Cliff Richard: Der englische Elvis wird 79

Mit über 250 Millionen verkauften Platten gehört Cliff Richard nach Elvis Presley und den Beatles zu den ganz großen Künstlern der Musikgeschichte. Bis heute produziert der in Indien geborene Brite ein Album nach dem anderen. Zu seinem 79. Geburtstag am 14. Oktober gratulieren wir dem Sänger mit einem Rückblick auf seine erfolgreiche Karriere. © spot on news

Ende der 1950er-Jahre ist die Welt vom Rock'n'Roll-Fieber gepackt und viele junge Musiker wollen auf den Zug aufspringen. So auch er. Zunächst muss ein Künstlername her – Cliff Richard –, dann folgt der erste Hit: "Move it". Die Single schafft es auf Platz zwei der britischen Charts. Die dazugehörige Platte gilt bis heute als Rock'n'Roll-Klassiker.
Cliff Richard wird schnell als britische Version von Elvis Presley gehandelt, bringt Songs wie "Living Doll" (sein erster Nummer-eins-Hit) oder "High Class Baby" heraus. Unterstützt und begleitet wird er in den ersten Jahren seiner Karriere von Bands wie The Drifters oder The Shadows (im Bild).
In den 1960er-Jahren wird er in einem Atemzug mit den Beatles genannt. Wie es damals üblich ist, singt er Songs in verschiedenen Sprachen ein, darunter auch Japanisch und Deutsch. Doch obwohl ihm die deutsche Version von "Rote Lippen soll man küssen" (Lucky Lips) besonders schwer fällt, hält sich der Song 1963 in Deutschland sieben Wochen auf Platz eins.
1968 tritt Cliff Richard mit seiner 41. Single "Congratulations" für England beim Eurovision Song Contest, damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson, an. Er verpasst den Sieg knapp um einen Punkt. Das Lied wird trotzdem ein Hit und ist bis heute ein Dauerbrenner. 1972 vertritt er England ein weiteres Mal und holt mit dem Titel “Power to all our Friends” den dritten Platz.
Ende der 1960er-Jahre wendet sich Cliff Richard vermehrt dem Christentum zu, produziert christliche Songs und veröffentlicht ein Buch mit Bibelgeschichten für Kinder. Bis heute bekennt er sich zu seinem Glauben. Seit 1966 spendet er überdies ein Zehntel seines Einkommens für wohltätige Zwecke.
In den 1970er-Jahren tritt Richard in zahlreichen Fernsehsendungen auf und moderiert von 1970 bis 1976 sogar seine eigene Show unter dem Namen "It's Cliff Richard". Auch erhält er kleinere Schauspielrollen in Filmen wie "Wonderful Life" (1964, im Bild), "Two a Penny" (1968) oder "Take me High" (1973).
In den 1970er- und 1980er-Jahren erfindet sich Cliff Richard als Musiker neu. Zu dieser Zeit entstehen Megahits wie "Devil Woman", "We Don't Talk Anymore", "Dreamin" und schließlich der UK-Weihnachtshit von 1988, "Mistletoe and Wine". 1989 feiert er sein 30-jähriges Bühnenjubiläum mit zwei ausverkauften Shows im Wembley-Stadion.
Am 17. Juni 1995 schlägt ihn Queen Elizabeth II. als ersten Popstar für sein Engagement im karitativen Bereich zum Ritter. Seitdem trägt er den Titel "Sir". Im Jahr 2012 gibt es dann ein Wiedersehen mit der Queen.
1999 veröffentlicht er den Song "Millenium Prayer", ein gesungenes Vaterunser, das es, obwohl von den Radiosendern kontrovers gehandelt, auf Platz eins der UK-Charts schafft. Es ist sein bislang letzter Nummer-eins-Hit.
In einem Interview mit der "Sunday Times" erwähnt Richards einmal, dass er zölibatär lebe. Das führt immer wieder zu Spekulationen bezüglich seiner sexuellen Orientierung. In seiner Autobiografie von 2008 sagt er dazu: "Geht es irgendjemanden etwas an? Ich glaube, meinen Fans wäre das ohnehin egal." Außerdem sei "Sex nicht die treibende Kraft" für ihn. Gleichzeitig fordert er bis heute von der Kirche, die Homoehe zu akzeptieren. Am Ende sei es "allein Gott, der urteilt".
Unermüdlich produziert Richard auch im neuen Jahrtausend ein Werk nach dem anderen. 2013 erscheint mit "The Fabulous Rock'n'Roll Songbook" das 100. Album seiner Karriere. Ein Jahr zuvor hilft er im Rahmen der Sommerspiele in London, die olympische Fackel von Derby nach Birmingham zu tragen.
Anlässlich seines 75. Geburtstags tritt Cliff Richard im Oktober 2015 in sieben Städten Großbritanniens auf, darunter sechs Nächte in der Londoner Royal Albert Hall, wo er im Laufe seiner Karriere mehr als hundert Mal auf der Bühne steht.
Der Sportfan und Nichtraucher hält sich mit Tennis und Schwimmen fit. Wegen seines jugendlichen Aussehens wird der Brite in England als "Peter Pan of Pop" betitelt.