Doro Pesch: Die "Warlock"-Sängerin im Wandel der Zeit

Seit über 35 Jahren verpasst Rock-Sängerin Doro Pesch ihren Fans die volle musikalische und blonde Dröhnung. Wir blicken zurück auf ihr Leben und ihre Karriere. © spot on news

Sie ist eine echte Heavy-Metal-Ikone: Doro Pesch kann mit ihren 55 Jahren auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Mit der Band Warlock und dem Album "Burning the Witches" fing alles an - 1984 kletterte die Platte bis auf Platz 39 der deutschen Charts.
Mit der Band war aber 1988 nach vier Studioalben Schluss. Im Jahr nach der Trennung veröffentlichte die Düsseldorferin unter dem etwas verwirrenden Namen Doro + Warlock ihr Debütalbum "Force Majeure", das es immerhin auf Platz fünf der Charts schaffte.
In den USA reichte es nur für Platz 154, dennoch war das Debütalbum immerhin elf Wochen gelistet. Bis heute spielt sie in den USA immer wieder Konzerte – erst kürzlich war sie mit ihrer Band auf Tour durch die Staaten, spielte dort aber hauptsächlich Warlock-Songs.
Das erste wirklich unter ihrem Namen erschienene Album war dann 1990 "Doro". Durch Zufall wurde KISS-Bassist Gene Simmons Produzent, ebenso wie der spätere KISS-Gitarrist Thommy Thayer. Es gab zudem mit "I'll Be Holding On" auch ein Cover des Titelsongs von Ridley Scotts Film "Black Rain", das aus der Feder der Filmmusik-Legenden Will Jennings und Hans Zimmer stammt.
Doro hat auch unter Promis und Kollegen viele Fans und ist überaus beliebt. Sänger Bosse meinte bei Instagram einmal: "Wenn ich jemand TipTop finde, dann Doro." Getroffen hatten sich die beiden bei der TV-Sendung "Inas Nacht".
Ab 2001 wandte sie sich vermehrt auch der Zusammenarbeit mit anderen bekannten Künstlern zu. Darunter waren neben der US-Band Twisted Sister (hier der Frontmann Dee Snider) auch ihr Held, Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister, sowie Komiker Dirk Bach, die US-Band Ministry, Ex-Nightwish-Sängerin Tarja Turunen und die Scorpions. Sie veröffentlichte aber auch weiterhin eigene Alben, die regelmäßig in die Top 20 der deutschen Charts kletterten.
Im Jahr 2002 schaffte es Pesch ins Unterhaltungs-TV. Sie trat beim "RTL Promiboxen" an und stieg gegen Schauspielerin Michaela Schaffrath in den Ring, die davor als Gina Wild im Erotikbusiness Bekanntheit erlangte. Allerdings verlor Doro Pesch die Klopperei – wenn auch knapp.
Im Jahr 2008 feierte sie ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum mit einem großen Konzert im ISS Dome in Düsseldorf. Dazu holte sie sich Vorbands wie Leaves Eyes, Arch Enemy und Holy Moses auf die Bühne. Zudem konnten die Zuschauer neben Doro auch nochmal ihre Band Warlock live erleben. Bis auf den Bassisten hatten sich alle noch einmal zusammengerauft und spielten ein kurzes Set.
Dass Doro Pesch aber auch gern gesehener Gast bei großen Events ist, beweist dieses stargespickte Bild. Sie posiert neben Helene Fischer, US-Star Michael Bolton (2.v.l.) und Scorpions-Sänger Klaus Meine. 1994 konnte die Queen of Metal den Echo als "Künstlerin national" abstauben.
Doro ist aber auch offen für Neues. Hier ist sie 2012 bei der Ankündigung der ersten Full Metal Cruise zu sehen, einer Heavy-Metal-Festival-Kreuzfahrt, die vom Veranstalter des Wacken Festivals in unregelmäßigen Abständen aufgezogen wird. Sie spielte im Sommer 2013 selbst dort neben Bands wie Betontod, Eskimo Callboy, Heaven Shall Burn und Sabaton. Neben ihr zu sehen sind die Wacken-Gründer Thomas Jensen (l.) und Holger Hübner (r.) sowie der damalige "TUI Cruises"-Chef Richard Vogel (m.).
Nach wie vor macht sie immer noch gemeinsame Sache mit anderen Bands. Zuletzt arbeitete sie mit der schwedischen Melodic-Death-Metal-Band Amon Amarth für den Song "A Dream That Cannot Be" zusammen. Damit konnte sie richtig große Charterfolge feiern, denn in Deutschland und Österreich erreichte das Album die Spitze der Charts, den dritten Rang in der Schweiz, Nummer fünf in Schweden und den 19. Platz in den USA.
2017 dann brachte sie mit "Für immer" ihr erstes komplett deutschsprachiges Album heraus. Der Name ist an ihre gleichnamige Ballade angelehnt, die einer der großen Fanlieblinge ist und gern auf Hochzeiten gespielt wird. 2018 klappte es dann mit dem Doppelalbum "Forever Warriors / Forever United" auch mit einer besseren Platzierung in den Charts als mit dem Debüt "Force Majeure" – Platz vier stand zu Buche. Dass sie es live auch noch mit 55 drauf hat, beweist diese Aufnahme ihres Auftritts in Wacken 2018.