Cliff Richard wird 80: Der erste vieler Popstar-Ritter

Cliff Richard feiert am 14. Oktober seinen 80. Geburtstag. Der Popsänger blickt auf eine lange Karriere zurück: 1995 war er der erste Musikstar, dem die Ehre zuteil wurde, von der Queen zum Ritter geschlagen zu werden. Er darf sich seitdem "Sir" nennen – so wie diese Legenden. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Mit seinen drei Schwestern an seiner Seite erhielt Cliff Richard 1995 als erster Popstar den Ritterschlag der Queen. Bis heute ist der Ritterschlag für ihn die schönste Erinnerung seiner Karriere: "Ohne Zweifel ist es das. Als ich den Brief bekam, konnte ich es erst gar nicht glauben. Vor lauter Schock lachte ich erstmal eine Weile. Als ich den Brief nochmal las, realisierte ich, dass es wirklich passiert. Was für eine Ehre."
Produzent und Komponist George Martin wurde 1996 zum Ritter geschlagen und durfte sich fortan "Sir" nennen. Die Anerkennung erhielt er für seine Verdienste um die Musikindustrie und Popkultur – Martin wurde oft als "Fünfter Beatle" bezeichnet.
1997 verlieh Queen Elizabeth Paul McCartney den Ritterschlag für seine Verdienste um die Musik. Als Mitglied der Beatles wurde McCartney bereits 32 Jahre zuvor Mitglied des "Order of the British Empire".
Seit 1998 darf sich Sänger Elton John "Sir" nennen. Für seine Verdienste um die Musik und Wohltätigkeitsarbeit schlug die Queen ihn zum Ritter. Schon seit den 1980er Jahren setzt Sir Elton John sich im Kampf gegen HIV und AIDS ein.
Für seine Verdienste um die Popmusik erhielt "Rolling Stones"-Gründungsmitglied Mick Jagger 2003 den Rittertitel der Monarchin. Seine Ritterschaft stieß bei Fans auf Enttäuschung: Dass er sie angenommen hatte, schien seiner Anti-Establishment-Haltung zu widersprechen. Sein Kollege Keith Richards lehnte die Ehre damals ab. Er wolle nicht mit jemandem auf der Bühne stehen, der eine "Krone und altes Hermelin trägt". Darum ginge es bei den Stones nicht.
Auch Superstar David Bowie wollte nicht von der Queen zum Ritter geschlagen werden. Schon 2000 lehnte er den "CBE"-Award ab, drei Jahre später auch den Ritterschlag. "Ich hätte nie die Intention, so etwas anzunehmen", erklärte er der "Sun". "Ich weiß wirklich nicht, wofür das ist. Das ist nicht, wofür ich mein ganzes Leben gearbeitet habe. Es ist einfach nichts für mich."
Pop-Sänger Tom Jones nahm den Titel 2006 hingegen dankend an. Es sei eine große Ehre für ihn. "Wenn man im Showbusiness anfängt und seinen ersten Hit hat, ist das der Anfang von etwas. Mit der Zeit wird es einfach immer besser. Dies ist das Beste, was ich habe. Es ist ein wunderbares Gefühl, ein berauschendes Gefühl."
Sänger Van Morrison hat in seiner Karriere viele Preise und Auszeichnungen erhalten. Für seine Verdienste um die Musikindustrie und den Tourismus in Nordirland schlug die Queen den "Gloria"-Sänger 2016 zum Ritter.
Rod Stewart erhielt den Ritterschlag 2007. "Es ist ein wundervolles Ereignis. Wir sind das einzige Land der Welt, das den einfachen Mann ehrt", sagte der Sänger damals. Als ewiger Rock'n'Roll-Rebell trug er zum Anlass eine Krawatte mit Totenköpfen.
Seit 2017 darf sich auch The-Kinks-Frontmann Ray Davies, häufig auch der "Godfather des Britpop" genannt, als "Sir" betiteln.
Über 20 Jahre nachdem sein Bandkollege Paul McCartney den Ritterschlag erhalten hatte, wurde 2018 auch Beatles-Drummer Ringo Starr die Ehre zuteil. Den Namenzusatz "Sir" erhielt er damals von Prinz William. Den übrigen zwei Beatles-Mitgliedern blieb die Ehre verwehrt.
Bee-Gees-Star Barry Gibb wurde 2017 von der Queen höchstpersönlich in den Ritterstand erhoben. Den Ritterschlag erhielt er von Prinz Charles im darauffolgenden Jahr.
Weil er Ire ist und die Ehre, von der Queen zum Ritter geschlagen zu werden, ausschließlich britischen Staatsbürgern vorbehalten ist, erhielt Bob Geldof "nur" die Ehrenritterschaft (KBE) für seine Wohltätigkeitsarbeit in Afrika – und das schon 1986. Trotzdem wird er häufig als "Sir Bob" bezeichnet.
Auch Bono, der ebenso Ire ist, erhielt die Ehrenritterschaft. Eine Auszeichnung für seine Verdienste für die Musikindustrie und humanitäre Arbeit wollte die Queen ihm nicht vorenthalten und so inkludierte sie ihn in ihrer Neujahrsehrenliste für das Jahr 2007.
Auch einigen Frauen wurde die Ehre des Ritterschlags zuteil. Statt zum "Sir" werden die weiblichen Träger des Titels zur "Dame" ernannt. So auch "Mary Poppins"-Darstellerin Julie Andrews, die die Queen 1999 in den Stand erhob.
Die britischen Royals, vornehmlich Prinz William und sein Bruder Harry, sollen große Fans von Shirley Bassey sein, die hauptsächlich durch ihre drei "James Bond"-Titelmelodien bekannt wurde. 1999 machte Queen Elizabeth II. die britische Sängerin zur Dame Commander of the British Empire.
Für ihre Verdienste um Unterhaltung, Krebsforschung und Wohltätigkeitsarbeit erhielt John Travoltas "Grease"-Co-Star Olivia Newton-John während der Neujahrsehrungen 2020 ebenfalls die royale Würdigung.
Nicht nur Musikern wurde die Ehre einer Damehood zuteil. Weitere bekannte Namen sind das Model Twiggy, Schauspielerin Judi Dench, Helen Mirren, Elizabeth Taylor, Joan Collins, "Vogue"-Chefin Anna Wintour und zuletzt Schauspielerin Emma Thompson (Foto), die im Anzug und Sneakers zur festlichen Zeremonie erschien. Weitere prominente "Sirs" sind die Schauspieler Anthony Hopkins, Michael Caine, Ian McKellen, Patrick Stewart und Daniel Day-Lewis.