Johnny Rotten wird 65: Das sind die größten Legenden des Punk

Mit den Sex Pistols wurde Johnny Rotten alias John Lydon Ende der 70er Jahre berühmt. Schlagzeilen machte der Punker, der am 31. Januar seinen 65. Geburtstag feiert, jedoch nicht nur mit seiner Musik, sondern auch mit seiner politischen Einstellung. Das sind die größten Punk-Legenden. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Ab 1975 feierte er als Sänger der britischen Punkband Sex Pistols (v.li.: Gitarrist Steve Jones, Bassist Sid Vicious, Rotten und Schlagzeuger Paul Cook) große Erfolge. Die Texte der Sex Pistols - etwa von Songs wie "Anarchy in the U.K." und "God Save the Queen" - waren stets zynisch, das Aussehen der Bandmitglieder provokant.
Die Zeit mit den Sex Pistols fand jedoch ein jähes Ende. Nach einem Streit mit dem Bandmanager stieg Johnny Rotten 1978 aus und gründete das Musikprojekt Public Image Ltd. Seither machte er eher mit politisch kontroversen Ansichten Schlagzeilen. Im Oktober 2020 outete er sich als Unterstützer Donald Trumps.
Diese Band kennen nicht nur eingefleischte Musikfans, sondern auch Teenager: Die Ramones, (v.li.) Dee Dee, Johnny, Marky und Joey, gelten als Prototyp der Punkband. Sie wollten sich Mitte der 70er von den Großen der Zeit wie The Who und den Beach Boys abgrenzen und schufen sich ihr eigenes Genre. Die Band existierte bis 1996. (Foto: 1979)
Großen kommerziellen Erfolg hatte die Musik der Ramones nie und die Bandmitglieder kämpften zeitlebens mit privaten Problemen und Sucht. Ihr Name - und ihre Marke - ist heute jedoch Kult. Kleidung mit dem Bandlogo gehört fast schon zur Standardausstattung eines jeden hippen Teenagers. Bandmitglied Marky Ramone (hier 2016 in Kroatien) profitiert davon.
Iggy Pop - eigentlich James Newell Osterberg - gilt als "Godfather of Punk". Der im US-Bundesstaat Michigan geborene Musiker ist ein wahres Multitalent, singt und spielt neben Gitarre und Schlagzeug und schauspielert. Bekannt wurde er als Mitglied der Punkband The Stooges und durch seinen typischen Look - bestehend aus einer wilden Frisur und nacktem Oberkörper.
Der Erfolg von The Stooges hielt sich in Grenzen und Iggy Pop startete eine Karriere als Solokünstler. Sein erfolgreichstes Album "Post Pop Depression" erschien erst vor wenigen Jahren - 2016. Als Schauspieler war der US-Amerikaner unter anderem in der Musikfilm-Parodie "Cry-Baby" (1990) neben Johnny Depp zu sehen. Das Foto zeigt ihn bei einem Auftritt 2019.
The Clash gründeten sich 1976 in der Musikmetropole London. Sie begannen ihre Karriere als Vorband für die Sex Pistols. Ihre Songs zeichneten sich durch eine Mischung aus Reggae-, Folk- und Popeinflüsse aus. Das wohl bekannteste Album der Band ist "London Calling" aus dem Jahr 1979. Der gleichnamige Song ist nicht nur eingefleischten Punk-Fans ein Begriff.
The Clash trennten sich bereits nach zehn Jahren Bandgeschichte. Ihre Songs blieben allerdings Evergreens - beispielsweise "Should I Stay Or Should I Go?", der 1991 im Rahmen einer Levi's-Werbekampagne erneut populär wurde. Ex-The-Clash-Bassist Paul Simonon steht noch immer auf der Bühne. 2010 performte er mit den Gorillaz beim Roskilde Festival in Dänemark (Foto).
Die Dead Kennedys stammen aus San Francisco und traten zwischen 1978 und 1986 zusammen auf. In ihren Songs nahmen sie Politik jeder Couleur aufs Korn und vermischten die Einflüsse des UK-Punk mit dem Punk-Rock aus ihrer Heimat USA. Das Foto zeigt die Band 1982 in Hannover.
Seit 2001 stehen die Dead Kennedys (hier 2019 in Berlin) wieder regelmäßig auf der Bühne - allerdings ohne Sänger Jello Biafra. Einer ihrer größten Erfolge ist ihr Debütalbum "Fresh Fruit for Rotting Vegetables", das 1980 erschien.
Sie wird auch als "Godmother of Punk" bezeichnet: Patti Smith (2.v.li.) und ihre Patti Smith Group, bestehend aus (v.li.) Lenny Kaye, Bruce Brody, Ivan Kral und Jay Daugherty (hier 1978), brachten 1975 ihr erstes gemeinsames Album "Horses" auf den Markt. Frontfrau Patti wurde zur Ikone der neuen Frauenbewegung.
Smith (hier im Jahr 2006) ist bis heute musikalisch aktiv. Für den Blockbuster "Die Tribute von Panem – Catching Fire" nahm sie 2014 beispielsweise den Song "Capitol Letter" auf. Zwei Jahre später sah man sie bei der Verleihung des Nobelpreises für Literatur in Stockholm. Sie nahm den Preis stellvertretend für ihren guten Freund Bob Dylan entgegen.
Ob sie wirklich Legenden sind, ist umstritten. Dennoch: Als Green Day nach ihren ersten Erfolgen in den 90ern mit dem Album "Dookie" 2004 mit "American Idiot" das Punk-Genre neu belebten, erreichten sie eine ganz neue Generation von Fans. Es folgten weitere Hits wie "Boulevard of Broken Dreams" und "Wake Me Up When September Ends". Das Foto zeigt die Band 2005 in Melbourne, Australien.
Bis heute sind (v.li.) Tré Cool, Billie Joe Armstrong und Mike Dirnt als Band aktiv - wenn auch weniger erfolgreich als in den 2000ern. Im Februar 2020 erschien das aktuelle Album "Father of All ..." - eine "Spaßplatte", wie Schlagzeuger Tré Cool erklärte. Das Foto wurde bei den American Music Awards 2019 aufgenommen.
The Offspring wurden 1986 gegründet, ein Vorläufer unter dem Namen Manic Subsidal existierte bereits seit 1984. Seit den 90er Jahren landet die Band immer wieder Charthits. Zu den bekanntesten Songs zählen "Pretty Fly (for a White Guy)" (1998) und "The Kids Aren't Alright" (1998). Kurios: Frontmann Bryan "Dexter" Holland (Bild) ist promovierter Biologe und hat bereits mehrfach alleine die Welt umrundet.
NOFX bestehen seit 1983 und stammen aus Los Angeles. Die Gruppe um Sänger "Fat" Mike (li., neben Eric Melvin) schaffte ihren internationalen Durchbruch mit dem Album "Ribbed" (1990). Diesen Erfolg konnte sie weiter ausbauen. Die Band spielt bis heute auch in Europa große Konzerte und war unter anderem Teil der Tour "Ärztivals" 2013 von Die Ärzte.
Auch Deutschland hat einige große Punkbands zu bieten, allen voran Die Toten Hosen. Die Band um Frontmann Campino (mi.) wurde bereits 1982 gegründet, seitdem ist sie aus der deutschen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken. Zu den größten Hits gehören "Tage wie diese" (2012), "Hier kommt Alex" (1988) und "Alles aus Liebe" (1993).
Neben ihrer Musik sind die Bandmitglieder auch politisch aktiv. Immer wieder positionieren sie sich gegen rechtes Gedankengut, Ausländerhass und Armut. Außerdem unterstützten sie 2002 die Tierschutzorganisation PETA mit Plakaten, auf denen sie nackt abgebildet waren. Das Motto: "Lieber nackt als im Pelz".
Auch Die Ärzte dürfen nicht fehlen. Die Band wurde ursprünglich 1982 gegründet, löste sich 1988 jedoch vorübergehend auf. Seit 1993 besteht die Gruppe aus Farin Urlaub, Rodrigo González und Bela B (v.li.).
Mit ihren Hits wie "Schrei nach Liebe" (1993), "Westerland" (1988) und "Junge" (2007) begeistern sie nicht nur eingefleischte Punkrock-Fans. 2020 erreichten sie mit dem ersten Album seit acht Jahren wieder die Spitze der Charts. "Hell" ist damit der zehnte Nummer-eins-Longplayer der Erfolgsband. Ihre "In The Ä Tonight Tour" mussten sie ins Jahr 2021 verschieben.