Nach den Protesten der letzten Auschwitz-Überlebenden gegen die Echo-Nominierung der Rapper Farid Bang und Kollegah wegen derer unter anderem als antisemitisch empfundener Songtexte ("Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen"), reagierten nun die Rapper.

Mittlerweile haben sich sowohl Farid Bang als auch Kollegah zu dem Antisemitismus-Vorwurf geäußert.

Während ersterer sich vordergründig versöhnlich gibt und der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano gar eine Zusammenarbeit vorschlägt, startet Kollegah einen "Feldzug" gegen die "Mainstreammedien" und ruft zu einem Shitstorm auf.

Farid Bang gibt sich versöhnlich

Mit ihren Reaktionen beschreiten die beiden Musiker zwei Strategien. Farid Bang zeigt sich auf Facebook versöhnlich und entschuldigt sich bei der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano.

Er schreibt, es hätte nicht in seiner Absicht gelegen, sie zu kränken und er biete ihr an, als Zeichen der Versöhnung zusammen mit ihr und Rapper Kollegah einen Song zu machen, dessen Einnahmen sie einer Einrichtung ihrer Wahl spenden könne.

Kollegah greift Medien an

Ganz anders dagegen die Reaktion Kollegahs, der sich mit seiner Wutrede an die "Mainstreamedien" wendet. Darin beklagt er den Sitten- und Qualitätsverfall in den deutschen Medien und wirft ihnen eine von "Doppelmoral" geprägte, "heuchlerische Hetzkampagne" gegen sich und Farid Bang vor.

Esther Bejarano will keinen Song

Seinen und Farid Bangs Fans empfiehlt er als "Stimme des Volkes" einen Shitstorm an die Adresse von RTL und "Bild", womit die klassische Strategie des "divide et impera" (teile und herrsche) in dieser Reaktion offenbar wird.

Gegenüber den Auschwitz-Überlebenden zeigt sich das Rapper-Duo versöhnlich und offen, gegenüber den Medien, die deren Empörung aufgegriffen haben, zeigt es sich feindselig.

Esther Bejarano sagte gegenüber der "Bild", sie fände es ungeachtet der geschmacklosen und verhöhnenden Textzeilen schön, dass man sich entschuldige, wolle aber keinen gemeinsamen Song.

(sh)