Der Jazz-Sänger Al Jarreau ist tot. Der vielfach preisgekrönte Stimm-Akrobat starb am Sonntag im Alter von 76 Jahren, wie sein Agent Bob Zievers der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

"Al ist gegen 5.30 Uhr friedlich in einem Krankenhaus in Los Angeles entschlafen. Familienmitglieder und einige enge Freunde waren dabei." Zuvor hatten mehrere US-Medien über Jarreaus Tod berichtet.

Der Sänger war vor kurzem aufgrund von Erschöpfung in das Krankenhaus eingeliefert worden und hatte seine Karriere daraufhin als beendet erklärt. Auf ärztlichen Rat hin habe er geplante Auftritte abgesagt und trete in "vollständiger Trauer" vom Tour-Leben ab, hieß es.

"Er ist dankbar für seine 50 Jahre, in denen er die Welt im Priestertum durch Musik bereist hat und für alle, die dies mit ihm teilten - sein treues Publikum, die engagierten Musiker und so viele andere, die seine Bemühungen unterstützten." Auftritte waren auch in Oldenburg, Karlsruhe und Düsseldorf geplant.

Noch vor wenigen Tagen hatte Jarreaus Management dann hoffnungsvoll verkündet, dass er sich gut erhole. Sein Sohn habe ihn sogar dabei ertappt, wie er einer Krankenschwester seinen Hit "Moonlighting Theme" vorgesungen habe.

Jarreau war noch vergangenes Jahr einer Einladung des damaligen US-Präsidenten Barack Obama ins Weiße Haus gefolgt und unter anderem auch bei den Jazztagen in Dresden aufgetreten. Der charismatische Gesangsvirtuose aus Milwaukee (Wisconsin) mit dem großen Mund, mit Charme und Witz wurde in vielen Ländern verehrt. © dpa