Maizie Williams wird 70 - Das wurde aus den Stars von Boney M.

Sie waren in den 1970er und 80er Jahren in aller Munde: Boney M.. Die Band von Frank Farian feierte mit "Rivers of Babylon" oder "Daddy Cool" internationale Hits. Am 25. März feiert Bandmitglied Maizie Williams ihren 70. Geburtstag. Was wurde aus ihr und den anderen Mitgliedern von Boney M.? © 1&1 Mail & Media/spot on news

Farian veröffentlichte 1974 die Single "Baby Do You Wanna Bump", entschied sich aber, das Projekt nicht unter seinem eigenen Namen laufen zu lassen. Stattdessen rief er das Pseudonym Boney M. ins Leben. Eine Band gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Erst später stellte Farian eine Gruppe nach seinen Wünschen zusammen. Bis er mit Williams, Mitchell, Barrett und Farrell die richtigen Leute gefunden hatte, dauerte es allerdings. Die finale Zusammenstellung, wie Fans sie später kennen sollten, war erst im Februar 1976 perfekt. Doch dann war die Gruppe nicht mehr aufzuhalten.
Mit ihrer Single "Daddy Cool" gelang der Popband ein Meisterwerk. Zwölf Wochen rangierte der Hit auf Platz eins der deutschen Charts und wurde mit 800.000 verkauften Exemplaren die kommerziell erfolgreichste Single des Jahres 1976.
Es ging aber noch besser: Mit der 1978 erschienenen Coverversion von "Rivers of Babylon" legte Boney M. noch einmal einen drauf. Der Song belegte ganze vier Monate den Spitzenplatz der deutschen Charts.
Zwar traten Williams, Mitchell, Barrett und Farrell stets gemeinsam als Boney M. auf, zu hören waren in Wirklichkeit aber nur zwei der vier Bandmitglieder: Mitchell (li.) und Barrett (re. zusammen mit Frank Farian bei einer Veranstaltung 2007). Williams und Farrell waren an der musikalischen Produktion der Tracks nicht beteiligt.
Die männliche Gesangsstimme stammte von Frank Farian (li.) selbst. Farrell (re.) bewegte bei Auftritten lediglich seine Lippen zu der vom Band kommenden Musik und steuerte seine extravaganten Tanzchoreografien bei. Ein Geheimnis machte die Band aus dem Vollplayback nicht.
Ärger gab es dennoch - und zwar gruppenintern. Da Tänzer Farrell eine unzuverlässige Arbeitsweise an den Tag gelegt haben soll, musste er die Band 1981 verlassen. An seine Stelle rückte der Londoner Sänger Reggie Tsiboe, der - anders als Farrell - seinen Gesang beisteuern durfte. Unter anderem ist er in den Tracks "Kalimba de Luna" oder "Happy Song" zu hören.
1984, drei Jahre nach seinem Rauswurf, kehrte Farrell in die Band zurück - Ersatzmann Tsiboe durfte ebenfalls bleiben. Und so kam es, dass Boney M. im Oktober 1985 als Quintett die Platte "Eye Dance" veröffentlichte. Was Fans der Band damals noch nicht wussten: Es sollte ihre letzte sein.
Der musikalische Erfolg der Popband ebbte in den Achtzigerjahren ab und Musikproduzent Farian verlor das Interesse, das Projekt weiter fortzuführen. 1986, zehn Jahre nach den Anfängen, gehörte Boney M. der Geschichte an.
1989 versuchten Teile der Band – Bobby Farrell, Maizie Williams und Marcia Berrett - sowie Madeleine Davis der Band LaMamba, die ebenfalls einst unter Frank Farian entstanden war, erneut einen Hit zu landen. Die Single "Everybody Wants to Dance Like Josephine Baker" wurde allerdings ohne Genehmigung unter dem Namen Boney M. veröffentlicht und in Deutschland daher wieder aus den Regalen genommen.
Die karibisch-britische Sängerin Maizie Williams formte 1994 ihre eigene Band namens Boney M. featuring Maizie Williams, mit der sie "Brown Girl in the Ring" oder "Daddy Cool" neu aufnahm. 2006 folgte ihr Solo-Album "Call Upon Jesus" - der große Erfolg blieb aber auch hier aus.
Bis heute ist das ehemalige Boney-M.-Mitglied, das kurze Zeit mit dem Schlagersänger Tommy Fuchsberger liiert war, regelmäßig mit ihrer Band auf Tour.
Nach dem offiziellen Ende von Boney M. veröffentlichte Liz Mitchell, die gebürtig Elizabeth Rebecca Mitchell heißt, 1998 mit "No One Will Force You" ihr erstes Soloalbum. Die ehemalige Leadsängerin der Band hatte damit nur mäßigen Erfolg. Es folgten fünf weitere Alben bis 2006.
Liz Mitchell erhielt von Frank Farian als Einzige das Recht, den Namen Boney M. offiziell weiter nutzen zu dürfen. Seitdem geht sie regelmäßig mit Boney M. featuring Liz Mitchell auf Tour. Seit 2008 ist auch ihre Tochter Adero Pemberton in wechselnden Formationen Teil der Band.
Zum 30. Bandjubiläum von Boney M. kam im Oktober 2006 das Album "The Magic of Boney M." auf den Markt, auf dem auch ein neuer Song gesungen von Liz Mitchell zu hören ist. Das Album schaffte es in die Top 20 der Albumcharts. Zuletzt waren Boney M. feat. Liz Mitchell 2007 auf Konzerttournee in Deutschland.
Die jamaikanische Sängerin Marcia Barrett (li. hier zusammen mit Schauspielerin Gitta Schweighöfer) probierte sich nach ihrer Zeit in der Band an drei Soloalben. Doch auch ihr war es nicht möglich an den damaligen Erfolg anzuknüpfen. Zuletzt veröffentlichte sie 2013 die Single "You Can’t Fight While You’re Dancing".
Barrett hat mehrere Krebserkrankungen überstanden und wohnt heute in Berlin. Sie tritt weiterhin mit eigenen Songs sowie den Titeln von Boney M. auf.
Anders als seine Bandkollegen zog sich Bobby Farrell nach der Auflösung von Boney M. weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Erst 1992 meldete sich der niederländische DJ und Tänzer zurück, als er gegen Frank Farians Willen mit seiner eigenen neuen Boney-M.-Formation auftrat.
Am 30. Dezember 2010 starb Roberto Alfonso Farrell, wie der Musiker bürgerlich hieß, während einer Konzerttournee in seinem Hotelzimmer in Sankt Petersburg. Eine Obduktion ergab, dass er einem Herzversagen erlag. Er wurde am 8. Januar 2011 auf dem Amsterdamer Friedhof Zorgvlied beigesetzt.
Bis heute existieren mehrere Gruppen, die unter dem Namen Boney M. auftreten, aber meist nur eines der ehemaligen Mitglieder beinhalten. Obwohl offiziell nur Liz Mitchell (li.) von Frank Farian die Berechtigung erhalten hat, unter dem Namen aufzutreten, beschloss ein Gericht in Hamburg 2010, dass jedes Original-Mitglied der Gruppe mit dem Namenszusatz Boney M. auftreten darf.