Die Rapper Kollegah und Farid Bang haben trotz der Kritik an ihren Texten einen Echo verliehen bekommen. Buh-Rufe und Kritik dafür gab es nicht nur am Abend der Preisverleihung, sondern auch in den sozialen Medien. Eindeutige Reaktionen von Musiker-Kollegen sucht man allerdings vergebens.

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Da ist er nun, der diesjährige Skandal, mit dem der Musikpreis Echo es geschafft hat, eine gewisse Medienpräsenz zu erreichen.

Denn seien wir ehrlich: eine Trophäe, die von Branchenangestellten unter den Augen von Branchenangestellten an Branchenangestellte verliehenen wird - wen interessiert das schon außerhalb dieser Branche?

Skandale und Eklats gibt es beim Echo regelmäßig

Und so wartet die breite Öffentlichkeit jedes Jahr darauf, dass wenigstens bei den Nominierungen Krawall-Potenzial herrscht.

Und der Echo liefert regelmäßig: Der Skandal um die Ausladung der Band Oomph! wegen ihres Songs "Gott ist ein Popstar" aus dem Jahr 2006 wirkt allerdings aus heutiger Sicht fast niedlich. Größer war da schon die Kontroverse um die Nominierung von Frei.Wild.

In diesem Jahr waren es nun Kollegah und Farid Bang, an denen sich der Streit entzündete. Ihr Album "Jung, brutal, gutaussehend 3" war nominiert worden - obwohl Textzeilen als antisemitisch kritisiert worden waren.

Weil das Album dann aber auch noch gewann, ging es schon am Donnerstagabend während der Veranstaltung hoch her. Die Verleihung des Preises an Kollegah und Farid Bang war vom Saalpublikum mit Buh-Rufen und Pfiffen quittiert worden.

Doch auf eindeutige Reaktionen von Musikerkollegen wartet man vergeblich. Klar: wer beißt schon die Hand, die einen füttert?

Musikerkollegen äußern sich kaum

Lediglich Alt-Punker Campino hatte noch auf der Bühne Haltung gezeigt und seine Meinung kundgetan. Doch es sind es vor allem Entertainer oder andere Personen der Öffentlichkeit, die in den sozialen Medien ihrem Ärger Luft machen.

Moderator Thore Schölermann findet deutliche Worte - und eine noch eindeutigere Geste:

Auch Shahak Shapira lästert über den Echo:

Oliver Polak, Komiker mit jüdischen Wurzeln, zeigt sich fassungslos:

Auch Seyran Ateş, Anwältin und Mitbegründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, findet deutliche Worte:

Nilz Bokelberg kritisiert gleich die ganze Veranstaltung:

Vielleicht braucht der ein oder andere ja auch noch etwas Zeit, um wach zu werden - wir jedenfalls sind auf weitere Reaktionen gespannt. (dh)

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