem Tod 1980 finden AC/DC mit Brian Johnson (r.) einen würdigen Nachfolger – das erste gemeinsame Album "Back In Black" ist ihr erfolgreichstes überhaupt und eines der meistverkauften aller Zeiten.
Mit seiner Gibson-SG-Gitarre, die mit ihren Aussparungen ein wenig an Teufelshörner erinnert, und seinem vom Blues durchtränkten Spiel hat Angus Young unzählige Gitarristen beeinflusst. Auf der Rolling-Stone-Liste der besten Gitarristen aller Zeiten steht Young auf Platz 24. Laut Jerry Cantrell von Alice In Chains ist er "der wahre Gott der Blues-Gitarre".
Angus Young ist ein wahres Konditionswunder: Der 1,57 Meter kleine Gitarrist hat übrigens nie Alkohol oder Drogen angerührt – dafür ist er überzeugter Kettenraucher. Seiner Bühnenperformance hat das nie geschadet. Mehrere Kilometer legt er rennend und hüpfend bei einem AC/DC-Konzert zurück.
Die Anekdoten zu Angus Youngs Markenzeichen füllen mittlerweile ganze Wikis. Die Geschichte zur Schuluniform, die das tobende Teufelchen im Laufe einer AC/DC-Show beim obligatorischen Striptease ablegt, stammt noch aus seiner Schulzeit. Damals verschwand Angus damit direkt nach dem Unterricht im Proberaum zum Jammen.
Den charakteristischen Duckwalk hat Angus Young übrigens von Chuck Berry. Der 2017 verstorbene Musiker war auch Pionier und Inspirator für den typischen AC/DC-Sound. Der ist zwar von rauen Hard-Rock-Riffs geprägt, die Gruppe selbst sah sich aber immer als "Rock 'n' Roll Band".
Der Höhepunkt eines jeden AC/DC-Konzerts: Angus Youngs kulminierende Solo-Show – unter erratischem Zucken wälzt sich der Gitarrist auf einem Podest und entlädt sich wie bei einem Stromschlag. Sein Spiel leidet aber bemerkenswerterweise nie darunter.
2003 werden AC/DC in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Idee für den Bandnamen geht auf die Nähmaschine von Angus' und Malcolms Schwester Margaret zurück. Dort stand "AC/DC", die Abkürzung für alternating current bzw. direct current (Wechselstrom/Gleichstrom). Die Brüder sahen darin den passenden Namen für ihre für rohe Energie und kraftvolle Auftritte berühmte Band.
Seit mehr als 45 Jahren im Geschäft und mit über 150 Millionen verkauften Tonträgern sind AC/DC eine der größten Rockbands aller Zeiten.
Herber Verlust für die Musikwelt und ein schwerer Schicksalsschlag für Angus: Am 18. November 2017 verstirbt Bruder Malcolm Young, nachdem er viele Jahre mit einer schweren Demenzerkrankung zu kämpfen hatte. Bereits 2014 musste der ikonische Rhythmusgitarrist AC/DC deswegen verlassen.
Während ihrer "Rock Or Bust"-Tour mussten AC/DC ihren Sänger Brian Johnson 2016 vorübergehend durch Axl Rose ersetzen, weil Johnson sonst ein vollständiger Gehörverlust gedroht hätte. Angus Young war mit dem Gesang des Guns-N'-Roses-Frontmanns überaus zufrieden: "Er macht es sehr gut."
Mittlerweile kann Brian Johnson aber wieder singen. Er und Angus Young wurden vergangenes Jahr vor ihrem Aufnahmestudio in Vancouver gesichtet. Die Anzeichen verdichten sich, dass AC/DC in naher Zukunft ein neues Album herausbringen und anschließend wieder eine der größten Rock-Shows der Welt abliefern werden.