ESC 2018 "Unser Lied für Lissabon": Michael Schulte siegt, Linda Zervakis haut Penis-Witz raus

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Wer vertritt Deutschland am 12. Mai beim Finale des "Eurovision Song Contests" in Lissabon? Das war die große Frage bei der Live-Show "Unser Lied für Lissabon". Doch dann brachte Moderatorin Linda Zervakis plötzlich einen Penis ins Spiel. © teleschau - der mediendienst GmbH

Eine Tapferkeitsmedaille hätten sie ja alle verdient. Die Teilnahme beim ESC gleicht aus deutscher Sicht ja eher einem Himmelfahrtskommando. Mit Michael Schulte soll es jetzt ein rotgelockter Ed-Sheeran-Verschnitt aus Buxtehude richten.
Die Moderation übernahmen "Tagesschau"-Sprecherin Linda Zervakis und Elton. "Seien wir mal ehrlich: Die letzten Jahre waren nicht so doll", gab Elton zu. "2015 - Letzter. 2016 - Letzter. 2017 - Vorletzter." Jubel beim Publikum! "Die Tendenz geht nach oben. Vielleicht brauchen wir mehr Sex und mehr Hirn!"
Dann stellte Linda Zervakis unverblümt fest: "Wir stehen auf einer Bühne mit Riesenpimmel!" Eine Anspielung auf die Form des Bühnenbodens. "Was ist mit meiner Seriosität?", sorgt sich die "Tagesschau"-Sprecherin.
"Hast du das wirklich gesagt?", musste dann selbst Raab-Kasper Elton nachfragen und setzte noch einen drauf: "Unser Glied für Lissabon!"
Aber lassen wir die Pimmel-Geschichte, gehen wir über zur Musik: "The Voice of Germany 2017" Natia Todua mit den markanten Dreadlocks kam als Au-pair-Mädchen nach Bruchsal, um in Deutschland ihren Traum von einem Leben als Sängerin verwirklichen zu können. Sie trat beim Vorentscheid an.
Mit "My Own Way", einem modernen Song über ihr Leben und ihre Vergangenheit, wollte Natia Deutschland beim ESC vertreten, um "etwas zurückzugeben und danke zu sagen".
Ryk (gesprochen "Rük", eigentlich Rick Jurthe) teilte sich die Bühne mit einer äußerst beweglichen Tänzerin, die sich auf seinem Flügel räkelte. Der 28-jährige Hannoveraner arbeitet als Komponist, Sänger und Produzent für Projekte von Film bis Varieté. Seit 2016 ist Ryk der musikalische Leiter und Komponist der europaweit erfolgreichsten Akrobatikshow "Feuerwerk der Turnkunst".
Der Künstler mit der Nickelbrille ist eigenen Angaben zufolge "immer gut gelaunt", kam allerdings mit der schwermütigen Nummer "You and I" daher. "Eben in der Maske hab ich gesagt: 'Der Song von Ryk, der zieht einen ganz schön runter!'", gab Elton zu. "Da sagte die Maskenbildnerin: 'Ja, der sitzt gerade hinter dir!'"
Umso stimmungsvoller ging es weiter: Die fünf kniefreien Alpenrocker von voXXclub begeisterten das Publikum mit Schuhplattler und Zeilen wie "Lass uns Polka tanzen auf dem Karneval in Rio!". "I mog Di so" hieß der Titel der Münchner Band, die aus fünf Sängern aus drei Ländern besteht: Florian Claus, Stefan Raaflaub, Korbinian Arendt, Christian Schild und Michael Hartinger.
"Sicher ein Kracher auf Volksfesten und Skihütten. Auch beim ESC?", kommentierte Kult-Stimme Peter Urban. Keine Frage für voXXclub: "Man soll ja Tradition mitnehmen aus seinem Land. Wir nehmen das Ganze auch nicht zu ernst. Wir machen das mit einem Augenzwinkern."
Die "Halbzeit" nutzen die Moderatoren, um das Abstimmungsprozedere genauer zu erläutern. Neben den Fernsehzuschauern aus Deutschland entschieden ein 100-köpfiges Eurovision-Panel (erlesene Fernsehzuschauer oder "Edelohren", wie Zervakis meinte) und eine internationale Jury von 20 Experten über den deutschen Beitrag für Lissabon. Unter den Experten auch Ferris MC (links, mit Stefan Raab, hier beim "Bundesvision Song Contest 2015"). Kommentar Elton: "Wirklich hübsche Gesichter - und Ferris MC!"
Einen wesentlich sympathischeren Auftritt legte dann der Singer/Songwriter Xavier Darcy aus München hin. Der 22-Jährige mit britischen und französischen Wurzeln nahm sich selbst nicht ganz so ernst: "Ich habe erst was Seriöses gemacht. Und dann dachte ich mir: 'Nä, das ist nichts für mich!'"
Außerdem hatte er noch einen interessanten Tanzstil. Vielleicht musste er aber auch einfach nur dringend wohin: "Einfach ein Typ mit Gitarre, der versucht seinen Scheiß zu machen!" Für "Jonah" gab es dann auch Standing Ovations.
Mit "Echo"-Gewinnerin Ivy Quainoo kam dann die nächste "Voice of Germany" auf die Bühne. Ivy gewann 2012 die erste deutsche Staffel. Seit zwei Jahren lebt sie überwiegend in New York und hat dort ein Schauspielstudium abgeschlossen. "Ich bin extra für diese Chance von New York zurück nach Berlin gezogen", verriet sie.
"Ein guter ESC-Song muss persönlich sein, dann spüren es die Leute da draußen auch. Ich bin ein guter Kandidat, denn ich bringe Erfahrung mit. Ich habe schon ein paar Jahre auf dem Buckel!" Immerhin 25. "Meine Stimme ist in Deutschland einzigartig", fügte Ivy dann noch hinzu, bevor sie mit "House On Fire" die Bühne in Brand steckte. "Ein feuriger Auftritt und grandios gesungen!", kommentierte Urban.
Zum Schluss gehörte die Bühne Michael Schulte. Noch nie gehört? Der 27-Jährige aus Buxtehude ("Das gibt es tatsächlich!") hat jedoch ein riesen Publikum: Sein YouTube-Kanal hat mehr als 50 Millionen Views und knapp 200.000 Abonnenten. Ein Großteil seiner über 1,2 Millionen Spotify-Stream-Abrufe pro Monat kommt aus Schweden, Norwegen, England und den USA. Könnte also was werden in Lissabon!
"Der Song meines Lebens. Das könnte er sein!", prognostizierte auch das rothaarige Nordlicht vorab über "You Let Me Walk Alone" - ein Lied über seinen Vater, der vor 13 Jahren gestorben ist. Lissabon, das wäre "ein Kindheitstraum und eine große Ehre". Wollen wir hoffen, dass Europa gnädig mit ihm umgeht.
Nach Schultes Auftritt hieß es schließlich: "Die Leitungen sind geöffnet!" Kommentar Elton: "Ein Satz, den ich am liebsten höre, wenn ich abends an der Bar sitze!" Die Fernsehzuschauer konnten per Telefon, SMS und über die offizielle Eurovision-App abstimmen.
Damit Elton nicht während der kompletten Abstimmungszeit durchquasseln musste, gab es glücklicherweise einen Interval-Act: Teenie-Herzensbrecher Mike Singer, bei dessen Autogrammstunden es schon Verletzte gab, trat mit "Déjà-vu" auf. Fun Fact am Rande von Elton, der Singer auch zu einem gemeinsamen Selfie nötigte: "Der wurde geboren, als Stefan Raab mit 'Wadde hadde dudde da?' aufgetreten ist!"
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