Bob Marley: Sein Leben für die Musik, Hoffnung und Frauen

Denkt man an Reggae, ist Bob Marley sofort präsent. Der Musiker wäre am Donnerstag 75 Jahre alt geworden. Obwohl er vor fast 40 Jahren starb, zählt er noch heute zu den bekanntesten Musikern seines Genres. Seine oftmals politisch angehauchten Songs wie "Get Up, Stand Up" oder "Buffalo Soldier" wurden zu Klassikern. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Als Robert Nesta Marley wurde der Musiker am 6. Februar 1945 auf der karibischen Insel Jamaika geboren. Seine Mutter war junge 18 Jahre alt, sein Vater, ein Hauptmann der britischen Armee, hingegen schon etwa 60. Nachdem der Vater die Familie verlassen hatte, wuchs er bei seiner Mutter Cedella (r.) auf. Das Bild zeigt seine Mutter sowie seinen Sohn Stephen im Jahr 1999.
Auf der Suche nach Arbeit zogen Marley und seine Mutter vom Land in die Stadt Kingston. Mit 16 Jahren brach er die Schule ab, arbeitete zunächst als Mechaniker und entschied sich dann, Musiker zu werden. Nachdem die ersten Solo-Versuche scheiterten, gründete der Jamaikaner (Mitte) 1963 eine Band, die später unter dem Namen The Wailers berühmt wurde.
Die Band um Marley erfand einen neuen Musikstil: Reggae. Tanzbare Melodien wurden verlangsamt. Schnell entstand ein Hype um die neue Musik und The Wailers hatten erste internationale Auftritte, unter anderem in den USA und Großbritannien.
1974 wagte sich Marley an eine Solokarriere. Seine Songs waren stark von der Rastafari-Religion beeinflusst. Auch politische und sozialkritische Themen sprach der Sänger an. Nachdem er angefangen hatte, seine Songs auf Englisch zu singen, wurde er weltweit berühmt. Seine Frau Rita (Mitte) stand mit weiteren Background-Sängerinnen als die I-Threes mit auf der Bühne. Seit 1966 waren die beiden Musiker verheiratet.
Bob Marley lebte gefährlich. Zwar wurde er von vielen Personen als Freiheitskämpfer und Idol betrachtet, anderen war er jedoch ein Dorn im Auge. Sowohl auf Marley, als auch auf seinen Manager und seine Frau wurde im Jahr 1976 geschossen – alle kamen glimpflich davon. Daraufhin wanderten der Sänger und seine Familie nach London aus.
1980 wurde dem Sänger eine große Ehre zuteil: Er trat bei der offiziellen Unabhängigkeitsfeier Simbabwes auf. Im selben Jahr folgte die Schock-Diagnose. Marley brach beim Joggen zusammen, woraufhin Hautkrebs diagnostiziert wurde. Der Sänger war immer ein großer Sportfan, vor allem Fußball zählte zu seinen Hobbies.
Weil der Krebs bereits gestreut hatte, zog der Reggae-Star nach Bayern, um alternative Behandlungsmethoden auszuprobieren – allerdings ohne Erfolg. Um seinen Wunsch, in seinem Heimatland die letzte Ruhe zu finden, zu erfüllen, flog Marley 1981 zurück. Er schaffte es allerdings nicht bis nach Hause: Bei einem Zwischenstopp in Florida verstarb er im Alter von nur 36 Jahren.
Der jamaikanische Sänger war ein Frauenschwarm. Mit seiner Frau Rita hat er fünf Kinder, eins davon ist adoptiert. Da er nicht der Treueste war, zeugte Marley mit vielen verschiedenen Frauen weitere Kinder: Sieben davon hat er offiziell anerkannt. Einige seiner Kinder, wie hier Stephen, Ky-Mani und Julian (v.l.n.r.), sind in seine Fußstapfen getreten.
Vor allem in der dritten Welt wurde Marley verehrt. Er galt als Stimme der Unterdrückten, als Hoffnungsträger und Revolutionär. Obwohl er schon zu Lebzeiten erfolgreich war, stieg sein Ansehen nach dem Tod noch weiter an. "Legends", das posthume Album des Mannes mit den auffälligen Rastas, verkaufte sich weltweit millionenfach.