Deutsche Hip Hopper und Rapper: Könige der Skandale

Am 3. August feiert Felix Blume alias Kollegah seinen 35. Geburtstag. Immer wieder eckt er mit seinen provokanten Handlungen und Worten an. Damit ist er in der Szene aber keinesfalls allein. © spot on news

Seit rund 15 Jahren macht Kollegah nun schon Musik. Der Titel seines ersten veröffentlichten Mixtapes im Jahr 2004, "Zuhältertape", hätte es erahnen lassen können: Der Rapper aus Friedberg in Hessen eckt mit seiner provokanten Art an.
Kritiker werfen ihm vor, seine Texte seien sexistisch, frauenfeindlich und beleidigend. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien setzt sein Album "Jung, brutal, gutaussehend" sogar auf den Index. Seitdem ist der Verkauf an Minderjährige in Deutschland nicht mehr gestattet.
Trotz anhaltender Kritik nehmen die beiden den Preis am 12. April 2018 entgegen. Die Proteste werden so laut, dass viele Künstler ihre bisher gewonnenen Preise zurückgeben und der Echo letztendlich sogar abgeschafft wird. Aufgrund des Holocaust-Vergleichs wird außerdem Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Die Ermittlungen werden jedoch eingestellt.
Gzuz von der 187 Straßenbande hat sich im Laufe seiner Karriere schon so manches zuschulden kommen lassen. Insgesamt 13 Vorstrafen soll der gebürtige Hamburger mit dem bürgerlichem Namen Kristoffer Klauß auf dem Kerbholz haben. 2010 kommt er für dreieinhalb Jahre hinter Gitter, nachdem er einen Handyladen ausgeraubt hat, 2017 wird er wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Im April 2019 kursiert ein Handy-Video bei Facebook, das Gzuz dabei zeigt, wie er einen Schwan attackiert. "Ey, ich geb' dem Schwan eine Ohrfeige." Vier Monate später bricht er auch noch in ein Freibad ein.
Immer wieder werden Bushido homophobe und gewaltverherrlichende Texte vorgeworfen. Umso erstaunlicher: Im Jahr 2011 wird der Sohn einer Deutschen und eines Tunesiers mit dem Bambi für Integration ausgezeichnet. "Musik ist eine Kunstform, der bewusste Tabubruch ein Stilmittel des Raps", begründen die Verantwortlichen ihre Wahl. Doch draußen vor der Veranstaltungshalle in Wiesbaden toben die Proteste.
Dass ausgerechnet der Deutsch-Rapper mit dem Preis ausgezeichnet wird, können viele nicht nachvollziehen. Heino ist einer von ihnen. Auch er durfte sich im Jahr 1990 über einen Bambi freuen – den er nach der Ehrung Bushidos jedoch zurückgibt. "Ich bin zutiefst empört, dass man einem gewalttätigen Kriminellen wie Bushido den Bambi verleiht", sagt er damals der "Bild"-Zeitung.
Von indizierten Alben kann auch Frauenarzt ein Liedchen rappen. Der Musiker aus Berlin-Tempelhof ist für seine pornografischen und sexuell freizügigen Texte bekannt. Sein Album "Untergrund Solo, Volume 2" (2003) wird im Jahr 2004 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien verboten. Seine Alben "Porno Party" (2002), "Tanga Tanga 2003" (2003) und "Mehr Kohle: Atzen machen Ärger" (2005) ereilt dasselbe Schicksal.
Im Jahr 2009 wird Frauenarzt zudem zur Kasse gebeten. Da ihm in Bezug auf zwei seiner früheren Tonträger Gewaltdarstellung und Verbreitung gewaltpornografischer Schriften vorgeworfen wird, muss er insgesamt 8.400 Euro blechen – eine fünfjährige Bewährungsfrist inklusive.