Der Eklat um die diesjährige Echo-Verleihung hat eine politische Ebene erreicht. Bundesaußenminister Heiko Maas spricht von "antisemitischen Provokationen" und nennt die Vergabe des Preises an Farid Bang und Kollegah "widerwärtig" und "beschämend".

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Ob sich Bundesaußenminister Heiko Maas tatsächlich am Donnerstagabend die Verleihung des diesjährigen Echo angeschaut hat, wissen wir natürlich nicht.

Dass er den Eklat um die Vergabe des Preises an Kollegah und Farid Bang mitbekommen hat, steht nun jedoch fest.

Bereits im Vorfeld hatte die Nominierung des Albums "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" der Rapper Kollegah und Farid Bang in der Kategorie "Hip-Hop" für Ärger gesorgt. Vor allem die Textzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" stand dabei in der Kritik. Dass die Rapper die Trophäe schließlich sogar gewannen, erzürnte zahlreiche Promis und Politiker.

Heiko Maas nennt Vergabe "beschämend"

Nun gibt es auch Kritik auch von höchster Stelle. Einen Tag nach der Veranstaltung nutzt Heiko Maas seinen Twitter-Account, um in die Debatte um die Echo-Vergabe einzusteigen.

Und er findet deutliche Worte; nennt die Vergabe der Auszeichnung an die Rapper ausgerechnet am Holocaustgedenktag "widerwärtig" und ist voll des Lobes für Campino, der noch während der Veranstaltung mit seiner Kritik nicht hinter dem Berg gehalten hatte.

Der Tote-Hosen-Frontmann hatte gesagt, Provokation sei zwar ein wichtiges Stilmittel. Bei einer frauenfeindlichen, homophoben, rechtsextremen oder antisemitischen Form sei aber eine Grenze überschritten. (dh/dpa)

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