Zum Geburtstag von Eddie Vedder: Das wurde aus den Grunge-Stars der 90er

In den 90er Jahren waren es Bands wie Nirvana, Soundgarden oder Pearl Jam, die das Genre Grunge zu einem populären Musikstil gemacht haben. Neben Kurt Cobain und Chris Cornell gehörte auch Eddie Vedder zu den beliebtesten Frontmännern des Seattle-Sounds. Er feiert am 23. Dezember seinen 55. Geburtstag. Das ist aus ihm und seinen Grunge-Kollegen von damals geworden. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Eine der ersten Bands, die mit ihrem Grunge-Sound kommerzielle Erfolge feiern konnten, waren Pearl Jam aus der Wiege des Musikgenres, der US-Westküstenmetropole Seattle. Frontmann Eddie Vedder wurde 1964 in Evanston, Illinois geboren. Das Debütalbum von Pearl Jam, "Ten", verkaufte sich zuerst schleppend, wurde aber im Zuge des Nirvana-Erfolgs zum Verkaufsschlager.
Zu den erfolgreichsten Songs der Formation wurden "Alive", "Even Flow" und "Jeremy". Letzterer bescherte Pearl Jam 1993 insgesamt vier MTV Video Music Awards. Die Band war der große Gewinner bei der Verleihung und sahnte auch den wichtigsten Preis für das "Video des Jahres" ab. Ein weiterer Riesen-Erfolg war das Nachfolge-Album "Vs.", das sich in der ersten Woche mehr als 950.000 Mal verkaufte.
Pearl Jam liefern noch immer regelmäßigen Musik-Input. Eddie Vedder gewann 2008 sogar einen Golden Globe für den Song "Guaranteed" aus dem Film "Into the Wild". Mit dem dazugehörigen Soundtrack-Album ging er zum ersten Mal als Solo-Künstler auf Tour. Im Mai 2011 brachte er sein zweites Solo-Werk "Ukulele Songs" auf den Markt. Vedder ist seit 2010 mit dem Model Jill McCormick verheiratet. Die beiden haben zwei Töchter im Alter von 15 und elf Jahren.
Sie sind der Inbegriff der Grunge-Bewegung der 90er: Nirvana. 1987 gründeten Kurt Cobain und Krist Novoselić die Formation, zu der später Aaron Burckhard als Schlagzeuger dazu stieß. Die Musiker aus Aberdeen im US-Bundesstaat Washington wurden 1991 mit dem Album "Nevermind" und dem daraus ausgekoppelten Song "Smells Like Teen Spirit" zu internationalen Stars.
Mit dem Tod von Frontmann Kurt Cobain (Foto) starb allerdings auch die Band Nirvana. Der drogenabhängige und mit psychischen Problemen kämpfende Künstler wurde 1994 mit einer Überdosis Heroin und einem Kopfschuss in seinem Haus aufgefunden. Später offenbarte Dave Grohl, der später zur Band stieß, dass Nirvana sich bereits vor Cobains Tod aufgelöst hatte.
Nach dem Ende von Nirvana gründeten Dave Grohl (li.) und Pat Smear 1995 die Band The Foo Fighters, mit der sie bis heute große Erfolge feiern. Krist Novoselić ist mittlerweile aus dem Musikgeschäft ausgestiegen und engagierte sich zwischenzeitlich in der Lokalpolitik in Seattle. Ab und zu stehen die verbliebenen Bandmitglieder von Nirvana noch gemeinsam auf der Bühne, meist im Rahmen von Benefiz-Veranstaltungen.
Auch sie gelten als Vorreiter des Seattle-Sounds: Soundgarden wurden 1984 von Chris Cornell und Hiro Yamamoto gegründet. Schon bald gesellten sich Kim Thayil und Matt Cameron zum Duo dazu. 1990 wurde außerdem Ben Shepherd für den Bass und Gesang in die Band aufgenommen. Ihren ersten großen Erfolg feierte die Band 1991 mit ihrer härtesten Platte "Badmotorfinger". Die Singleauskopplung "Jesus Christ Pose" sorgte wegen der rhythmischen Attacken und des Textes weltweit für Aufsehen.
Ihr Folgealbum "Superunknown" (1994) stellte sich trotz schwieriger Live-Performances als großer Erfolg heraus. 1994 gewannen Soundgarden für ihr Musikvideo zu "Black Hole Sun" sogar einen MTV Video Musik Award. Einen Grammy erhielten sie ein Jahr später für ihre Performance zu "Spoonman".
Im April 1997 trennten sich die Wege der Soundgarden-Mitglieder. Matt Cameron wechselte mitunter zu Pearl Jam, Chris Cornell (Foto) gründete 2001 mit den verbliebenen Mitgliedern von Rage Against The Machine die Gruppe Audioslave. 2010 folgte jedoch ein großes Comeback von Soundgarden. Es wurden weitere Alben produziert. Im Mai 2017 nahm sich Frontmann Chris Cornell jedoch überraschend das Leben. Seither ist die Zukunft der Grunge-Band ungewiss.
Alice in Chains feierten ihre größten Erfolge in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Frontmann Layne Staley (Foto), Jerry Cantrell, Sean Kinney und Mike Starr unterschrieben 1989 ihren ersten Plattenvertrag bei Columbia Records. Ihr zweites Album "Dirt" (1992), dessen Songs von heftigen und schmerzvollen Themen geprägt war, schaffte es auf Platz sechs der US-Charts.
Kurz nach der Veröffentlichung ihrer Platte verließ der heroinabhängige Bassist Mike Starr die Band. Doch mit dem einstigen Ozzy-Osbourne-Bassisten Mike Inez (li.) konnten Alice in Chains den Posten schnell wiederbesetzen. 2002 der große Schock: Frontmann Layne Staley wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden. Als Todesursache wurde eine Überdosis Speedball vermutet. Sein Tod bedeutete parallel ein vorläufiges Ende von Alice in Chains.
Doch auch ohne ihren Frontmann schaffte es die Gruppe 2005 wieder zurück auf die Bühne. Ihr Gesangsposten wurde durch verschiedenste Künstler ersetzt, darunter Patrick Lachmann, Phil Anselmo und Metallica-Frontmann James Hetfield. Inzwischen übernimmt William DuVall (Foto) den Part des Mikros. Ihr jüngstes Album "Rainier Fog" veröffentlichten sie im August 2018.
Die Grunge-Band Hole wurde 1989 von Musikerin Courtney Love (re.) ins Leben gerufen. Das Besondere: Die Gruppe bestand zu jener Zeit überwiegend aus weiblichen Mitgliedern, die in Kombination mit dem harten Musikstil ein ungewöhnliches Ensemble ergab – und somit besondere Aufmerksamkeit erfuhr. Darüber hinaus erlangten Hole auch durch die Ehe von Love und Kurt Cobain weltweite Bekanntheit.
Ihr 1994 veröffentlichtes Album "Live Through This" wurde zum internationalen Charterfolg und erreichte in den USA Platinstatus. Da die Platte nur vier Tage nach dem Tod Cobains veröffentlicht wurde, bekam sie eine völlig neue Bedeutung. Inhaltlich handeln die Texte von weiblicher Wut, Feminismus und Frauenhass. Damals äußerte sich Courtney Love stets positiv über Frauen, die harte Musik machen und ihre Instrumente selbst spielen. 2002 folgte jedoch ein plötzliches Aus der Band.
Acht Jahre später meldete sich Frontfrau Courtney Love mit einem überraschenden Hole-Comeback via Facebook zurück – allerdings mit einer völlig neuen Besetzung. Schnell folgte ein neues Album und im Sommer eine Welt-Tournee. Seit 2014 besteht die Band wieder aus ihren alten Mitgliedern: Love, Eric Erlandson, Melissa auf der Maur und Patty Schemel.
Stone Temple Pilots gelten heute zwar als US-amerikanische Rockband, wurden aber in den 90er Jahren im Zuge der Hochphase des Grunges berühmt. Gegründet hatte sich das Quartett mit Scott Weiland, Robert DeLeo, dessen Bruder Dean und Eric Kretz in den 1980er Jahren. Es folgten erste Gigs und zahlreiche Namenswechsel. Nach einem Plattenvertrag bei Atlantic Records 1992 einigten sie sich auf den endgültigen Namen Stone Temple Pilots.
Im gleichen Jahr ging auch ihre erste Platte "Core" auf den Markt und schaffte es auf Platz drei in den US-Charts. Einen weiteren, noch größeren Erfolg erzielte die Band mit ihrem Folgealbum "Purple" (1994), das sich ganze drei Wochen auf Platz eins der Billboard-Charts hielt. Doch so mancher Ruhm bringt auch seine Opfer mit sich: Frontmann Scott Weiland (Foto) hatte mit Drogenexzessen zu kämpfen und landete mehrmals im Gefängnis.
2003 löste sich die Gruppe auf. Zehn Jahre später kam es zu einer Wiedervereinigung der Stone Temple Pilots. Von Frontmann Scott Weiland trennten sie sich allerdings wenige Jahre später. Der Sänger verstarb 2015. Daraufhin übernahm Chester Bennington für zwei Jahre das Mikro der Band. Seit 2017 ist Jeff Gutt der Frontmann der Stone Temple Pilots. Seit ihrem Comeback haben sie zwei Studioalben veröffentlicht.