Bruce Springsteen wird 70: Die Meilensteine einer Legende

Er gehört zu den größten Musikern unserer Zeit: Bruce Springsteen. Mit seinen kritischen Songs begeistert der 20-fache Grammy-Gewinner Fans auf der ganzen Welt – und das schon seit über 45 Jahren. Am 23. September feiert er seinen 70. Geburtstag. Ein Rückblick. © spot on news

Bruce Frederick Joseph Springsteen wird am 23. September 1949 in Long Branch, New Jersey, geboren. Dort wächst er in einem katholischen Elternhaus in einfachen Verhältnissen auf. Seinen Vater beschreibt der Musiker später als einen cholerischen Mann, dem es schwerfiel, emotionalen Kontakt zu seinen Kindern aufzubauen.
Im Alter von zehn Jahren entwickelt sich Springsteens Begeisterung für Rockmusik, zunächst für Elvis Presley, später auch für die Rolling Stones und die Beatles. Daraufhin bekommt er seine erste Gitarre geschenkt und bringt sich selbst das Spielen bei.
Als seine Eltern 1966 nach Kalifornien ziehen, bleibt Springsteen in New Jersey. Mädchen, Autos und Partys bestimmen seinen Alltag.
Musikalisch fängt alles mit der Band Earth an, die allerdings nur eine kurze Zeit lang besteht. 1969 gründet er schließlich die Band Child, die später in Steel Mill umbenannt wird. Allerdings gelingt auch ihr der große Durchbruch nicht – lediglich drei Singles nehmen sie zusammen auf.
1971 verlässt Springsteen die Band und nimmt an verschiedenen Jam-Sessions teil. Eine neue Gruppe Musiker findet sich zusammen: Dr. Zoom and the Sonic Boom - aus der wenig später die berühmte E Street Band wird.
Mit dieser nimmt Springsteen 1972 sein erstes Studioalbum "Greetings from Asbury Park, N.J." auf. Allerdings floppt das Album. Das zweite Album "The Wild, the Innocent & the E Street Shuffle" kann kommerziell ebenfalls nicht überzeugen. Die Liveauftritte von Springsteen sind allerdings schon lange legendär.
Erst mit dem dritten Album "Born to Run" gelingt 1975 der Durchbruch. Mit dem Titelsong gibt es einen Top-20-Single-Hit - und einen absoluten Klassiker. Aufgrund des Erfolgs kommt Springsteen in der gleichen Woche auf die Titelseite des "Time"-Magazins (Foto) sowie auf jenes von "Newsweek".
Warum Bruce Springsteen "The Boss" genannt wird? Der Spitzname entsteht Mitte der 70er-Jahre, nachdem er seinen Bandmitgliedern nach den Auftritten die Gage immer bar ausgezahlt hat. Das macht ihn zum "Boss". Im Laufe der Jahre rückt Springsteen immer mehr in den Vordergrund - ist von seinen Alben die Rede, verbirgt sich dahinter dennoch zumeist die volle Besetzung der E Street Band.
1980 folgt das Album "The River", das Springsteens musikalische Fähigkeiten in ganzer Bandbreite präsentiert. Zudem landet die Single "Hungry Heart" in den Top 10, wodurch der Künstler erstmals auch in Europa bekannt wird. Bei ihrer Tournee 1981 spielt die Band auch in Deutschland in ausverkauften Hallen.
Endgültig zum Superstar wird Springsteen mit dem Album "Born in the U.S.A" aus dem Jahr 1984. Die Platte bringt sieben Top-10-Hits hervor und geht als eines der meistverkauften Alben in die Rockgeschichte ein.
Was viele nicht wissen: Der Titelsong "Born in the U.S.A" ist keine patriotische Hymne, sondern kritisiert in Wahrheit den Vietnamkrieg und die US-Regierung. Springsteen erzählt in dem Song von einem Veteranen, der es nicht schafft, das Erlebte zu verarbeiten und sich in der Gesellschaft zurechtzufinden.
1985 heiratet Springsteen die Schauspielerin Julianne Phillips (Foto), die er erst wenige Monate zuvor in Los Angeles kennengelernt hat.
Nachdem Springsteens Weggefährte Steven Van Zandt 1984 die E Street Band verlässt, verändert sich einiges. Ein Ersatzmitglied für den Gitarristen sowie Patti Scialfa als Backgroundsängerin (Foto) stoßen zu der Gruppe hinzu. Zu diesem Zeitpunkt wird dem verheirateten Springsteen eine Affäre mit ihr nachgesagt.
1988 reicht Julianne Phillips die Scheidung ein, woraufhin Scialfa und Springsteen tatsächlich offiziell ein Paar werden. Im Juli 1990 kommt ihr Sohn Evan James zur Welt, geheiratet wird im Juni 1991. Im Dezember 1991 folgt die Geburt von Tochter Jessica Rae, 1994 erblickt Sam Ryan das Licht der Welt.
Anschließend legt Springsteen die Zusammenarbeit mit der E Street Band auf Eis. Doch er selbst macht keine Pause: 1992 veröffentlicht er die Alben "Human Touch" und "Lucky Town". Allerdings werden die Alben aufgrund ihrer kommerziellen Ausrichtung von vielen Fans als Tiefpunkt seiner Karriere angesehen.
Zahlreiche Springsteen-Songs finden ihren Weg in Kino-Soundtracks. Für den Film "Philadelphia" steuert er 1993 den Song "Streets of Philadelphia" bei, für den er einen Oscar für den besten Original-Song erhält. Für den Titelsong "Dead Man Walking" des gleichnamigen Films wird er 1996 ebenfalls für den Oscar nominiert.
1999 feiern Springsteen und die E Street Band dann schließlich ihr Comeback. Von April bis Juni spielen sie zunächst in großen Hallen und Stadien in Europa, ehe sie eine ausgedehnte US-Tournee beginnen.
Danach folgt im Juli 2002 das Album "The Rising", das unter dem Eindruck der Ereignisse des 11. September 2001 entsteht und mit drei Grammys auszeichnet wird. Das 2005 folgende Album "Devils & Dust" wird von den Kritikern ebenfalls positiv aufgenommen.
Ans Aufhören denkt Springsteen noch lange nicht. Es folgen die Alben "The Magic" (2007) und "Working on a Dream" (2009). Den Titelsong "Working on a Dream" spielt der Künstler in einer akustischen Version bei Wahlkampfauftritten des damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama (Foto).
Zum 35-jährigen Jubiläum des Doppelalbums "The River" geht Springsteen 2015 mit seiner E Street Band auf Welttournee und spielt rund 75 Konzerte. Im Jahr 2016 erscheint seine Autobiografie "Born to Run", in der er schonungslos über seine Depression und das Leben als Musiker berichtet.