Janis Joplins 50. Todestag: Diese Künstler sind im "Klub 27"

Musiker und Musikerinnen wie Janis Joplin, Brian Jones, Jimi Hendrix, Kurt Cobain und Amy Winehouse sind Mitglieder eines makaberen Klubs. Denn sie alle starben im Alter von 27 Jahren. Zum 50. Todestag von Janis Joplin am 4. Oktober geben wir einen Überblick über den sogenannten "Klub 27". © 1&1 Mail & Media/spot on news

Im Alter von 18 Jahren ging Janis Joplin nach Kalifornien, um ihre Musikkarriere zu starten. Schnell kam die gebürtige Texanerin zu Erfolg und wurde Leadsängerin mehrerer Blues- und Rock-Bands. Ihren bekanntesten Auftritt hatte sie mit der Kozmic Blues Band beim Woodstock-Festival 1969.
Am 4. Oktober 1970 starb die Sängerin an einer Überdosis Heroin, nachdem sie nur wenige Tage vorher in Beverly Hills ihr Testament unterzeichnet hatte. Einen Tag vor ihrem Tod nahm sie noch neue Songs in einem Studio auf – als sie am nächsten Tag nicht wieder wie vereinbart dort auftauche, fuhr Road-Manager John Cooke zu dem Hotel, in dem Joplin wohnte, und fand sie dort tot auf dem Fußboden.
Der Bluesmusiker Robert Johnson gilt als erstes Mitglied des Klubs. Der "King of the Delta Blues" starb im August 1938 – die Todesursache ist ungeklärt. Oft drehen sich zahlreiche Theorien um die Tode der "Klub 27"-Mitglieder, so auch bei Johnson. Womöglich wurde er von einem eifersüchtigen Ehemann vergiftet. Die TV-Serie "Timeless" (Bild) erzählt in einer Folge die Geschichte seines Lebens.
Besonders auffällig ist, dass drei der berühmtesten Mitglieder zwischen 1969 und 1971 in einem Zeitraum von genau zwei Jahren starben. Mit Brian Jones fing am 3. Juli 1969 alles an. Jones war neben Mick Jagger und Keith Richards Gründungsmitglied der Rolling Stones.
Der Brite starb auf seinem Anwesen Cotchford Farm im englischen East Sussex. Einen Tag vorher besuchten der Bauunternehmer Frank Thorogood und Jones' Freundin Anna Wohlin ihn auf dem Anwesen. Das Treffen stand unter einem schlechten Stern, da zwischen Thorogood und Jones ein Streit in der Luft hing.
Kurz nach Mitternacht entschlossen sich Jones, Thorogood und Wohlin dazu, im Pool schwimmen zu gehen. Wohlin verließ den Pool nach wenigen Minuten und ließ die beiden Männer zurück. Etwa 15 Minuten später kehrte Thorogood zurück – ohne Jones. Der lag tot am Grund des Pools. Die Gruppe zog den leblosen Brian Jones aus dem Becken und versuchte, ihn zu reanimieren. Ob der Tod ein Unfall war oder gar Mord, ist bis heute nicht geklärt. Die Polizei nannte Ertrinken als offizielle Todesursache.
Im September des nächsten Jahres starb Jimi Hendrix. Der Drogenkonsum der Gitarrenlegende hatte sich Ende der 1960er Jahre verstärkt, auch seine Auftritte litten darunter sehr. Noch zwei Tage vor seinem Tod jammte Hendrix mit Rockmusiker Eric Burdon in London – die letzte Aufnahme seiner Musik.
Er verbrachte die Nacht in einem Apartment mit seiner Freundin Monika Dannemann, einer deutschen Eiskunstläuferin. Sie war es, die ihn am frühen Morgen des 18. Septembers bewusstlos auffand. Hendrix starb kurze Zeit später im Krankenhaus - zunächst wurden härtere Drogen vermutet. Später wurde aber festgestellt, dass er Alkohol und Schlaftabletten konsumiert hatte und an seinem Erbrochenen erstickt war.
Am 3. Juli 1971 – auf den Tag genau zwei Jahre nach Brian Jones – starb "The Doors"-Frontmann Jim Morrison (re.) in Paris. Dorthin war der Musiker seiner Langzeitfreundin Pamela Courson gefolgt, um sich eine Auszeit zu nehmen. In den USA war er kurz vorher wegen des sogenannten "Miami-Vorfalls" 1969 verurteilt worden und er fühlte sich seiner Rolle bei den Doors überdrüssig.
Wegen schweren Atembeschwerden führte Morrison wenige Tage vor seinem Tod eine Selbstmedikation durch – er schnupfte Heroin. Die genauen Umstände seines Ablebens am 3. Juli sind bis heute nicht bekannt, der Gerichtsmediziner stellte einen Herzstillstand als Todesursache fest. Bis heute drehen sich zahlreiche Legenden um die Umstände seines Todes, auch von Mord ist die Rede.
1975 folgte Pete Ham (2.v.l.), Sänger und Gitarrist der Rockband Badfinger, zu deren Gründungsmitgliedern der Waliser gehörte. Die Band litt unter gesetzlichen und finanziellen Schwierigkeiten – für den sensiblen Pete nicht einfach. Er nahm sich am 24. April desselben Jahres in London das Leben.
Auch Gary Thain, Bassist der Band Uriah Heep, trat 1975 dem "Klub 27" bei. Im Jahr zuvor hatte er während eines Auftritts in Dallas (Texas) einen elektrischen Schlag erlitten, von dem er sich nicht mehr erholte. Thain litt an Herzrhythmusstörungen und seine langjährige Drogenabhängigkeit verschlimmerte sich immer mehr. Am 8. Dezember starb er unter nie völlig geklärten Umständen in seinem Londoner Haus.
Kaum eine Band definierte den Grunge der frühen 1990er Jahre so sehr wie Nirvana. Doch der Erfolg überforderte Frontmann Kurt Cobain – vor allem gesundheitliche Schäden plagten ihn. Aufgrund anhaltender Magenschmerzen, die seit seiner Kindheit nicht genau diagnostiziert werden konnten, unterbrachen Nirvana 1994 ihre In-Utero-Tour nach einem Auftritt in München.
Am nächsten Tag flog Cobain mit seiner Frau Courtney Love (li.) nach Rom, wo er zwei Tage später im Koma ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Er hatte große Mengen Beruhigungsmittel mit Alkohol gemischt – die Ärzte werteten dies als Suizidversuch. Nach Drängen seines engeren Umfelds begann Cobain im kalifornischen Exodus Recovery Center einen Entzug, floh jedoch am 1. April.
Eine Woche später fand ein Elektriker den Rockstar leblos in einem Gewächshaus über seiner Garage. Neben ihm sein Abschiedsbrief mit den berühmten Worten: "It's better to burn out than to fade away." Zu Deutsch: "Es ist besser, auszubrennen, als zu verblassen." Kurt Cobain hatte sich am 5. April 1994 das Leben genommen.
17 Jahre nach Cobains Tod machte der Tod von Soul- und Jazzsängerin Amy Winehouse den "Klub 27" wieder zum Gesprächsthema. Der musikalische Durchbruch gelang der Britin 2006 mit ihrem Album "Back to Black" und der Single "Rehab" – das Lied beschreibt ihre privaten Probleme: Winehouse kämpfte mit Drogenmissbrauch und litt an psychischen Problemen.
Erst, nachdem sie sich von ihrem Ehemann Blake Fielder-Civil getrennt hatte, gelang es der Sängerin, sich von den Drogen loszusagen. Doch der Alkohol blieb. So kam es, dass Amy Winehouse am 23. Juli 2011 nach einer Alkoholvergiftung mit 4,16 Promille im Blut tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurde. Sie war 27 Jahre alt.
Am 18. Dezember 2017 mietete Shinee-Sänger Jonghyun sich in Seoul ein Apartment-Studio, in das er mittags eincheckte. Am späten Nachmittag schickte der K-Pop-Star eine Reihe von Nachrichten an seine Schwester Kim So-dam, die ihr Sorgen bereiteten. Am frühen Abend wurde er von der Polizei und Rettungskräften bewusstlos aufgefunden, wenig später erlitt er im Krankenhaus einen Herzstillstand.
US-Rapper Fredo Santana nutzte Drogen und Medikamente wie den Angstlöser Xanax und die Rapperdroge "Purple Drank" jahrelang als Bewältigung gegen sein Kindheitstrauma. Seine Sucht führte immer wieder zu Epilepsieanfällen und Krankenhausbesuchen. Ende 2018 stellte man starke Leber- und Nierenschäden bei ihm fest. Im Januar 2018 folgte ein weiterer Epilepsieanfall. Dieser war so stark, dass Santana an Herzversagen starb.
Er ist das neueste Mitglied des Klubs und der Enkel von Rock'n'Roll-Legende Elvis Presley: Benjamin Keough starb am 12. Juli 2020 in Calabasas. Ein Sprecher seiner Mutter Lisa Marie Presley erklärte CNN, er könne keine weiteren Einzelheiten zu den Todesumständen nennen.