Der Eurovision Song Contest 2016 ist Geschichte - und wie bereits im Vorjahr landet Deutschland auf dem letzten Platz. Jamie-Lee heimste für ihren Song "Ghost" lediglich von drei Ländern Punkte ein, ganz im Gegensatz zur Siegerin Jamala.

Aus 42 Ländern wurden diesmal Punkte vergeben. Besonders unterhaltsam war die Bekanntgabe der Jury-Wertung aus der Ukraine. Präsentiert wurden die Punkte von Verka Serduchka - die skurrile Dame mit Glitzer-Stern auf dem Kopf dürfte manch einem noch vom ESC 2007 in Erinnerung sein.

Das waren die schrägsten Outfits beim Eurovision Song Contest.

Damals ergatterte die Sängerin in Helsinki mit "Dancing Lasha Tumbai" den zweiten Platz für die Ukraine. Jetzt durfte sie die zwölf Punkte der ukrainischen Jury an Litauen verkünden. Neben ihr stand jemand, der aussah wie eine der sechs kleinen russischen Großmütter (Buranowskije Babuschki) vom ESC 2012 und eine Flasche Champagner in der Hand hielt. Hinter der Kunstfigur Verka Serduchka steckt übrigens ein Mann, Andrej Danilko.

Deutschland bekommt elf Punkte - aus nur drei Ländern

Theoretisch hätte Deutschland beim ESC 82 Mal Punkte bekommen können: 41 Mal von den nationalen Jurys und 41 Mal von den Fans in den einzelnen Ländern.

Doch am Ende gab es lediglich drei Mal eine Wertung für Jamie-Lee: Acht Zähler kamen von Fans in der Schweiz - immerhin die dritthöchste Wertung der dortigen ESC-Gemeinde.

Zwei Punkte gab es von den österreichischen ESC-Fans und ein Punkt kam von der Jury aus Georgien.

Ukrainerin Jamala kommt überall an - fast

Die ukrainische Sängerin Jamala hat für ihr Siegerlied "1944" von der ganzen ESC-Gemeinde Punkte bekommen. Von der ganzen Gemeinde? Nicht ganz. Ein kleines Land hoch oben im Norden, nämlich Island, hat sich der Punktelieferung in die Ukraine verweigert. Null Punkte von der Jury, null Punkte von den Zuschauern gab es für das bewegende politische Klagelied.

Jamala erobert das Publikum mit ihrem Song "1944".

Dafür haben sich die auf der politischen Bühne verfeindeten Staaten Russland und Ukraine gegenseitig mit Punkten versorgt: Aus Russland kamen insgesamt zehn, aus der Ukraine sogar zwölf für den jeweiligen Nachbarn.

Twitter-Rekord für den ESC

Der ESC 2016 hat einen Social-Media-Rekord aufgestellt. Mehr als sieben Millionen Tweets seien zum Finale am Samstagabend eingegangen, wurde vom offiziellen Twitter-Account @Eurovision getwittert. Damit sei der Rekord vom vergangenen Jahr gebrochen worden.

"Twelve points go to...": Israel und Russland

Die meisten Punkte aus Deutschland hat Schweden abgeräumt: Der junge Sänger Frans bekam insgesamt 18 Zähler - zehn von der deutschen Jury und sechs von den Fans.

Die beiden Höchstwertungen von jeweils zwölf Punkten gingen jedoch an Israel (Jury) und Russland (Zuschauer).

Interessant: Beim Zuschauervoting ging Israel hingegen komplett leer aus, ebenso blieb Russland beim Jury-Voting ohne Punkte.

Die Verteilung der deutschen Punkte im Einzelnen: Schweden (18/10/8 - Gesamtpunkte/Jury/Zuschauer), Ukraine (13/7/6), Israel (12/12/0), Russland (12/0/12), Australien (11/6/5), Polen (10/0/10), Georgien (8/8/0), Niederlande (7/4/3), Österreich (7/0/7), Belgien (5/5/0), Italien (4/3/1), Bulgarien (4/0/4), Armenien (2/0/2), Lettland (2/2/0) und Litauen (1/1/0).  © dpa