Dolly Parton wird 75: Das aufregende Leben der Country-Musiklegende

Mehr als 100 Millionen verkaufte Alben, 25 Nummer-1-Hits, 13 Grammys: Die (bisherige) Bilanz von Dolly Parton kann mit Recht als beeindruckend bezeichnet werden. Das Allround-Talent, das am 19. Januar seinen 75. Geburtstag feiert, war zudem als Schauspielerin erfolgreich und ist für großzügiges soziales Engagement bekannt. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Dolly Rebecca Parton (hier in den frühen 70er Jahren) kam am 19. Januar 1946 in Sevierville (US-Bundesstaat Tennessee) zur Welt. Gemeinsam mit ihren insgesamt elf Geschwistern verbrachte sie ihre Kindheit in den Smokey Mountains, von den ärmlichen aber glücklichen Verhältnissen berichtete sie im 1977 erschienenen Song "Coat of Many Colors".
Partons Familie ist durchweg sehr musikalisch, weshalb es nicht verwundert, dass die Musikerin (hier im März 1977) bereits mit sieben Jahren Gitarre spielen lernte und mit zehn zum ersten Mal im Fernsehen auftrat. 1959 präsentierte Parton erstmals einen selbst geschriebenen Song im Radio: "Puppy Love".
Nach ihrem Schulabschluss zog die junge Sängerin in die Musikmetropole Nashville und arbeitete zunächst als Songschreiberin. Country-Musikstar Porter Wagoner (hier mit Dolly 1973) erkannte ihr Talent und brachte sie in seiner Fernsehshow groß heraus. Schon bald war Parton jedoch erfolgreicher als ihr Mentor und begann ab 1974 eine vielversprechende Solokarriere.
Ihre größten musikalischen Erfolge erzielte Dolly Parton in den 70er und 80er Jahren, viele von ihren Songs wurden später von anderen Künstlern gecovert. Die erfolgreichste Cover-Version eines Dolly-Parton-Titels ist zweifellos "I Will Always Love You" von Whitney Houston. Der Song erschien in der Originalversion bereits 1974. Das Foto zeigt Parton circa 1978.
1973 erschien "Jolene", der wohl außerhalb der USA bekannteste Song der Künstlerin. Auf der Vorab-Single des gleichnamigen Albums, das ein Jahr später erschien, bittet Parton eine weibliche Rivalin, ihr nicht den Mann auszuspannen. Weltweit wurde das Lied insgesamt 44 Mal von anderen Interpreten gecovert.
Überaus erfolgreich stand die US-Amerikanerin häufig mit Country-Legende Kenny Rogers (r.) auf der Bühne. 1983 (Foto) erschien ihr erfolgreichstes von vielen Duetten, "Islands in the Stream". Geschrieben wurde es von...
... den Gebrüdern Gibb, besser bekannt als die Bee Gees. Ihr Song stürmte bis an die Spitze der Charts.
Zu den Künstlern, mit denen Parton bislang häufiger zusammenarbeitete, gehören auch Linda Ronstadt (l.) und Emmylou Harris (r.). Zu dritt bildeten sie die Supergroup "Trio", ihre gemeinsamen Alben erschienen 1987 und 1999. Das Foto zeigt sie 1978 auf Dolly Partons Anwesen im kalifornischen Brentwood.
Bekannt ist die Musikerin (hier 1977) allerdings nicht nur für ihre Stimme, sondern auch für ihre Erscheinung. Bereits mit 22 Jahren unterzog sie sich ihrer ersten Schönheitsoperation und machte von Beginn an keinen Hehl aus ihren vielen Eingriffen. Mittlerweile wendete sie bereits knapp 600.000 US-Dollar auf, um ihren Alterungsprozess aufzuhalten.
Dank ihrer musikalischen und schauspielerischen Erfolge gehörte Parton schon in jungen Jahren zur A-Riege Hollywoods - und verfügte über einen entsprechenden Bekanntenkreis. Das Foto zeigt sie mit Kollegin Cher (r.) in einem 1978er Fernsehspezial. Die beiden teilen nicht nur ihre musikalische Ader, sondern auch den Hang zu Schönheits-OPs - und...
... schauspielerischen Auftritten. Wie Cher wagte Dolly Parton den Versuch, als Sängerin auch im Filmbusiness Fuß zu fassen. Mit Erfolg, wie unter anderem "Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um?" (1980) bewies. Das Foto zeigt Parton bei der Premiere mit ihren Co-Stars Lily Tomlin (l.) und Jane Fonda (M.). Der Filmsong "9 to 5" erhielt sogar eine Oscarnominierung.
In der Komödie freunden sich die drei Frauen Judy (Fonda), Violet (Tomlin) und Doralee (Parton) im Büro miteinander an. Sie hassen ihren egoistischen und sexistischen Chef und schmieden einen Racheplan. Der Film, der im Original wie der Filmsong "9 to 5" heißt, war nach dem "Star Wars"-Blockbuster "Das Imperium schlägt zurück" der zweiterfolgreichste Film 1980.
Vier Jahre später war die Musikerin neben einem weiteren etablierten Hollywood-Star zu sehen: Sylvester Stallone (l.). Die Musikkomödie "Der Senkrechtstarter" (1984) floppte zwar an den Kinokassen und fiel bei den Kritikern durch, brachte jedoch für Parton zwei Top-Ten-Hits hervor.
Erfolgreicher war "Magnolien aus Stahl – Die Stärke der Frauen" 1989. Der Film, in dem sich mehrere Frauen - unter anderem gespielt von Daryl Hannah, Sally Field, Julia Roberts und Shirley MacLaine - regelmäßig in einem Schönheitssalon über Klatsch und Tratsch austauschen und sich zur Seite stehen, wurde mit mehreren Preisen prämiert. Julia Roberts erhielt sogar den Golden Globe.
Sein Hauptaugenmerk legte das Allround-Talent allerdings immer auf die Musik, was Parton unzählige Erfolge einbrachte, beispielsweise 2000 den Country Music Award (Foto). In mehr als 40 Jahren veröffentlichte sie circa 80 Country- und Pop-Alben, heute ist sie Mitglied der Country Music Hall of Fame und der Songwriters Hall of Fame. Außerdem kann sie zwei Oscarnominierungen vorweisen.
Und da hört ihre Erfolgsbilanz noch lange nicht auf. Laut des Musikmagazins "Billboard" ist Parton (hier 2017 bei den Screen Actors Guild Awards) die reichste Frau in der Popgeschichte. Außerdem schaffte es (bislang) keine andere Frau, in 40 Jahren 25 Nummer-1-Hits zu produzieren. Mit "I Will Always Love You" schaffte sie das Kunststück sogar zweimal: 1973 und 1982.
Eine weitere Ehre wurde Parton 1997 zuteil - allerdings ohne ihr Wissen oder Zutun. "Dolly", das erste geklonte Säugetier der Welt, wurde nach ihr benannt. 2003 starb es.
Dolly Parton ist auch als Unternehmerin ziemlich erfolgreich. 1986 wurde sie Miteigentümerin ihres eigenen Freizeitparks "Dollywood" in Pigeon Forge, Tennessee. 2013 kündigte sie an, über viele Jahre in den Park investieren zu wollen. Unter anderem sollte ein Familienresort neu entstehen.
Ein seltener Schnappschuss: Bereits 1966 heirateten Dolly Parton und der Bauunternehmer Carl Dean im US-Bundesstaat Georgia. Ihre Ehe hält bis heute. Dean meidet allerdings seit jeher die Öffentlichkeit. 2006 machte er bei der 78. Oscarverleihung eine Ausnahme.
Und auch als Philanthropin ist die nunmehr 75-Jährige bekannt. Seit 1995 fördert sie mit ihrer Imagination Library und als Autorin eigener Bücher das Lesen von Kindern weltweit. 2020 las sie während des Corona-Lockdowns regelmäßig via Internet-Stream aus Kinderbüchern vor. Außerdem spendete sie im Zuge der Pandemie eine Million US-Dollar für die Wissenschaft und war an der Entwicklung des Impfstoffes von Moderna beteiligt.