In Lissabon kämpfen am Samstag (ab 21.00 Uhr live im Ersten) 26 Finalisten um den Sieg beim diesjährigen Eurovision Song Contest. Für Deutschland geht Michael Schulte mit seiner Ballade "You let me walk alone" ins Rennen. So sehen seine Chancen aus.

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Am Samstagabend fällt die Entscheidung. Dann treten in Lissabon die 26 Finalisten beim Eurovision Song Contest (ESC) an. Die Palette reicht musikalisch von Liebesballade bis Punkrock. Mal gibt es eine Lasershow, mal kommt eine Hebebühne zum Einsatz, mal brennt ein Piano. Gesungen wird in allen erdenklichen Sprachen. Und Michael Schulte macht vielen in Deutschland Hoffnung, dass es diesmal für mehr reicht als den letzten Platz. Bei den Buchmachen können sich folgende Künstler die höchsten Gewinnchancen ausrechnen.

1. Zypern

Eleni Foureira ("Fuego"): Eleni Foureira ist eine in Albanien geborene Griechin, die in Lissabon für Zypern mit ihrem Lied "Fuego" (Feuer) antritt - mehr Europa geht kaum. Es ist ein Ethno-Popsong, zu dem man am liebsten gleich tanzen möchte. In Griechenland gilt die 31-Jährige als "Queen of Pop". In Lissabon will sie auch mit ihrer Bühenshow punkten, bei der ihr die schwedische Choreografin Sacha Jean-Baptiste behilflich sein soll.

2. Israel

Netta ("Toy"): Die Israelin Netta Barzilai gilt als eine der Top-Favoritinnen. Die füllige 25-Jährige hat einen sehr eigenen Stil, tritt in ausgefallenen, bunten Outfits auf. In früher Kindheit verbrachte sie mehrere Jahre in Nigeria und lernte dort verschiedene Kulturen kennen. Barzilais ungewöhnlicher Song "Toy" vermischt zeitgenössischen mit typisch koreanischem Pop, Hip-Hop und orientalischen Klängen. Ihre Botschaft an junge Frauen: Nehmt Euch an, so wie Ihr seid und seid stolz auf Euch selbst.

3. Irland

Ryan O'Shaughnessy ("Together"): Der Rekordsieger (7 Titel) hat eine lange Durststrecke hinter sich: Der letzte ESC-Gewinn Irlands liegt 22 Jahre zurück, und zuletzt war man vier Jahre hintereinander nicht einmal im Finale. Das immerhin hat der 25-jährige Singer-Songwriter Ryan O'Shaughnessy schon einmal geschafft. Doch ob es für den einstigen Soap-Star mit seinem Schmuse-Pop-Song "Together" für den Spitzenplatz reicht, ist fraglich.

4. Frankreich

Madame Monsieur ("Mercy"): Émilie Satt und Jean-Karl Lucas aus Paris haben sich 2008 in einer Kneipe kennengelernt. Zehn Jahre später sind sie längst verheiratet und treten als Duo Madame Monsieur mit "Mercy" in Lissabon an. Es ist ein selbst geschriebener, ernster Popsong über ein Mädchen, das auf einem Boot im Mittelmeer zur Welt kommt und das so heißt wie das Lied. Glitzer und Showeffekte sind nicht ihr Ding, Émilie singt, Jean-Karl spielt Gitarre, das französische Publikum beim Vorentscheid war begeistert.

5. Deutschland

Michael Schulte ("You let me walk alone"): Der 28-Jährige, der in der niedersächsischen Kleinstadt Buxtehude wohnt, singt bevorzugt auf Englisch, auch in seinem Song für Lissabon. Die gefühlvolle Ballade hat er seinem Vater gewidmet, der starb, als sein Sohn noch ein Teenager war. Schulte, dessen Videos auf YouTube ausgesprochen erfolgreich sind, ist die große Hoffnung der deutschen ESC-Fans, diesmal nicht wie in den vergangenen Jahren auf den hinteren Plätzen zu landen.

6. Litauen

Ieva Zasimauskaitė ("When We’re Old"): Die zart angehauchte Liebesballade "When We're Old" endet in einem Tränenmeer. Die 24 Jahre alte Sängerin Ieva Zasimauskaite zieht dafür auch alle Register: Am Ende steht sogar ihr Ehemann auf der Bühne, leidend fällt sie ihm in die Arme. Überzeugend und ehrlich dargebotener Auftritt.

7. Schweden

Benjamin Ingrosso ("Dance you off"): Irgendwie erinnern Aussehen, Outfit und Musikstil ein bisschen an die großen Zeiten eines George Michael. Dazu versprüht der 20-jährige Benjamin Ingrosso auf der Bühne einen Charme, dem sich wohl nur wenige Fans entziehen können. Außerdem kann er sich auch noch richtig gut bewegen: 2014 gewann er die schwedische Ausgabe von "Let's Dance". Gute Chancen also für das ESC-verrückte Schweden, das den Wettbewerb bereits sechs Mal gewinnen konnte.

8. Norwegen

Alexander Rybak ("That's How You Write A Song"): Der 31-Jährige ist nicht nur ein virtuoser Geiger und talentierter Sänger, er hat den ESC sogar schon einmal gewonnen - und zwar 2009. Sein diesjähriger Song ist eine Anleitung zum Hit-Komponieren und auch ein funky Ohrwurm, der sofort gute Laune versprüht. Die Bühnenshow tut ihr Übriges: Dabei spielt der im weißrussischen Minsk geborene Musiker, der in der Nähe von Oslo aufwuchs, "Luftinstrumente", die als Grafik eingeblendet werden.

9. Italien

Ermal Meta & Fabrizio Moro ("Non mi avete fatto niente"): Der in Albanien geborene Ermal Meta und sein Partner Fabrizio Moro, ein gebürtiger Römer, präsentieren beim Finale ihren Song "Non mi avete fatto niente" ("Ihr habt mir nichts antun können"). Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Terror und erinnert an die zahlreichen Opfer der jüngsten europaweiten Anschläge. Keine leichte Kost und eine sehr ernste Botschaft der beiden Künstler, die Wert auf poetische Texte legen und selbst komponieren.

10. Estland

Elina Nechayeva ("La forza"): Hochdramatisch ist nicht nur das schrille Opernstück "La Forza", das Elina Nechayeva als Solo vorträgt. In Erinnerung bleibt vor allem ihr 53-Quadratmeter-Hightech-Kleid, auf das eine dreiminütige Lasershow projiziert wird. Die ausgebildete Opernsängerin wird als Favoritin gehandelt. Sicher ist: Das Outfit wird in die ESC-Geschichte eingehen. (mss/dpa)

ESC-Finale: Das ist die Startreihenfolge

  • Ukraine: Melovin mit "Under The Ladder"
  • Spanien: Amaia y Alfred mit "Tu Canción"
  • Slowenien: Lea Sirk mit "Hvala, ne!"
  • Litauen: Ieva Zasimauskaitė mit "When We're Old"
  • Österreich: Cesár Sampson mit "Nobody But You"
  • Estland: Elina Nechayeva mit "La Forza"
  • Norwegen: Alexander Rybak mit "That's How You Write A Song"
  • Portugal: Cláudia Pascoal mit "O Jardim"
  • Großbritannien: SuRie mit "Storm"
  • Serbien: Sanja Ilić & Balkanika mit "Nova Deca"
  • Deutschland: Michael Schulte mit "You Let Me Walk Alone"
  • Albanien: Eugent Bushpepa mit "Mall"
  • Frankreich: Madame Monsieur mit "Mercy"
  • Tschechien: Mikolas Josef mit "Lie To Me"
  • Dänemark: Rasmussen mit "Higher Ground"
  • Australien: Jessica Mauboy mit "We Got Love"
  • Finnland: Saara Aalto mit "Monsters"
  • Bulgarien: Equinox mit "Bones"
  • Moldawien: DoReDoS mit "My Lucky Day"
  • Schweden: Benjamin Ingrosso mit "Dance You Off"
  • Ungarn: AWS mit "Viszlát Nyár"
  • Israel: Netta mit "TOY"
  • Niederlande: Waylon mit "Outlaw In 'Em"
  • Irland: Ryan O'Shaughnessy mit "Together"
  • Zypern: Eleni Foureira mit "Fuego"
  • Italien: Ermal Meta e Fabrizio Moro mit "Non Mi Avete Fatto Niente"
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